PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

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00:00:01: Deutsche Bank präsentiert PERSPEKTIVEN To Go

00:00:05: Ihr Audio-Podcast rund um das Thema Börse und

00:00:11: selten wurde so viel

00:00:12: über die Rente und über Altersvorsorge gesprochen

00:00:16: und auch hitzig diskutiert wie in den vergangenen Monaten.

00:00:20: Und das ist auch gut so!

00:00:21: Eine gemeinsame Studie der Deutschen Bank und der Fondsgesellschaft DWS bestätigt:

00:00:25: Der Vertrauensverlust

00:00:26: in die gesetzliche Rente ist groß, die Angst vor Altersarmut auch.

00:00:30: Private Altersvorsorge tut Not.

00:00:33: Über den Status quo, neue Wege der gesetzlichen Altersvorsorge und Aktien

00:00:37: für den langfristigen Vermögensaufbau

00:00:38: spreche ich jetzt mit Uli Stephan von der Deutschen Bank.

00:00:41: Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit herzlich willkommen zu den PERSPEKTIVEN

00:00:45: To Go. Uli,

00:00:46: die Studie stellt einen massiven Vertrauensverlust in die Rente fest.

00:00:50: 83 % der Befragten glauben,

00:00:53: dass das Rentensystem auf lange Sicht nicht mehr zuverlässig funktioniert.

00:00:57: Das ist schon ein extremes Ergebnis, oder?

00:00:59: Ja, Jessica, das ist ein deutlicher Hinweis

00:01:02: der Bevölkerung an die Politik, dass hier Handlungsbedarf besteht,

00:01:06: dass man Anreize setzen muss, dass man aber auch den

00:01:10: Menschen sicherlich die Möglichkeit geben

00:01:12: muss, stärker in die private Altersvorsorge hineinzugehen.

00:01:16: Denn bei der gesetzlichen Altersvorsorge, das diskutieren wir ja fast

00:01:20: jeden Tag, sind wahrscheinlich die Renten, die dort zu erwarten sind, nicht so,

00:01:26: dass sie wirklich den gesamten Lebensbedarf werden decken können oder

00:01:30: aber, auf der anderen Seite, man sich dann sehr einschränken wird müssen.

00:01:34: Aber diese Sicht, dass dieses Rentensystem eben

00:01:37: nicht mehr zuverlässig funktioniert, ist ja wirklich sehr viel schlechter geworden.

00:01:40: Jetzt haben wir 83 % der Befragten, die das sagen.

00:01:43: Mich hat das ein bisschen überrascht,

00:01:44: 2019 teilten nur 54 % diese Ansicht.

00:01:47: Was ist in diesen sechs Jahren passiert, dass der Pessimismus so stark

00:01:51: gewachsen ist?

00:01:53: Also, das ist tatsächlich etwas überraschend,

00:01:55: dass der Pessimismus so gewachsen ist, weil ich kann mich erinnern,

00:01:59: als der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm plakatiert hat:

00:02:03: "Die Rente ist sicher", haben wir ja schon darüber gesprochen.

00:02:06: Und im Grunde war damals auch schon klar, dass die gesetzliche Rente

00:02:10: nicht ausreichen wird,

00:02:12: wenn man seinen Lebensstandard in der Rentenzeit halten möchte.

00:02:16: Insofern glaube ich, dass wahrscheinlich mit der Corona-Krise dann doch noch mehr

00:02:22: gebrochene Erwerbsbiografien dazugekommen sind,

00:02:25: die Menschen eben gesehen haben, dass das gesamte System doch relativ

00:02:29: fragil ist und wir natürlich deutlich mehr noch mal über die Renten diskutieren.

00:02:35: Denn in den nächsten Jahren gehen ja endgültig die Boomer,

00:02:39: wie du weißt, gehöre ich ja auch dazu, dann in Rente.

00:02:42: Das bedeutet, wir werden auch Erwerbstätige am Arbeitsmarkt verlieren.

00:02:46: Und dann ist natürlich die Frage nicht nur, wie bezahlt man die ganzen Boomer,

00:02:50: sondern auch, wer leistet denn dann die Arbeit,

00:02:53: einschließlich natürlich der Pflege, die dann möglicherweise anfallen wird.

00:02:58: Was ich auch hart finde: 80 % sind heute schon überzeugt,

00:03:02: dass die gesetzliche Rente zukünftig nur noch eine Grundabsicherung sein wird,

00:03:05: auch das waren 2019 mit 70 % weniger,

00:03:09: also es ist insgesamt alles sehr viel pessimistischer,

00:03:12: egal auf welches Thema ihr da die Leute angesprochen habt

00:03:14: in der Studie.

00:03:16: Ja, man sieht, wie gesagt, daraus die Notwendigkeit, wirklich die zweite

00:03:19: und die dritte Säule der Altersvorsorge stärker zu betonen,

00:03:23: hier mehr Engagement zu entwickeln, will nicht ausschließen,

00:03:27: dass einige das getan haben.

00:03:29: Bei anderen ist das aber eben nicht der Fall.

00:03:32: Manche können ja auch gar nicht wirklich fürs Alter vorsorgen,

00:03:35: weil sie das Einkommen nicht haben, bzw. der Staat ja die Einkommen sehr hoch

00:03:40: belastet, auch mit Sozialabgaben, Steuern und Ähnlichem.

00:03:43: Und ich glaube, hier müssen wir mehr Anreize schaffen.

00:03:46: Da gibt es ja auch Länder, die das tun und die damit wirklich ausgesprochen

00:03:50: erfolgreich sind. Damit gibst du mir ein gutes Stichwort,

00:03:53: das wäre nämlich meine nächste Frage auch. Wie machen es denn andere Länder,

00:03:55: also Schweden als Beispiel, aber auch die USA?

00:03:58: Und danach schauen wir uns unsere drei Säulen noch mal genauer an.

00:04:00: Also was können wir von anderen Ländern lernen?

00:04:03: Was glaube ich ganz wichtig ist, gerade in der privaten Altersvorsorge, ist

00:04:06: überhaupt mal zu tun.

00:04:07: Da reichen ja auch schon kleine Beträge, mit denen man

00:04:11: aber kontinuierlich und möglichst früh anfangen sollte.

00:04:15: Und in Schweden ist es ja eben so geregelt, dass ein Teil der

00:04:19: Altersvorsorge-Abgaben nicht in das Umlageverfahren gehen,

00:04:24: sondern wirklich am Kapitalmarkt investiert werden.

00:04:27: Das ist ja auch das, was die Amerikaner typischerweise machen.

00:04:30: Eine Aktienrente, quasi. Genau.

00:04:32: Sie machen es weniger staatlich organisiert, aber sie sparen dann eben

00:04:37: sukzessive Geld am Kapitalmarkt an. Das kann man

00:04:40: ja, je nach Risikoprofil, mit mehr oder weniger Aktien machen,

00:04:44: mit aggressiveren oder defensiveren Aktiensektoren, Unternehmen.

00:04:49: Man kann natürlich auch Anleihen etc.

00:04:52: dazu nehmen, also andere Anlageklassen.

00:04:55: Wenn ich noch einmal den Blick ganz kurz nach Australien werfen darf.

00:04:59: Dort hat man also zwischen Opt- in und Opt-out unterschieden,

00:05:02: während man bei uns aktiv sozusagen

00:05:05: einen solchen Spar- Vertrag abschließen müsste,

00:05:09: ist es in Australien so, dass man sich aktiv gegen das Sparen entscheiden müsste.

00:05:15: Und weil viele Menschen dann sagen, naja gut, warum muss ich

00:05:18: jetzt hier Papiere ausfüllen und dieses und jenes.

00:05:21: Deswegen wird es bei uns wahrscheinlich weniger gemacht.

00:05:23: Und wie gesagt, in Australien sind deshalb deutlich mehr Leute in dieser

00:05:27: privaten Altersvorsorge am Kapitalmarkt mit viel höheren Renditen engagiert.

00:05:33: Ich könnte mir auch vorstellen, dass das auch daran liegt,

00:05:34: dass man sich einfach ein Stück weit auch damit auseinandersetzen muss.

00:05:36: Also wenn ein Teil meines Geldes in eine Aktienrente fließen soll,

00:05:40: in Schweden ich mich entscheiden muss, welches Risiko-Profil habe ich,

00:05:43: welcher Fonds soll es sein?

00:05:45: Oder eben in Australien, was haben die da mit meinem Geld vor?

00:05:47: Will ich das wirklich?

00:05:48: Also es ist wahrscheinlich auch ein

00:05:49: anderes mit dem Thema Aktien, mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen

00:05:54: als hier. Wo Minister in den vergangenen Jahren gesagt haben,

00:05:57: die Börse ist nichts für sie oder sie fühlen sich mit einem Sparbuch wohl,

00:06:00: haben wir ja alles gehört.

00:06:02: Ja, das ist sicherlich immer problematisch zu sehen,

00:06:04: wenn der Kapitalmarkt oder auch Private Markets

00:06:08: als irgendwie Heuschrecken oder ähnliches hingestellt werden.

00:06:11: Das ist sicherlich nicht so.

00:06:14: Aber du hast völlig recht, in Schweden ist es eben,

00:06:16: man kann sich aussuchen dann,

00:06:18: wie man sein Geld investiert, wenn man das nicht möchte,

00:06:21: weil man keine Zeit oder keine Lust dazu hat.

00:06:24: Dann gibt es aber immer noch den AP7, den staatlichen Fonds, und auch

00:06:27: der hat eine hervorragende Rendite über die letzten Jahre erzielt.

00:06:31: In Australien hat man einen Steuervorteil, wenn man fürs Alter spart

00:06:36: und es dann in der Rentenzeit wirklich sich auch verrenten lässt

00:06:40: und nicht als Einmalauszahlung nimmt.

00:06:42: Also man sieht da, es gibt doch verschiedene Möglichkeiten

00:06:46: und Anreiz-Systeme,

00:06:47: die Menschen zu animieren, sich mehr damit zu beschäftigen

00:06:50: und einen besseren Zugang zu bekommen, dass es nötig ist.

00:06:54: Ich glaube, da sind wir uns alle einig.

00:06:56: Ja, und da sind sich, glaube ich, auch die Befragten in eurer Studie einig.

00:06:59: Wenig überraschend meinen 86 % der Befragten,

00:07:03: dass die Politik das Thema Altersvorsorge bisher nicht ernst genug nehme.

00:07:06: Also auch ein Vorwurf.

00:07:08: Heißt das im Umkehrschluss,

00:07:09: dass ich

00:07:10: vielleicht dann selber aktiv werden muss, wenn ich nicht mehr auf die Politik

00:07:14: vertraue oder zumindest glaube,

00:07:15: sie nimmt es nicht ernst genug?

00:07:17: Na, ich würde jetzt bei der Politik nicht so weit gehen.

00:07:19: Wir haben ja jetzt gesehen, dass es erste Revisionen gibt in der Altersvorsorge.

00:07:25: Da reden wir natürlich, vor allen Dingen im Moment noch,

00:07:28: über die erste Säule, also die gesetzliche Altersvorsorge.

00:07:31: Es wird aber eine Kommission gegründet, und jetzt kann man natürlich da

00:07:35: immer mit einem gewissen Lächeln

00:07:36: darüber sprechen, aber es wird zumindest mal darüber diskutiert.

00:07:40: Und so wie sich die Politik geäußert hat,

00:07:42: darf man wohl auch davon ausgehen, dass da entsprechende Entscheidungen

00:07:46: dann gefallen werden.

00:07:47: Aber natürlich sollte jeder darüber hinaus

00:07:50: nachdenken, Was kann er privat zur Seite legen,

00:07:54: wo sind 20 oder 50€?

00:07:57: Und wie gesagt, über lange Zeiträume helfen da schon kleine Beträge,

00:08:00: möglich, die man sukzessive jeden Monat anspart.

00:08:04: Dann hat man auch den Dollar- Cost-Averaging-Effect, also davor, wo sich

00:08:08: ja viele Menschen fürchten, dass der Kapitalmarkt, dass der Aktienmarkt dann

00:08:12: möglicherweise einen deutlichen Rücksetzer macht oder sogar einen Bärenmarkt erlebt.

00:08:15: Das würde man ein Stück weit

00:08:17: damit nivellieren, wenn man eben kontinuierlich immer kauft,

00:08:21: egal ob der Markt gerade stark oder schwach ist.

00:08:23: Das nennt man ja Dollar- Cost-Averaging-Effect.

00:08:25: Insofern ich würde hier nicht auf die Rentenkommission

00:08:29: warten, sondern ich würde möglichst früh, und wenn die Eltern die Möglichkeit haben,

00:08:34: und wenn wir Zuhörer haben, die Eltern sind, dann gerne

00:08:37: schon für die Kinder anfangen zu sparen. Denn über lange Sicht

00:08:41: kommt da doch ganz Erstaunliches bei dann bei raus an Vermögen,

00:08:46: wie gesagt, was man dann im Alter nutzen kann.

00:08:48: Jetzt schauen wir uns mal unsere drei Säulen an.

00:08:51: Wir haben die gesetzliche Rente bzw. Rürup für die Selbstständigen,

00:08:54: wir haben die betriebliche Altersvorsorge und wir haben die private Altersvorsorge.

00:08:58: Wo kommen da Aktien als Baustein ins Spiel?

00:09:02: Ja, in der ersten Säule, der gesetzlichen Rentenversicherung,

00:09:06: da sind wir ja im Umlageverfahren,

00:09:07: also das, was die heutigen Erwerbstätigen einzahlen,

00:09:10: geht, mehr oder weniger, direkt an die Rentner weiter.

00:09:13: Da verschiebt sich eben das Verhältnis zu Ungunsten

00:09:17: der arbeitenden Bevölkerung, der Erwerbstätigen

00:09:20: in den nächsten Jahren, weil immer mehr Boomer eben in die Rente gehen.

00:09:23: Bei Rürup könnte ich aber ja, wenn ich selbstständig bin,

00:09:26: schon auf Aktien setzen,

00:09:27: also da würde es jetzt schon gehen?

00:09:30: Kann man sicherlich dann da schon machen, aber es kommt eben

00:09:32: vor allen Dingen ins Spiel,

00:09:33: dann bin ich bei der zweiten und vor allen Dingen

00:09:35: bei der dritten Säule bin, da kann ich dann eben mehr machen.

00:09:38: Und deswegen will ich auch gar nicht gegen die gesetzliche Altersvorsorge

00:09:42: argumentieren, weil man da dann sozusagen schon Ansprüche

00:09:46: erwirbt, die ja auch vor Inflation, vor Kapitalmarkt-Turbulenzen etc.

00:09:51: geschützt sind. … , der Langlebigkeit,

00:09:53: das ist auch unser Langlebigkeitsrisiko,

00:09:55: was dann natürlich geschützt ist, weil das Geld bekomme ich immer. Absolut,

00:09:59: aber das kann ich natürlich auch mit einer Rentenversicherung decken

00:10:01: oder mit einer Lebensversicherung, wenn ich möchte.

00:10:03: Bei der Lebensversicherung habe ich dann klassischerweise, es sei denn,

00:10:06: ich mache sie auch auf Fondsbasis, dann ist das Risiko bei mir,

00:10:08: kann ich dann natürlich auch wieder mehr oder weniger in Aktien machen.

00:10:12: Aber man kann auch, wie gesagt, in der dritten Säule dann für sich selbst

00:10:15: Aktien, Sparpläne oder ähnliches abschließen.

00:10:18: Da ist man dann wirklich ganz in allen Möglichkeiten, die man hat.

00:10:22: Wenn man es staatlich gefördert machen will,

00:10:24: dann ist man natürlich an die staatlichen Instrumente gebunden,

00:10:28: Riester, Rürup, Rentensparbeiträge

00:10:31: oder eben auch Lebensversicherungen etc. pp.

00:10:34: Wenn wir jetzt noch mal auf ganz einfache Modelle uns fokussieren würden, also

00:10:37: wir wissen beide, Aktien sind langfristig eine extrem renditestarke

00:10:42: Anlageklasse, bei breiter Risikostreuung natürlich,

00:10:45: da geht man ja so von 6 bis 8 % aus.

00:10:48: Also wie gesagt, langfristig,

00:10:49: es gibt ganz, ganz schlechte Jahre und es gibt sehr, sehr gute Jahre.

00:10:52: Wenn ich jetzt sage, okay, Aktien, wichtiger Baustein auch für meine Altersvorsorge,

00:10:56: wie kann das funktionieren?

00:10:57: Wir haben Fonds, wir haben ETF-Sparpläne,

00:10:59: wir haben aber ja eben auch, wie wir gerade schon gesagt haben,

00:11:01: Aktienquoten in ganz klassischen Produkten.

00:11:04: Was wäre da so dein Einstieg,

00:11:05: wo du sagst, das ist eigentlich der beste Weg?

00:11:08: Oder kann man das pauschal gar nicht sagen?

00:11:10: Ich würde es gar nicht so sehr pauschal sagen.

00:11:12: Es kommt am Ende auf die Mischung an

00:11:14: und es kommt am Ende natürlich auf das Risikoprofil an, also wenn du mich

00:11:18: anguckst, dann habe ich eben die erste, die zweite und die dritte Säule,

00:11:22: ich habe Lebensversicherungen, ich habe Sparbeiträge.

00:11:27: Das sind alles auch keine großen Beträge,

00:11:29: aber ich habe versucht, eben damit auch das Risiko

00:11:32: insgesamt ein Stück weit zu diversifizieren.

00:11:35: Und deswegen gehört eigentlich alles dazu.

00:11:38: Man muss natürlich gucken, wo kriegt man auch staatliche Unterstützung.

00:11:41: Das hilft ja auch, Steuervorteile oder Zuschüsse oder ähnliches.

00:11:46: Und dann kann man eben darüber hinaus dann noch völlig

00:11:49: privat und völlig frei sparen, auch fürs Alter in,

00:11:53: nochmal, ratierlichen Beiträgen. Das halte ich für absolut sinnvoll.

00:11:58: Was ich auch spannend fand in eurer Studie, ist dieser Widerspruch

00:12:01: beim Anlegen, der sich da zeigte.

00:12:02: Also die Menschen wollen eine hohe

00:12:04: Rendite auf der einen Seite, aber ein geringes Risiko und deswegen

00:12:08: sind dann wieder die konservativen Produkte die, die bevorzugt werden.

00:12:12: Wie erklärst du dir das?

00:12:13: Weil Chance und Risiko gehören ja immer dazu,

00:12:15: wenn wir über Geldanlage reden und auch über Altersvorsorge.

00:12:18: Ja, das ist so, also natürlich gilt auch in der Altersvorsorge

00:12:21: der alte Zusammenhang zwischen Risiko, was man bereit ist einzugehen

00:12:26: und den erwarteten Renditen, die sich dann daraus möglicherweise auch ergeben.

00:12:30: Also Renditen erwartet man zuerst und dann ergeben sie sich eben.

00:12:34: Aber das hängt eben

00:12:35: noch mal mit dem Risiko zusammen, was man bereit ist einzugehen.

00:12:38: Der wichtige Punkt hier ist aber, Jessica, erstens das ratierliche Sparen

00:12:43: und zweitens die extrem langen Zeiträume, die man ja zur Verfügung hat.

00:12:48: Und deswegen ist es für mich immer sinnvoll, wenn man das macht

00:12:51: und noch mal viel Zeit mitbringt.

00:12:54: Und dass man eher in volatilere Instrumente investiert,

00:12:58: weil die erwarteten Renditen einfach größer ist

00:13:01: und wenn es runtergeht, kauf ich mehr Stücke für das gleiche Geld

00:13:04: und wenn es rauf geht, ist sowieso alles gut.

00:13:07: Und wie gesagt, auf lange Sicht sollten ja die Kapitalmärkte nach oben tendieren.

00:13:12: Das zeigt zumindest die gesamte Erfahrung.

00:13:14: Deutsche Aktieninstitut und das Börsendreieck und diese Dinge,

00:13:18: wir kennen das alles.

00:13:20: Und deswegen würde ich hier nicht, wenn man langfristig und kontinuierlich

00:13:24: spart, zu defensiv gehen, sondern würde schon ein gewisses Risiko eingehen.

00:13:29: Aber noch mal, das muss man auch nervlich dann aushalten können.

00:13:32: Es nutzt nichts, irgendwas zu tun, was einen nachts nicht ruhig schlafen lässt.

00:13:36: Diesen langen Anlagehorizont haben ja Kinder und da passiert

00:13:40: ja jetzt auch ein bisschen was in Richtung Aktien für die Altersvorsorge.

00:13:43: 2026 soll die Frühstart-Rente für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren kommen.

00:13:49: Auch wenn da noch viele Details nicht ganz geklärt sind,

00:13:51: ist das eine gute Maßnahme, um auch Kinder früh an den Kapitalmarkt heranzuführen.

00:13:56: Ja, das würde ich schon sagen, dass das hilft.

00:13:58: Die Beträge sind sicherlich auch da überschaubar,

00:14:00: aber es ist eben ein erster Schritt in die richtige Richtung.

00:14:04: Und das kann man dann sicherlich zum Anlass nehmen,

00:14:07: um noch den einen oder anderen Euro dazu zu legen, gerade auch als Eltern,

00:14:11: damit man über lange Zeiträume dann eben ein entsprechendes Vermögen,

00:14:15: auch für die Altersvorsorge, dann sparen kann.

00:14:17: Das würde ich für sinnvoll halten und begrüße das auch, wenn das kommt.

00:14:22: Ich glaube, insgesamt müssen wir als Deutsche

00:14:24: ein Stück weit raus aus der Welt des Sparens.

00:14:28: Festgeld, Girokonten - Will da gar nicht gegen argumentieren,

00:14:33: aber ein bisschen mehr Mut am Kapitalmarkt täte erstens unserer Volkswirtschaft

00:14:37: gut und zum Zweiten sicherlich auch den Erträgen der Sparer in Deutschland.

00:14:42: Ein wunderschönes Schlusswort, Ein wunderschöner Appell.

00:14:45: Hoffen wir, dass mehr Deutsche

00:14:47: die Aktienmärkte entdecken, auch für ihre Altersvorsorge.

00:14:51: Ich danke dir für diese PERSPEKTVEN To Go!

00:14:53: Sehr gerne, Jessica.

00:14:58:

Über diesen Podcast

Der Börsenpodcast
Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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