PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

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00:00:01: Deutsche Bank präsentiert PERSPEKTIVEN To Go

00:00:05: Ihr Audio-Podcast rund um das Thema Börse.

00:00:10: Gefühlt waren die Finanzmärkte zwei Wochen lang

00:00:13: geschlossen, die Feiertage lagen schließlich mitten in der Woche.

00:00:16: Jetzt geht es aber wieder los.

00:00:18: Und zwar richtig.

00:00:19: Mit denselben Top-Themen wie 2025 oder

00:00:22: was treibt die Märkte um?

00:00:24: Darüber spreche ich mit Uli Stephan von der Deutschen Bank.

00:00:27: Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit herzlich willkommen zu den PERPEKTIVEN

00:00:30: To Go.

00:00:31: Uli, ein frohes neues Jahr wünsche ich dir.

00:00:34: So viel Zeit muss sein. Danke, Jessica,

00:00:37: dir natürlich auch, Gesundheit und Zufriedenheit für das Jahr.

00:00:40: Es wird bestimmt wieder interessant werden.

00:00:43: Das glaube ich auch.

00:00:44: Aber kurz mal der Blick einige Tage zurück.

00:00:48: Zum Jahreswechsel ist ein ganz Großer abgetreten:

00:00:51: Warren Buffett.

00:00:52: Und das mit einer historisch einmaligen Performance.

00:00:56: Ja, das ist absolut richtig,

00:00:58: Jessica. Warren Buffett hat sicherlich auch nicht immer richtig gelegen.

00:01:02: Das kann man ja gar nicht an den Kapitalmärkten.

00:01:05: Aber mit seiner Fokussierung auf langfristige Investments, auf Value

00:01:10: hat er schon eine sehr, sehr beeindruckende

00:01:13: Performance insgesamt über all die Jahrzehnte hingelegt.

00:01:16: Man muss sich überlegen, er hat 1964 Berkshire

00:01:20: als Textilunternehmen für 19 $ oder um die 19 $ pro Aktie übernommen

00:01:26: und die A-Aktien, also die eigentlich Original-Aktien, wurden

00:01:30: ja lange nicht in den S&P 500 aufgenommen, weil sie zu teuer waren.

00:01:34: Erst als er den Split gemacht hat und die B-Aktien herausgegeben wurden.

00:01:40: Also die Aktien sind von 19 auf über 750.000 $ gestiegen.

00:01:45: Das ist eine Performance, die liegt sicherlich im Millionenbereich.

00:01:50: Das ist schon sehr gewaltig.

00:01:51: Wie gesagt, unter Schwankungen auch nicht immer richtig gelegen,

00:01:54: aber als Lebenswerk ist das schon eine wirklich großartige Leistung

00:01:58: an der Börse.

00:01:59: Ja, und nicht umsonst zählt Warren Buffett ja seit vielen,

00:02:02: vielen Jahren, Jahrzehnten zu einem der reichsten Männer der Welt.

00:02:05: Da gibt es ja immer so

00:02:06: ein bisschen Stühlerücken an der Spitze, aber er ist immer ganz vorne mit dabei.

00:02:09: Was war denn so besonders an Warren Buffett's

00:02:12: Anlagestil?

00:02:13: Ja, der Anlagestil war vor allen Dingen valuegetrieben.

00:02:16: Warren Buffett hatte sehr viel Geduld, sowohl beim Kaufen als auch beim Verkaufen.

00:02:21: Er hat die Unternehmen sehr genau analysiert, Geschäftsmodelle.

00:02:25: Er wollte auch verstehen, was dahinter ist,

00:02:27: deswegen hat er sich lange nicht mit Technologieaktien beschäftigt.

00:02:32: Was das Management macht, was das Geschäftsmodell ist, was das Produkt ist.

00:02:35: Und wenn er dann gesehen hat, dass da Chancen sind für die Zukunft,

00:02:40: dann hat Warren Buffett eben zugegriffen und investiert.

00:02:43: Er hat das meistens antizyklisch gemacht, also gekauft,

00:02:47: wenn alle ängstlich waren und verkauft, wenn die Investoren euphorisch wurden.

00:02:53: Ein legendärer Börsenspruch von ihm übrigens auch: "Kaufe,

00:02:55: wenn alle ängstlich sind.".

00:02:57: Ja, also insofern hat er schon wirklich da einen eigenen Anlagestil geprägt

00:03:03: und hat das eben nicht nur erzählt, sondern er hat es eben

00:03:06: mit seinem Investmentvehikel Berkshire Hathaway auch entsprechend umgesetzt.

00:03:11: Ja, und pünktlich zum Warren Buffett's Abschied

00:03:13: haben ja auch die Märkte mitgemacht.

00:03:15: Der Value-Faktor hat 2025 ein fulminantes Comeback gefeiert.

00:03:19: 16 Prozentpunkte Vorsprung vor dem MSCI World.

00:03:23: Das ist eine ziemlich starke Outperformance,

00:03:26: die der MSCI World Enhanced Value da aufs Parkett gezaubert hat.

00:03:31: Ja, absolut.

00:03:32: Sowohl in Euro wie auch in Dollar, kann man sagen.

00:03:34: Also wenn man bei Bloomberg die beiden Indizes nachguckt,

00:03:38: dann findet man den MSCI World bei rund plus 21 %, wohingegen

00:03:43: der Enhanced Value bei über 40 % liegt und das ist natürlich

00:03:48: schon ein ausgesprochen bemerkenswerter Unterschied,

00:03:52: der hier zu verzeichnen ist in den Value-Aktien, was ja auch

00:03:55: ein bisschen überrascht, weil wir ja immer so gerne

00:03:57: über die Magnificent 7 reden und die ja, da muss man auch wieder

00:04:01: gucken, möglicherweise sogar zum Teil zu Value gerechnet werden.

00:04:04: Aber Warren Buffett selbst hat mit seiner Aktie da nicht ganz mithalten können,

00:04:10: weil er im letzten Jahr eine vielleicht zu große Position in Technologie

00:04:15: ein Stück weit abgebaut hat und hat sich doch wieder eher auf die traditionellen

00:04:19: Sektoren, zumindest für Berkshire traditionellen Sektoren,

00:04:22: nämlich Versicherungen und Eisenbahntransport, konzentriert.

00:04:27: Also insofern, ja, eine bemerkenswerte Outperformance von Enhanced Value

00:04:30: gegenüber dem MSCI World. Berkshire konnte nicht ganz mithalten.

00:04:35: Ich glaube, das Thema wird uns immer noch mal ein bisschen umtreiben,

00:04:37: weil natürlich jetzt alle genau schauen, wie sein Nachfolger klarkommt, wie der

00:04:41: in diese riesengroßen Fußstapfen tritt, ob die nicht vielleicht zu groß sind.

00:04:45: Das ist ja wirklich ein Star-Investor.

00:04:48: Schauen wir mal, was sonst so an den Märkten los war und ist.

00:04:52: Wir haben das dritte sehr gute Aktien-Jahr

00:04:54: hinter uns und es fragen sich natürlich viele, ob das so weitergeht.

00:04:57: Der DAX ist ja auch super gelaufen, obwohl Deutschlands Wirtschaft lahmt.

00:05:00: Wir haben schon oft darüber gesprochen.

00:05:01: Es liegt am hohen Auslandsgeschäftsanteil der DAX Konzerne.

00:05:06: Aber es gibt natürlich auch ganz gruselige Prognosen der Bundesbank

00:05:09: für unser Wirtschaftswachstum,

00:05:10: es gibt Forderungen von Verbänden, dass hier endlich mal was passieren muss.

00:05:14: Das kann doch eigentlich nicht für immer und ewig spurlos am DAX vorbeigehen.

00:05:18: Ja, der DAX ist eben doch relativ industrielastig

00:05:21: und mit den Fiskalpaketen, die ja jetzt erst wirklich wirksam werden,

00:05:26: scheint doch der Markt hier dem DAX einiges zuzutrauen.

00:05:30: Man sieht das ja gerade im Bereich Industrie, Energie,

00:05:34: aber auch Verteidigung, Banken, die hier sehr gut gelaufen sind.

00:05:38: Und es spricht eigentlich wenig dagegen,

00:05:41: dass der DAX auch in diesem Jahr wieder eine gute Performance hinlegen sollte.

00:05:46: Jessica, das liegt schon allein daran, dass wahrscheinlich die Automobilaktien

00:05:50: nicht noch einmal einen solchen negativen Faktor spielen

00:05:56: werden bei den Gewinnen aggregiert auf den Gesamt-DAX, sondern möglicherweise

00:06:00: nach extrem negativ in 25 sogar ein bisschen positiv in 2026.

00:06:06: Und das hebt dann natürlich die Gewinnaussichten

00:06:09: für den gesamten Index und damit auch die Aussichten.

00:06:13: Wir haben ja schon in diesem Jahr

00:06:15: wieder Höchststände zu verzeichnen für den Deutschen Aktienindex.

00:06:19: Wie gesagt, hängt sicherlich auch mit der allgemeinen Situation zu tun,

00:06:22: aber auch damit, dass eben der DAX doch einige Sektoren und Unternehmen

00:06:28: beinhaltet, die gerade von den Entwicklungen jetzt in Europa und

00:06:31: Deutschland profitieren sollten.

00:06:33: Und dann gibt es noch die Entwicklungen,

00:06:35: auf die müssen wir auch zu sprechen kommen,

00:06:37: auf der anderen Seite des Atlantiks, in Venezuela, die USA.

00:06:40: Auch darauf reagieren die Märkte ja, wenn auch relativ verhalten.

00:06:45: Und dem DAX hat das Ganze ja sogar das Allzeithoch beschert.

00:06:50: Ja, absolut.

00:06:51: Wir haben ja alle die Nachrichten gesehen aus Venezuela und

00:06:54: will das gar nicht einsortieren.

00:06:56: Da gibt es ja genug Berichterstatter, die das tun.

00:06:59: Wenn wir den Ölpreis angucken, dann kann man immer wieder sagen,

00:07:02: dass Venezuela ja ein Land ist mit sehr großen,

00:07:05: wenn nicht den größten Ölreserven weltweit.

00:07:08: Allerdings ist die Produktion

00:07:10: in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen und lag zuletzt

00:07:13: deutlich unter einer Million Barrel pro Tag.

00:07:17: Das ist also weniger als 1 % der weltweiten Produktion,

00:07:23: deswegen spielt es also da keine so große Rolle.

00:07:26: Es ist auch ansonsten nicht so sehr in die Welt, Lieferketten,

00:07:30: ich will es mal vorsichtig ausdrücken, integriert und deswegen sagen

00:07:34: die Börsen, gehen zur Tagesordnung über, gucken auf die Makrodaten.

00:07:39: Da haben wir ja auch einiges demnächst wieder vor der Brust

00:07:42: und insofern spielt da Venezuela tatsächlich nicht die allergrößte Rolle.

00:07:47: Über Deutschland

00:07:47: haben wir schon gesprochen, da sollen und müssen noch weitere Reformen kommen,

00:07:52: aber schauen wir doch mal aufs europäische Ausland.

00:07:54: Frankreich hat ein sogenanntes Sondergesetz, aber ohne Budget.

00:07:58: Was steckt denn da dahinter?

00:07:59: Ja, vielleicht müssen wir zuerst mal sagen, Jessica,

00:08:01: dass wir ein neues Euro-Mitglied haben mit Bulgarien, was ganz spannend ist.

00:08:06: Da gab es ja auch sehr viel kritische Töne.

00:08:08: Man muss aber sagen, dass der bulgarische Lew schon seit Jahren

00:08:13: zuerst an die DM und dann an den Euro gekoppelt war,

00:08:16: sicherlich auch

00:08:17: unter gewissen Schwankungen, aber diese Kopplung war einfach schon da.

00:08:20: Insofern hat man ein Stück weit nachvollzogen,

00:08:22: was faktisch schon vorhanden war.

00:08:25: Wir haben in Frankreich, du hast völlig recht, dieses Gesetz,

00:08:28: ein Sondergesetz gesehen,

00:08:29: was das Budget jetzt zuerst mal über den Jahreswechsel schiebt.

00:08:34: Nichtsdestotrotz hat sich Frankreich vorgenommen,

00:08:36: jetzt Anfang Januar, tatsächlich das Budget,

00:08:39: also den Haushalt für die Regierung verabschieden zu wollen.

00:08:43: Es gibt aber immer noch keine Einigung, und das hat natürlich das Potenzial,

00:08:47: dass hier auch noch mal die Renten-Märkte, insbesondere in Europa, belastet werden.

00:08:53: Wir haben zuletzt gesehen,

00:08:54: dass, gerade am langen Ende, die Renditen ein Stück weit nach oben tendiert sind,

00:08:59: stärker, als man das wahrscheinlich gesehen hätte,

00:09:01: wenn auf dieser fiskalischen Ebene mehr Ruhe vorhanden wäre.

00:09:06: Das wäre auch meine nächste Frage, nämlich wie relevant das eigentlich

00:09:08: für die europäische Wirtschaft und die Finanzmärkte ist,

00:09:11: was da beispielsweise in Frankreich dann eben passiert,

00:09:14: weil politische Stabilität sieht ja nun definitiv anders aus.

00:09:17: Und wir haben es im vergangenen Jahr ja auch schon erlebt,

00:09:19: dass das eher turbulent zugeht bei unseren Nachbarn.

00:09:23: Ja, ich will jetzt nicht in Frankreich politische Instabilität herbeireden.

00:09:27: Ich glaube, davon sind wir noch ein ganzes Stück entfernt.

00:09:30: Aber es ist richtig, man diskutiert jetzt schon länger über dieses Budget,

00:09:34: obwohl der neue Premierminister Lecornu Zugeständnisse gemacht hat

00:09:39: bei der Rentenreform,

00:09:40: die jetzt nicht kommen wird, zumindest nicht in der Weise wie zunächst

00:09:43: angedacht, gibt es immer noch

00:09:45: Zurückhaltung und man zögert, dem neuen Haushalt zuzustimmen.

00:09:49: Also mal gucken, wann und wie da eine Einigung kommen wird.

00:09:52: Man darf aber auch nicht vergessen, 2027, das ist noch ein bisschen hin,

00:09:55: wird es Präsidentschaftswahlen in Frankreich geben.

00:09:58: Nur der Wahlkampf, der wird natürlich schon 2026 eröffnet werden.

00:10:03: Und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum es so, in Anführungsstrichen, zäh ist,

00:10:09: also warum man so sehr ringt um diesen Haushalt,

00:10:12: weil natürlich keiner die andere Partei oder eine andere Partei

00:10:16: als, in Anführungsstrichen, Sieger küren möchte.

00:10:19: Also da bleibt es auf jeden Fall spannend.

00:10:21: Für Schlagzeilen

00:10:22: hat auch die Neujahrsansprache des chinesischen Präsidenten gesorgt.

00:10:25: Was hat er gesagt?

00:10:26: Welche Schlagzeilen mussten/ durften wir da lesen?

00:10:29: Ja, auch

00:10:30: das muss man möglicherweise vor dem Hintergrund Venezuelas noch mal neu lesen,

00:10:35: aber der chinesische Präsident hat sehr deutlich gemacht,

00:10:38: dass es ein China gibt, dass Taiwan Bestandteil dieses einen Chinas ist

00:10:44: und niemand China aufhalten kann und das auch niemand verhindern kann,

00:10:49: dass Taiwan wieder Teil der Volksrepublik wird.

00:10:53: Er hat kein Datum dazu gesagt.

00:10:54: Er hat auch nicht gesagt, wie das passieren soll.

00:10:57: Aber es ist schon bemerkenswert, mit welcher Klarheit

00:11:00: auch der chinesische Präsident noch mal darauf hingewiesen hat.

00:11:03: Und ja, jetzt kann man natürlich über regelbasierte Ordnung sprechen,

00:11:08: sie muss einer durchsetzen.

00:11:09: Und ich glaube, all diese Signale von den großen Vetomächten

00:11:14: zeigt uns Europäern, dass wir unsere Hausaufgaben machen müssen,

00:11:18: dass wir wirklich stärker werden müssen,

00:11:22: innovativer, schneller, um mithalten zu können.

00:11:25: Sonst werden wir, vielleicht ökonomisch noch, aber politisch ganz sicher

00:11:29: überhaupt keine Rolle mehr spielen auf dieser Welt.

00:11:32: Damit sind wir bei den drei Top- Themen aus dem vergangenen Jahr von denen

00:11:35: ich ja glaube, sie werden uns auch weiter umtreiben.

00:11:38: Das größte war ja sicherlich künstliche Intelligenz, kurz KI.

00:11:41: Wir haben da schon öfter drüber gesprochen,

00:11:43: aber wir können es ja

00:11:43: noch mal kurz zusammenfassen: Boom oder Blase? Du bist Team Boom.

00:11:46: Warum?

00:11:47: Ja, ich bin Team Boom, weil die Investitionen einfach

00:11:50: weiterlaufen werden.

00:11:51: Niemand will durchs Fenster schauen, alle möchten mit am Tisch sitzen

00:11:55: und deswegen ist der Wettbewerbsdruck

00:11:57: einfach so groß, dass dort weiter investiert wird.

00:12:00: Der zweite Punkt ist der, dass der Zyklus der Chips jetzt ausläuft,

00:12:05: also neue Chips gebraucht werden, die einfach leistungsfähiger sind.

00:12:09: Auch da will natürlich keiner zurückfallen

00:12:12: und ja nicht die Leistungen bringen wie die Konkurrenz.

00:12:16: Dazu gibt es die Konkurrenz mit China, die weiter befeuert wird.

00:12:20: Wir dürfen auch hier nicht vergessen, dass möglicherweise die US-Administration

00:12:24: Zölle nicht mehr so auf die Agenda setzt, wie das im letzten Jahr gewesen ist.

00:12:29: Dass wir aber auch hier noch ein paar Themen haben,

00:12:33: Supreme-Court-Urteil, aber eben auch die Vereinbarungen mit China,

00:12:36: die im November diesen Jahres auslaufen werden.

00:12:39: Also die Konkurrenz mit China ist nach wie vor da.

00:12:42: Auch das wird dazu führen,

00:12:43: dass weiter Gelder in die künstliche Intelligenz hineinlaufen.

00:12:47: Jetzt muss es eben monetarisiert werden.

00:12:49: Ich glaube, die Unternehmen müssen und werden, und man hört es ja auch in allen

00:12:53: Teilen, sich mehr damit beschäftigen, um Profitabilität heben zu können.

00:12:58: Schon allein der demografische Wandel in Deutschland, in Europa

00:13:02: macht es notwendig, mehr auf künstliche Intelligenz zu setzen.

00:13:06: Und deswegen glaube ich, unterm Strich werden wir sicherlich immer wieder

00:13:11: Diskussionen haben, ob wir zu viel und zu teure Investitionen haben.

00:13:15: Aber dieser Trend wird noch eine Zeit laufen

00:13:19: und deswegen glaube ich, dass wir eher einen Boom haben und keine Blase.

00:13:23: Und wenn wir eine Blase haben,

00:13:24: Jessica, dann haben wir sie eher bei den Gewinnen als bei den Bewertungen.

00:13:28: Ein weiteres Thema, das uns leider, muss man ja sagen, auch im neuen Jahr

00:13:32: noch umtreibt, sind politische Krisenherde und Kriege.

00:13:34: Auch das haben wir schon kurz angesprochen.

00:13:37: Bleibt Rüstung auch in diesem Jahr ein Top-Thema?

00:13:40: Ich würde sagen ja.

00:13:42: Man sieht es ja,

00:13:43: Geopolitik ist ein Thema am Anfang des Jahres.

00:13:46: Wir werden sicherlich weitere Themen sehen.

00:13:50: Mal gucken, ob die Ukraine

00:13:51: irgendwann hoffentlich befriedet wird, wie es im Nahen Osten weitergeht.

00:13:56: Auch da gibt es ja weiterhin

00:13:57: natürlich Spannungen,

00:13:58: auch wenn man vielleicht gerade nicht so aktiv aufeinander losgeht,

00:14:02: wie wir das in der Vergangenheit gesehen haben.

00:14:04: Aber im Sudan haben wir nach wie vor Vertreibungen.

00:14:08: Dort ist das Thema Taiwan angesprochen.

00:14:10: Also es gibt genug Themen, die hier für Aufmerksamkeit sorgen.

00:14:14: Und noch mal, die Europäer müssen, glaube ich, neben Wirtschaft auch

00:14:18: politisch und wahrscheinlich auch was die Abschreckung angeht,

00:14:22: stärker werden, um wirklich eine Rolle in dieser Welt spielen zu wollen,

00:14:26: sonst werden sie weder von Gegnern noch von Alliierten ernstgenommen.

00:14:32: Und zu dieser ganzen Gemengelage passt natürlich der sichere Hafen

00:14:35: Gold, auch das ein Top-Thema im vergangenen Jahr, eine Mega-Rallye.

00:14:39: Geht das weiter?

00:14:41: Man hat zumindest gesehen, dass mit der amerikanischen Aktion

00:14:45: in Venezuela der Goldpreis direkt wieder angesprungen ist,

00:14:48: also er gilt nach wie vor als sicherer Hafen,

00:14:51: auch auf diesem Niveau.

00:14:53: Und darüber hinaus werden natürlich die Notenbanken weiter kaufen,

00:14:57: vor allen Dingen diejenigen, die sich eher dem chinesischen Block,

00:15:01: in Anführungsstrichen, zuordnen und eben sich nicht

00:15:04: nur auf Euro, Dollar oder sonstige westliche Währungen verlassen wollen.

00:15:08: Und deswegen glaube ich, dass wir den größten Anstieg

00:15:12: des Goldpreises gesehen haben,

00:15:14: aber dass es möglicherweise noch weiter nach oben gehen kann.

00:15:18: Neben Gold ist ja auch Silber super gelaufen,

00:15:20: Minen, Aktien auch.

00:15:21: Ich glaube, das wäre ein Thema, was wir uns

00:15:22: in der kommenden Woche noch mal vornehmen könnten.

00:15:25: Noch kurz zum Abschluss: Wenn man auf die ganzen Themen schaut,

00:15:29: wird das Jahr 2026, also ein Jahr der Stock-Picker,

00:15:33: weil vielleicht auch die sprichwörtlichen, tiefhängenden

00:15:35: Früchte bei den Mega- Themen unserer Zeit schon geerntet sind?

00:15:38: Zumindest an der Börse.

00:15:40: Ja, ich glaube schon, dass es darauf ankommen wird,

00:15:43: welche Aktien man hat,

00:15:44: allerdings ist es natürlich unglaublich schwer,

00:15:47: das, sozusagen ex ante, bestimmen zu können.

00:15:51: Insofern würde ich doch etwas diversifizierter an die Sache rangehen.

00:15:55: Ich würde mich eher auf Themen oder Sektoren konzentrieren,

00:15:59: als jetzt hier einzelne Aktien picken.

00:16:02: Da weiß man nie, was alles passiert, welche unternehmerischen,

00:16:05: aber auch welche politischen Entscheidungen getroffen werden

00:16:08: und insofern bin ich ein bisschen zurückhaltend, was Stock-Picking angeht,

00:16:13: wenngleich ich zugeben muss, ja, wenn man das wüsste und all die richtigen

00:16:16: picken würde, dann würde man sicherlich eine bessere Performance erzielen können.

00:16:20: Aber um den Kreis noch mal zu schließen, das hat ja selbst Warren

00:16:23: Buffett in seiner legendären Karriere nicht geschafft.

00:16:26: Vielen Dank für diese PERSPEKTIVEN To Go!

00:16:28: Aber sehr gerne, Jessica.

00:16:33:

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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von und mit Deutsche Bank

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