00:00:01: Deutsche Bank präsentiert PERSPEKTIVEN To Go
00:00:05: Ihr Audio-Podcast rund um das Thema Börse.
00:00:11: Aktien sind ein wichtiger und renditestarker Baustein
00:00:14: für den langfristigen Vermögensaufbau und damit auch für die Altersvorsorge.
00:00:18: Anleger sollten allerdings ein paar Fehler vermeiden.
00:00:21: Welche das sind?
00:00:22: Darüber spreche ich jetzt mit Uli Stephan von der Deutschen Bank.
00:00:25: Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge
00:00:29: der PERSPEKTIVEN To Go.
00:00:31: Uli, wenn ich am Aktienmarkt investiere, welche Renditen
00:00:34: kann ich denn überhaupt mit einem breit gestreuten Aktiendepot erzielen?
00:00:38: Ja, man sollte immer, Jessica, vom risikolosen Zins ausgehen.
00:00:42: Das ist in Europa und damit auch in Deutschland
00:00:45: wahrscheinlich der EZB-Satz, 2 %.
00:00:48: Manche nehmen auch Bundesanleihen.
00:00:50: Da ist man dann um die 2,6 - 2,7 % im Moment bei zehn Jahren,
00:00:55: also das ist sozusagen das, was man sicher bekommt.
00:00:59: Und für jeden Basispunkt mehr muss man in irgendeiner Form ein Risiko eingehen.
00:01:03: Also insofern sollte man vom risikolosen Zinssatz ausgehen
00:01:06: und wenn man damit nicht zufrieden ist, ein Risiko eingehen.
00:01:09: Das kann man dann
00:01:10: vor allen Dingen über Aktien machen, aber auch über andere Anlageklassen.
00:01:13: Und dann muss man sich überlegen, welche Sektoren, welche Regionen,
00:01:17: welche einzelnen Unternehmen man kaufen möchte.
00:01:20: Aber man sollte eben nicht von vornherein eine Rendite anstreben,
00:01:24: weil sich die aus den eingegangenen Risiken ergibt.
00:01:27: Also insgesamt sollte man investieren, diversifizieren
00:01:31: und sich überlegen, wie man sein Risiko einteilen möchte.
00:01:35: Also ich habe mal gelernt und man sieht es ja auch in der Statistik,
00:01:38: wenn man breit gestreut langfristig am Aktienmarkt unterwegs ist,
00:01:41: kann man schon so von 6 - 8 % im Schnitt pro Jahr ausgehen.
00:01:45: Würdest du das unterschreiben?
00:01:46: Sehr langfristig natürlich.
00:01:48: Das finde ich für ein gemischtes Portfolio schon relativ ehrgeizig.
00:01:51: Ich meinte am Aktienmarkt.
00:01:53: Okay, am Aktienmarkt würde ich das akzeptieren,
00:01:55: da ist das so. Das zeigt zumindest auch die Historie.
00:01:59: Der S&P 500 oder auch der Dow Jones,
00:02:01: da gibt es eine sehr, sehr lange Historie.
00:02:02: Beim DAX ist sie noch nicht ganz so lange, aber zeigt ähnliche Ergebnisse.
00:02:07: Also insofern
00:02:07: ja, kann man langfristig vom Aktienmarkt von solchen Ergebnissen ausgehen.
00:02:13: Natürlich nicht
00:02:13: für jedes einzelne Jahr, auch nicht für kurze Zeiträume,
00:02:16: aber langfristig ist das so.
00:02:18: Viele schaffen das aber gar nicht, diese Renditen einzufahren.
00:02:22: Was sind denn die entscheidenden Fehler, die da gemacht werden?
00:02:24: Welcher ist der größte, wenn du mal einen rauspicken müsstest?
00:02:28: Ich glaube, der größte Fehler, Jessica, ist, dass man sich keine Strategie überlegt
00:02:32: hat, die man eingehen will. Also sein Risikoprofil nicht sauber definiert hat
00:02:37: und dann immer wieder bullish wird, wenn der Markt nach oben geht;
00:02:41: bearish wird,
00:02:41: wenn der Markt gerade mal nach unten geht, also viel zu viel tradet und hin und her
00:02:46: springt, anstatt mal bei seiner Strategie zu bleiben
00:02:49: und sie durchzuhalten und sich, wie gesagt, sehr viel genauer zu überlegen,
00:02:54: wenn Dinge am Kapitalmarkt passieren, wenn Volatilitäten aufkommen oder
00:02:57: Diskussionen. Ist das wirklich etwas, was mich dazu zwingt,
00:03:02: mein Portfolio zu ändern?
00:03:03: Oder ist es eine Sache, die man gut aussitzen kann
00:03:07: und die morgen wieder weg ist?
00:03:09: Ein Satz noch dazu Jessica.
00:03:11: Dabei muss man allerdings auch gucken, dass man die Verluste
00:03:14: sich nicht schönredet und zu lange im Portfolio hält,
00:03:18: sondern wenn ein Unternehmen eine Aktie nicht performt,
00:03:21: wenn es wirklich auch fundamentale Probleme gibt,
00:03:24: dann sollte man in den sauren Apfel beißen und die Konsequenzen ziehen
00:03:28: und es sich nicht schönreden und sagen, ja, irgendwann wird es schon wieder steigen.
00:03:32: Das ist so ein bisschen
00:03:33: Börse für Fortgeschrittene, wenn wir ehrlich sind,
00:03:35: denn viele starten ja wirklich ohne Strategie.
00:03:37: Und die Frage ist, ist das wirklich so verwerflich?
00:03:39: Denn wenn ich jetzt anfange und mache einen Sparplan auf einen weltweiten
00:03:44: Aktienfonds oder auf den MSCI World-ETF oder mache eine erste kleine Einmalanlage.
00:03:49: Man startet ja in der Regel einfach nicht mit so einer ausgefeil-
00:03:52: ten, detaillierten Strategie.
00:03:54: Aber irgendwann braucht man sie dann eben doch, oder? Wann ist dieser Punkt?
00:03:57: Weil irgendwann steht man ja sonst vor einem wilden Sammelsurium im Depot.
00:04:01: Ja, ich würde sagen, auch ein MSCI World ist ja schon eine Strategie.
00:04:05: Also in irgendeiner
00:04:05: Form muss ich mir ja überlegt haben, wie viel Risiko ich bereit bin einzugehen,
00:04:09: was ich finanziell kann, was mich aber auch nachts noch ruhig schlafen lässt.
00:04:13: Also Risikotoleranz, aber auch Risikotragfähigkeit.
00:04:17: Und da kann eben ein MSCI World ein gutes Investment sein,
00:04:20: wenn man breit diversifiziert in den Markt gehen möchte.
00:04:24: Wenn man dann etwas spitzer geht und sagt, ja, ich möchte aber besondere Trends,
00:04:28: besondere Sektoren, Regionen oder sogar Unternehmen bevorzugen,
00:04:33: weil ich da eine höhere Renditeerwartung habe, dann spätestens
00:04:36: muss man sich wirklich überlegen, wie man strategisch damit umgehen möchte,
00:04:41: ob man Stopp-Losse setzt und sagt, also, wenn es nicht aufgeht,
00:04:44: meine Idee, dann will ich hier auch die Konsequenzen ziehen.
00:04:47: Aber wie gesagt, man sollte diese Strategie da
00:04:50: nicht jede Woche auf die Probe stellen, sondern sich überlegen,
00:04:53: ob man das beispielsweise jährlich macht und anpasst.
00:04:56: Und je breiter man diversifiziert ist,
00:04:59: desto unabhängiger ist man dann sicherlich auch von den einzelnen Marktbewegungen.
00:05:03: Wenn man das nicht ist und größere Wetten eingeht,
00:05:06: dann muss man wahrscheinlich etwas aktiver an den Märkten sein und auch näher dran.
00:05:11: Jetzt hast du die Diversifizierung gerade angesprochen, börsendeutsch für Risikostreuung.
00:05:15: Und diese Risikostreuung gilt ja als eine der Grundregeln des erfolgreichen
00:05:19: Investierens. Kann man es mit der Risiko- streuung eigentlich auch übertreiben?
00:05:24: Ja, wahrscheinlich kann man das,
00:05:25: wenn man so breit diversifiziert ist,
00:05:27: dann hat man am Ende eben den Markt.
00:05:30: Und der Markt ist natürlich irgendwie der Durchschnitt. Und alle haben den Ehrgeiz,
00:05:33: etwas besser zu sein als der Durchschnitt.
00:05:35: Deswegen geht man dann auf der einen oder anderen Seite eine gewisse
00:05:39: Wette ein, wenn man das so sagt, oder ein gewisses Risiko ein,
00:05:42: aus dem man eine höhere Rendite als die Marktrendite erwartet.
00:05:46: Das ist ein Risiko,
00:05:48: aber wenn man das geschickt macht, kann es eben gelingen.
00:05:51: Wir wissen aber auch, Jessica, aus vielen Untersuchungen von Fondsmanagern etc.,
00:05:56: dass es in der Regel nicht systematisch geht,
00:05:59: den Markt über lange Zeit zu schlagen.
00:06:01: Und insofern ist es gar keine so schlechte Idee, sich mal grundsätzlich
00:06:06: am Markt zu orientieren.
00:06:07: Und man muss auch nicht permanent dann irgendwelche Risiken eingehen.
00:06:11: Aber wenn man sieht, da sind Trends,
00:06:13: da ist irgendwo ein Momentum in einem Sektor, in einer Region,
00:06:17: dann lohnt es sich wahrscheinlich mal
00:06:19: solche Risiken einzugehen, um eine höhere Rendite erzielen zu können.
00:06:23: Ich habe auch immer so ein bisschen das Gefühl, wenn es um Risikostreuung geht
00:06:26: und man keine wirklich klar definierte Strategie hat, dass man dann
00:06:30: eben Gefahr läuft, dass man wirklich so ein wildes Sammelsurium im Depot anhäuft.
00:06:35: Ich hoffe, es hört jetzt keiner zu,
00:06:37: ich bin da in so einer Börsen- WhatsApp-Gruppe und wenn dann
00:06:40: die größten Positionen regelmäßig genannt werden,
00:06:44: dann sehe ich, dass da ein MSCI World und ein S&P 500 und NASDAQ
00:06:49: 100 als ETFs drin sind und frage mich, wie viel Tech und USA kann man denn haben
00:06:54: wollen? Also dieses wilde Sammelsurium,
00:06:56: man glaubt, man hat extrem gut gestreut, aber am Ende sind es dann Klumpen
00:07:01: oder, der andere Fall, man hat komplett den Überblick irgendwann verloren.
00:07:05: Ja, das ist tatsächlich richtig, Jessica, dass manche, ja, Investoren glauben
00:07:10: zu diversifizieren, indem sie dann NASDAQ und den S&P 500 nehmen.
00:07:15: Natürlich ist das auch eine gewisse Diversifikation.
00:07:18: Es sind ja viele Einzelwerte,
00:07:19: das ist ja definitiv so. Aber da der S&P 500 mittlerweile so stark
00:07:24: von den Technologiewerten dominiert wird, weil die eben
00:07:28: in den letzten Jahren so stark im Kurs gestiegen sind
00:07:31: und die Marktkapitalisierung damit zugenommen
00:07:33: hat, ist die Diversifizierung sicherlich eingeschränkt.
00:07:36: Also das wäre ähnlich, beispielsweise amerikanische Technologie zu kaufen
00:07:41: und asiatische Technologie,
00:07:42: dann bin ich eben auch nur beschränkt diversifiziert.
00:07:46: Also man sollte schon gucken,
00:07:47: auch sich mit den Indizes ein Stück weit beschäftigen.
00:07:51: Was ist da drin, was sind die Schwerpunkte,
00:07:53: was sind die größten Sektoren,
00:07:54: möglicherweise auch Unternehmen? Und dann gucken eben,
00:07:58: bin ich wirklich diversifiziert oder sieht es nur so aus, als wäre ich es?
00:08:02: Das gleiche gilt ja auch für aktiv gemanagte Fonds.
00:08:04: Auch da sollte man genauer hinschauen,
00:08:06: auch wenn es nicht ganz so einfach ist, die Daten zu bekommen,
00:08:08: aber man kriegt sie.
00:08:09: Du empfiehlst, wie viele Experten, langfristig zu investieren.
00:08:12: Erste Frage: Wie viele Jahre sind das für dich?
00:08:15: Und zweitens, heißt das im Umkehrschluss, dass es ein Fehler ist,
00:08:19: nur für wenige Monate/Jahre zu investieren?
00:08:23: Das kommt immer ein stückweit
00:08:24: darauf an, Jessica, ob und wofür man das Geld braucht.
00:08:28: Also ich würde auch jemandem, der drei Jahre investiert
00:08:32: und sagt, ich mach das, weil ich Spaß daran habe
00:08:35: und ich muss das Geld nicht unbedingt haben,
00:08:37: der kann sicherlich sich auch dem Aktienmarkt nähern.
00:08:40: Wenn mir einer sagt, in drei Jahren brauche ich aber das Geld ganz sicher,
00:08:44: weil ich ein Haus abzubezahlen habe oder sonstige Dinge tun muss,
00:08:48: da wäre ich dann schon etwas zurückhaltender.
00:08:51: Also die Statistik zeigt eben, dass ein langer Zeitraum jenseits
00:08:55: der zehn Jahre liegt
00:08:57: und insofern würde ich bei kürzeren Zeiträumen
00:09:01: dann, wenn man einen konkreten Bedarf hat
00:09:04: für das Geld, würde ich zurückhaltender sein
00:09:07: bei Aktien,
00:09:08: Investition, weil eben die Schwankungen immer mal wieder stattfinden,
00:09:12: weil sie ja auch durchaus erheblich sein können
00:09:15: in kurzer Zeit, wie wir das in der Vergangenheit schon gesehen haben.
00:09:18: Und die Erholung kann ja auch extrem lange dauern,
00:09:20: auch das haben wir ja erlebt. Auch das haben wir erlebt
00:09:22: und insofern,
00:09:23: wie gesagt, kommt es wirklich darauf an, was ist der Planungszeitraum,
00:09:28: was ist das Vorhaben, was man mit diesem Geld abdecken möchte?
00:09:32: Also langfristig heißt zehn Jahre plus, würde ich auch so unterschreiben.
00:09:37: Aber heißt langfristig zu investieren,
00:09:39: dann auch einmal anzulegen und dann stur investiert zu bleiben?
00:09:43: Ich ahne deine Antwort schon.
00:09:46: Nein, das würde ich nicht so sehen,
00:09:47: also man sollte schon regelmäßig überprüfen.
00:09:49: Aber, wie gesagt, man sollte das eher machen anhand
00:09:52: seiner Risikopräferenzen und seiner Strategie und nicht aus dem Markt heraus.
00:09:58: Aus dem Markt heraus
00:09:59: ergibt sich da sozusagen, wo ich taktisch mal damit umgehe,
00:10:02: aber ich würde annehmen, nicht das Risikoprofil.
00:10:05: Ich glaube, das ist ein großer Fehler,
00:10:07: Jessica, den viele Menschen machen, dass sie ihr Risikoprofil zu sehr
00:10:11: aus der aktuellen Marktsituation heraus definieren.
00:10:14: Wenn es rauf geht, ist eben alles gut und man ist euphorisch und so weiter
00:10:17: und wenn es runter geht, das Gegenteil.
00:10:19: Und wir wissen ja von vielen erfolgreichen Investoren,
00:10:23: Stichwort Warren Buffett, dass es eigentlich genau umgekehrt ist.
00:10:26: Wenn alles raufgeht, muss man ein bisschen vorsichtiger sein,
00:10:28: wenn alles runtergeht, muss man sicherlich sehr gezielt
00:10:31: gucken, was fundamental unterstützt ist und diese Werte dann kaufen.
00:10:35: Also eine Strategie, will ich damit sagen, ergibt sich weniger aus
00:10:40: der aktuellen Marktsituation als vielmehr der Frage, wie ist mein Nervenkostüm?
00:10:46: Kann ich das aushalten? Lässt mich das ruhig schlafen?
00:10:49: Kann ich es finanziell mir erlauben, weil ich kein besonderes
00:10:53: Vorhaben mit dem Geld, zumindest auf kurze Frist, habe?
00:10:56: Und daraus ergibt sich dann die Strategie.
00:10:59: Und wie gesagt, die ändert sich eben auch nicht jede Woche.
00:11:03: Total spannend.
00:11:04: Wir haben vorhin ja auch mal kurz die Klumpenrisiken, die man haben kann,
00:11:08: zum Beispiel bei Tech-Aktien in den USA, angesprochen.
00:11:11: Das sollte man ja verhindern, dass man zu große Klumpen hat.
00:11:14: Aber heißt das dann auch, wenn ich langfristig investiere,
00:11:17: dass ich die Finger von Trend-Themen wie Digitalisierung oder KI lassen sollte?
00:11:23: Oder ist es da eine Beimischung?
00:11:24: Und auf die muss ich vielleicht öfter mal draufschauen,
00:11:27: vielleicht auch öfter als nur beim jährlichen Depot-Check.
00:11:30: Ja, das würde ich genauso sehen, 219 00:11:31.920 --> 00:11:34.920 Jessica, also ich würde sie schon mit beachten.
00:11:35: Momentum ist ein relativ starkes Element am Kapitalmarkt
00:11:39: und insofern muss man sich natürlich immer die fundamentale Frage stellen.
00:11:43: Aber wenn aus fundamentaler
00:11:45: Sicht nichts gegen Momentum spricht, dann kann man das schon investieren.
00:11:48: Wie viel man das dann macht,
00:11:50: das hängt wiederum vom Risikoprofil ab und natürlich auch vom Anlagehorizont.
00:11:54: Wer viel Zeit mitbringt und sehr risikoaffin ist,
00:11:58: der kann einen größeren Anteil dann solcher Trends im Portfolio umsetzen
00:12:02: und wer eher risikoscheu ist, der sollte dann einen kleineren Anteil
00:12:07: davon nehmen.
00:12:08: Aber grundsätzlich kann man natürlich Trends investieren
00:12:11: und muss dann eben regelmäßig überprüfen, ob dieser Trend noch hält,
00:12:15: ob er noch sinnvoll ist und ob man weiter investiert sein möchte.
00:12:18: Ein wichtiger Aspekt sind ja immer auch die Kosten.
00:12:21: Auch da kann man natürlich Fehler machen.
00:12:23: Wie wichtig ist dieser Aspekt heute noch?
00:12:25: Weil Handelskosten sind ja deutlich gesunken in den vergangenen Jahren.
00:12:28: Soll ich genauer hinschauen? Depotgebühren oder Gebühren,
00:12:33: die Kosten des Produkts, also des Fonds oder ETFs. Ist es sehr wichtig
00:12:36: als langfristiger Investor, dass man auch da das Maximum rausholt?
00:12:40: Oder in dem Fall natürlich das Minimum, weil man ja wenig zahlen möchte.
00:12:43: Ja, natürlich sind Kosten wichtig, das will ich gar nicht in Abrede stellen.
00:12:47: Aber es ist eben, wie so oft im Leben, auch die Frage dann der Qualität, die man kauft.
00:12:51: Und es gibt eben doch einige Fondsmanager, die besser sind als andere.
00:12:56: Und insofern würde ich nicht nur auf die Kosten, sondern ich würde
00:13:00: auch auf die Qualität des Fondsmanagers oder der Fondsmanagerin gucken.
00:13:05: Wenn die einen guten track record haben,
00:13:08: dann sind eben die Kosten auch oftmals in Ordnung,
00:13:12: weil man eben über ein solches Engagement dann nicht nur die Kosten,
00:13:16: sondern darüber hinaus
00:13:17: auch noch einen Ertrag erzielen kann oder zumindest erwarten darf.
00:13:21: Und deswegen ist Kosten ein wichtiges Thema,
00:13:24: aber man sollte dabei, wie gesagt, auch auf die Qualität dessen gucken,
00:13:27: was man kauft.
00:13:29: Letzte Frage, Hand aufs Herz, was war der größte Fehler,
00:13:32: den du bei der Geldanlage jemals gemacht hast?
00:13:35: Also meinen kann ich dir verraten.
00:13:36: Ich habe als Zockerin am Neuen Markt angefangen,
00:13:38: ich habe alles falsch gemacht, worüber wir heute geredet haben,
00:13:40: ich habe jeden dieser Fehler gemacht.
00:13:42: Was war dein größter?
00:13:43: Ja, ich habe auch
00:13:44: in jungen Jahren habe ich eine Aktie investiert,
00:13:47: die ist dann sehr gut gelaufen.
00:13:48: Ich habe mir eingebildet, das hört nie mehr wieder auf.
00:13:51: Und dann ist sie sehr stark im Kurs verfallen.
00:13:54: Und dann habe ich mir eingeredet, dass sie also ganz sicher auch wiederkommen wird.
00:13:58: Und beides war falsch.
00:13:59: Also man muss nicht, wenn man anlegt, den letzten Euro
00:14:03: oben noch mitnehmen, man muss da auch gönnen können.
00:14:06: Und wie gesagt, auf der anderen Seite sollte man sich Verluste
00:14:09: auch nicht schönreden, sondern wenn man erkennt, dass es schwierig wird
00:14:13: oder eben auch andere Investment, relativ gesehen, besser sind,
00:14:17: dann muss man verkaufen und sich davon trennen.
00:14:20: Es ist immer schwer, eigene Fehler einzugestehen, aber wie gesagt,
00:14:23: zu einer disziplinierten Geldanlage gehört das einfach mit dazu.
00:14:27: Das ist ja auch wirklich gemein, wenn man so eine Verlustaktie verkauft
00:14:30: und den Verlust das eigene, fast schon Versagen, dann in Beton gießt.
00:14:35: Aber so ist es, das gehört auch dazu.
00:14:37: Ich danke dir für diese sehr launigen PERSPEKTIVEN To Go.
00:14:41: Sehr gerne, Jessica.
00:14:45: