PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

Transkript

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01:00:00: Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren.

01:00:11: KI ist immer noch das

01:00:13: Megathema an den Märkten.

01:00:14: US-Präsident Donald Trump hat einen neuen

01:00:16: Fed-Chef nominiert und die

01:00:17: Aktien- und Rohstoffkurse

01:00:19: fahren Achterbahn.

01:00:20: Die Nervosität an den

01:00:21: Finanzmärkten ist groß,

01:00:23: die Schwankungen sind es auch.

01:00:25: Über die aktuelle Lage und über Chancen

01:00:27: und Risiken spreche

01:00:28: ich mit Uli Stephan von

01:00:29: der Deutschen Bank.

01:00:30: Mein Name ist Jessica Schwarzer und

01:00:31: damit herzlich willkommen zu einer neuen

01:00:33: Folge der PERSPEKTIVEN To Go.

01:00:36: Uli, in den vergangenen

01:00:37: Tagen war ganz schön was los.

01:00:39: An den Märkten ging

01:00:40: ziemlich turbulent zu.

01:00:42: Was war der Auslöser oder gab es mehrere?

01:00:44: Jessica, wie immer gab es natürlich

01:00:46: mehrere Auslöser, die hier

01:00:48: für Stimmung und vor allen

01:00:50: Dingen Diskussionen an

01:00:51: den Börsen gesorgt haben.

01:00:53: Wir haben in Amerika nach wie vor

01:00:55: politische Diskussionen.

01:00:57: Hier ging es ja auch um den Haushalt für

01:00:59: das laufende Jahr, der

01:01:00: nun mit Einschränkungen

01:01:02: bis September verabschiedet worden ist.

01:01:07: Wir haben in Deutschland ein besser als

01:01:09: erwartetes

01:01:10: Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal

01:01:13: gesehen, was dann über den statistischen

01:01:15: Überhang wieder

01:01:16: positiv auf das Jahr 2026,

01:01:18: also das laufende Jahr ausstrahlt.

01:01:21: Hier haben wir die Hoffnung, dass es

01:01:23: tatsächlich etwas besser laufen kann.

01:01:25: Wir haben in China

01:01:26: relativ solide Daten gesehen.

01:01:29: Wir haben gesehen, dass sich die

01:01:30: Rohstoffe sehr intensiv bewegt haben.

01:01:34: Das war natürlich auch mal an der Zeit

01:01:36: hier ein bisschen Luft

01:01:36: rauszulassen, wenn man ganz

01:01:38: ehrlich ist.

01:01:39: Und wir haben vor allen Dingen, Jessica,

01:01:41: eine Diskussion weiterhin um die

01:01:43: künstliche Intelligenz.

01:01:44: Wer werden die Profiteure?

01:01:45: Wer werden die Verlierer sein?

01:01:48: Wir sehen hier für das Jahr schon mal

01:01:50: eine große

01:01:50: Differenzierung zwischen Hardware und

01:01:53: Software, wobei vor allen Dingen die

01:01:56: Software hier an der

01:01:57: Börse abgestraft wird.

01:01:59: Zum Teil waren die Berichte nicht so, wie

01:02:02: sich die Analysten das

01:02:03: vorgenommen haben, aber

01:02:05: viel wichtiger ist.

01:02:06: Es gibt wohl da auch weitere

01:02:08: Entwicklungen von einzelnen

01:02:10: Unternehmen, die die gesamte

01:02:12: Software-Informationsbranche an den

01:02:16: Pranger stellen hätte ich

01:02:17: fast gesagt, aber zumindest ein

01:02:18: gewisses Fragezeichen

01:02:19: dahinter aufkommen lassen.

01:02:21: Wie gesagt, wer denn die Gewinner und

01:02:23: Verlierer dann in 2026 sein werden?

01:02:26: Jede Menge Themen.

01:02:27: Lass uns vielleicht wirklich mit der

01:02:28: Berichtssaison anfangen.

01:02:30: Die läuft ja wirklich auf Hochtouren und

01:02:33: haben, glaube ich,

01:02:35: mittlerweile rund die Hälfte

01:02:37: der Unternehmen oder zumindest die Hälfte

01:02:38: der

01:02:38: Marktkapitalisierung des S&P 500 Zahlen

01:02:41: vorgelegt.

01:02:43: Und da hat sich ein starkes Bild gezeigt,

01:02:45: waren das denn dann auch

01:02:46: die Softwareunternehmen

01:02:48: oder haben die enttäuscht und es sind

01:02:50: ganz andere Branchen, die

01:02:52: jetzt richtig gut performen?

01:02:53: Ja, da muss man ein bisschen

01:02:54: unterschiedlich in die

01:02:55: einzelnen Regionen hinein gucken.

01:02:57: Ich fange mal an mit den Vereinigten

01:02:58: Staaten von Amerika.

01:03:00: Also die Leitbörse.

01:03:01: Hier sind die Gewinne doch deutlich

01:03:03: stärker gestiegen, als man das erwartet.

01:03:07: Hatte noch zum Beginn der Berichtssaison.

01:03:11: Wir liegen im Moment

01:03:12: bei 11 Prozent im Plus.

01:03:14: Stark getrieben durch die Technologie mit

01:03:16: 30 Prozent plus bei den

01:03:18: Gewinnen, Communication

01:03:20: Services.

01:03:21: Dahinter verbergen sich ja viele

01:03:22: Unternehmen, die wir als Technologie

01:03:25: begreifen würden, also

01:03:26: Streaming, Internet und

01:03:27: so weiter und so fort.

01:03:29: Es sind auch mit über 11 Prozent und die

01:03:31: Financials, die hier gut berichtet haben.

01:03:33: Also insgesamt eine wirklich starke

01:03:35: Berichtssaison in den

01:03:37: Vereinigten Staaten.

01:03:38: 6 Prozent über den Erwartungen.

01:03:41: In Europa sieht das Spiel

01:03:42: ein bisschen anders aus.

01:03:43: Hier haben wir eine negative Tendenz.

01:03:46: Die war auch so erwartet worden, deswegen

01:03:48: jetzt nicht erschrecken.

01:03:49: Direkt, wir liegen bei minus 4 Prozent

01:03:53: momentan für die Gewinne,

01:03:55: sind aber auch noch in einem

01:03:57: deutlich, deutlich früheren Stadium.

01:04:00: Also das würde ich auch noch

01:04:00: nicht zu sehr hoch rechnen.

01:04:02: Auch hier haben die Gewinne bisher um 6

01:04:04: Prozent die Erwartungen übertroffen.

01:04:06: Aber wie gesagt, die Erwartungen waren in

01:04:08: Anführungsstrichen noch schlechter.

01:04:09: Wir laufen im Moment

01:04:10: bei minus 4 Prozent aus.

01:04:12: Hier haben vor allen Dingen die

01:04:14: Immobilienkonzerne und die

01:04:16: Versorger die Gewinne gerettet.

01:04:18: Aber das sind eben auch die, die schon in

01:04:20: größerer Zahl bisher berichtet haben.

01:04:23: Auf der Seite der Überraschungen muss man

01:04:26: den zyklischen Konsum nennen.

01:04:28: Überhaupt die Zykliker mit besseren

01:04:30: ISM-Daten in den Vereinigten Staaten,

01:04:33: auch die Stimmungsindikatoren

01:04:35: in Deutschland, in Europa.

01:04:37: Ganz, ganz gut.

01:04:38: Und insofern ist das sicherlich ein

01:04:40: Katalysator für die zyklischen

01:04:42: Unternehmen, wenn die

01:04:43: Stimmung insgesamt in der

01:04:45: Wirtschaft wieder besser wird.

01:04:47: In deinen PERSPEKTIVEN am Morgen habe ich

01:04:49: gelesen, dass die

01:04:49: Marktteilnehmer insgesamt

01:04:51: sehr stark auf die Ausblicke der

01:04:53: Unternehmen reagiert haben

01:04:56: und dass die sich sehr viel

01:04:57: robuster gezeigt haben als historisch

01:05:00: üblich zu Jahresbeginn.

01:05:02: Das war jetzt für die USA deine Aussage.

01:05:04: Ist das in Europa auch so?

01:05:06: Und vor allem woran liegt es?

01:05:07: Ja, wie gesagt, in Europa sind wir noch

01:05:09: in einem ganz frühen Zeitraum.

01:05:11: Normalerweise äußern sich die Unternehmen

01:05:14: noch nicht so deutlich,

01:05:15: wenn sie am Jahresanfang

01:05:17: ja eigentlich noch über das vergangene

01:05:19: Jahr insgesamt sprechen.

01:05:20: Wir reden ja über die

01:05:21: Gewinne im vierten Quartal 2025.

01:05:26: Aber es wird natürlich immer ein Ausblick

01:05:28: mit erwartet, den die

01:05:30: Unternehmen dann geben.

01:05:32: Und da waren sie

01:05:32: tatsächlich ganz zuversichtlich.

01:05:35: Das liegt, würde ich

01:05:36: sagen, an den Fiskalprogrammen.

01:05:38: OBBBA, also The One Big Beautiful Bill Act,

01:05:42: in den Vereinigten Staaten

01:05:43: und auch die Fiskalprogramme

01:05:45: in Europa dürften ihre Wirkung jetzt in

01:05:49: diesem Jahr entfalten.

01:05:51: Und das wirkt dann natürlich auch positiv

01:05:54: auf die Unternehmen und gibt

01:05:55: entsprechende Investitionsanreize.

01:05:57: Für einige Ausschläge, vor allem auch an

01:05:59: den Rohstoffmärkten, hat ja die

01:06:01: Nominierung des neuen Fed-Chefs gesorgt.

01:06:05: Warum waren das so

01:06:06: extreme Marktreaktionen?

01:06:07: Ja eigentlich war Kevin Warsh ja bekannt

01:06:09: gegeben worden als einer der Kandidaten.

01:06:12: Von daher konnte der Markt

01:06:13: nicht so sehr überrascht sein.

01:06:15: War es aber dann am Ende doch, weil Kevin

01:06:17: Warsh eben jemand ist,

01:06:19: der nicht so ganz vielleicht

01:06:21: in das Profil des amerikanischen

01:06:24: Präsidenten Donald Trump gepasst hat.

01:06:27: Denn er ist doch eher ein

01:06:29: klassischer Notenbänker.

01:06:30: Er war schon Mitglied im Gouverneursrat

01:06:35: der amerikanischen

01:06:36: Notenbank um die 2010er Jahre herum.

01:06:41: Er gilt als jemand, der durchaus die

01:06:44: Inflation bekämpfen will.

01:06:45: Also keiner, der ganz

01:06:47: taubenhaft daherkommt.

01:06:49: Er hat in den letzten Äußerungen ein

01:06:52: bisschen umgeschwenkt, indem er gesagt

01:06:54: hat, naja, man könnte die

01:06:55: Leitzinsen schon senken.

01:06:57: Dann müsste man aber die Bilanz der Fed

01:07:00: stärker zurückbauen.

01:07:02: Also lange Rede, kurzer Sinn.

01:07:04: Er gilt doch als eher ein klassischer

01:07:06: Notenbänker, der die Notenbank auch

01:07:08: wieder auf die Geldpolitik vor allen

01:07:11: Dingen zurückführen möchte.

01:07:14: Und deswegen werden wir gespannt sein, ob

01:07:16: er denn den Wünschen des Weißen Hauses,

01:07:19: des Präsidenten, des

01:07:21: Beraterstabes entsprechen wird

01:07:23: und die Zinsen eben so schnell, so stark

01:07:26: zurücknehmen wird wie das anderen, die ja

01:07:29: auch in der Diskussion

01:07:30: waren, Stichwort Stephen Miran.

01:07:33: Da sieht man es ja an den Dot Plots,

01:07:34: wie stark er dafür Zinssenkungen plädiert

01:07:37: hat, ob er diesen

01:07:39: Wünschen entsprechen wird.

01:07:40: Wenn er die Bilanzsumme reduzieren will,

01:07:44: was heißt das denn dann für die

01:07:46: Rentenmärkte und

01:07:47: vielleicht auch für den Dollar?

01:07:48: Ja, in den Krisen, sowohl der großen

01:07:50: Finanzkrise als auch der Corona-Krise

01:07:54: haben ja die Notenbanken,

01:07:55: das gilt nicht nur für die Fed,

01:07:57: sondern auch für andere, beispielsweise

01:07:58: die Europäische Zentralbank, in großem

01:08:00: Rahmen Anleihen aufgekauft,

01:08:03: um nicht nur das ganz kurze Ende, was man

01:08:06: ja typischerweise über die

01:08:07: Geldpolitik bestimmen kann,

01:08:09: sondern auch das lange Ende, also die

01:08:12: 15-jährigen bis zu

01:08:14: 30-jährigen Anleihen zu beeinflussen,

01:08:18: indem man eben diese Anleihen kauft und

01:08:20: über die Käufe die Kurse nach oben zieht

01:08:23: und die Zinsen damit nach unten drückt.

01:08:26: Damit haben die Notenbanken hohe Bestände

01:08:28: mit Anleihen in ihren Bilanzen und würde

01:08:31: man die wieder abbauen,

01:08:32: also nicht nur, wie das im Moment üblich

01:08:35: ist, auslaufen lassen,

01:08:37: sondern aktiv verkaufen könnte,

01:08:39: das eben zu entsprechenden Spuren auch am

01:08:41: langen Ende dann führen.

01:08:43: Ich will das jetzt nicht sagen, dass das

01:08:44: ad-hoc und im großen Rahmen hier passiert,

01:08:47: also will hier keine

01:08:48: Panik auslösen oder ähnliches,

01:08:50: aber man muss da sicherlich ein Auge

01:08:52: drauf haben, dass die Notenbanken, die

01:08:55: eben hier versucht haben,

01:08:56: das längere Ende nach unten zu drücken in

01:08:59: den Krisenzeiten damit

01:09:01: nicht nur aufgehört haben,

01:09:02: sondern möglicherweise in Zukunft auch

01:09:05: stärker ihre Bilanzen

01:09:06: wieder abbauen könnten.

01:09:07: Ziemlich zeitgleich mit der Verkündung

01:09:09: von Herrn Warsh sind, du hast das

01:09:13: vorhin schon angesprochen, Gold und Silber,

01:09:16: man kann sagen abgestürzt, das war ja

01:09:18: echt ein heftiger Rückgang beim Silber.

01:09:20: Du hast gerade gesagt, das war vielleicht

01:09:22: auch ein bisschen überfällig, weil die

01:09:23: beide ja extrem gestiegen waren,

01:09:26: vor allen Dingen der Chart vom Silberkurs

01:09:28: sei ja aus wie ein Fahnenmast.

01:09:30: Hatte das was mit der Ernennung von

01:09:32: Warsh zu tun oder war das zufällig der

01:09:34: gleiche Zeitraum und wenn

01:09:35: es zusammen hingen, warum?

01:09:37: Also wahrscheinlich war es schon ein

01:09:38: Auslöser zumindest mit

01:09:40: für diese Entwicklung,

01:09:42: denn wenn also ein Kandidat gewählt wird,

01:09:45: der die Zinsen nicht so

01:09:46: schnell nach unten führt,

01:09:48: dann habe ich eben entsprechende

01:09:49: Opportunitätskosten.

01:09:51: Das heißt, die Zinsseite ist relativ

01:09:53: attraktiver als Gold oder Silber, die ja

01:09:57: weder Dividende noch Zinsen ausschütten.

01:10:00: Und insofern haben wir dann nach dieser

01:10:02: wirklich tollen Entwicklung bei Silber

01:10:05: und bei Gold eine

01:10:06: entsprechende Korrektur gesehen.

01:10:08: Meiner Ansicht nach war es überfällig.

01:10:09: Ich will damit gar nicht sagen, dass wir

01:10:11: bei Gold nicht auf weitere

01:10:13: Höchststände kommen können.

01:10:15: Wir haben ja immer gesagt, es wird zum

01:10:17: Hedging aber auch von

01:10:18: den Notenbanken genutzt.

01:10:19: Das gilt auch weiterhin.

01:10:21: Aber nach einem solchen Anstieg, den wir

01:10:23: ja auch gerade nochmal beschleunigt in

01:10:25: diesem Jahr, also in den ersten vier

01:10:27: Wochen gesehen hatten,

01:10:29: ist es, glaube ich, eine sehr gesunde

01:10:30: Reaktion, wenn mal ein bisschen Luft

01:10:33: rausgelassen wird Gold.

01:10:35: Wenn ich das richtig im Kopf habe,

01:10:36: Jessica von 5.600 so in etwa auf unter

01:10:41: 5.000 wieder runtergegangen.

01:10:42: Mittlerweile sind wir ja

01:10:44: wieder ein bisschen drüber.

01:10:45: Also wir nähern uns wieder der 5.100.

01:10:48: Wie gesagt, deswegen würde ich nicht

01:10:50: sagen, dass man das jetzt panikartig

01:10:51: alles verkaufen muss.

01:10:53: Aber nach einem solchen Anstieg sind,

01:10:55: glaube ich, gewisse Schwankungen und

01:10:57: Reaktionen dann auf Entwicklungen wie die

01:11:01: Zinsseite relativ normal.

01:11:03: Aber der Absturz war ja schon krass.

01:11:05: Bei Dollar über 10 Prozent,

01:11:07: beim Silber ja fast 40 Prozent.

01:11:09: Ich habe dann gelesen, irgendwann am

01:11:11: Wochenende Gold und Silber seien jetzt

01:11:13: der neue Bitcoin, weil da ja die

01:11:15: Schwankungen auch immer so extrem sind.

01:11:17: Das geht aber, glaube ich,

01:11:18: ein bisschen zu weit, oder?

01:11:19: Ja, also Bitcoin und Krypto, also vor

01:11:22: allen Dingen der Bitcoin hat mal wieder

01:11:24: unter Beweis gestellt, dass er eben keine,

01:11:27: kein Safe Haven ist,

01:11:28: dass er eben nicht eine Anlage ist, die

01:11:30: Anleger schützt, diversifiziert, wenn es

01:11:35: an der Börse etwas unruhig wird.

01:11:37: Die Entwicklungen bei Bitcoin laufen doch

01:11:40: sehr stark oder sehr ähnlich wie

01:11:42: Technologieaktien, also

01:11:44: mit großen Schwankungen,

01:11:45: gerade wenn es dort mal wieder

01:11:47: Diskussionen um die

01:11:48: künstliche Intelligenz gibt.

01:11:50: Und deswegen bin ich da nicht so sicher.

01:11:52: Aber die Entwicklung, du hast ja schon

01:11:53: angesprochen, bei Silber war sicherlich

01:11:56: atemberaubend, wenn man

01:11:57: sich überlegt, dass wir,

01:11:59: ich weiß nicht, ich nehme

01:12:00: mal willkürlich ein Datum raus.

01:12:03: Also vor einem Jahr beispielsweise

01:12:04: standen wir noch bei 32 Dollar pro Unze.

01:12:08: Wir sind dann raufgelaufen auf fast 120.

01:12:11: Jetzt steht der Silberpreis immer noch

01:12:13: bei 90, also eine Verdreifachung.

01:12:16: Das ist natürlich immer noch sehr viel.

01:12:19: Ja, wir rechnen damit, dass es eine

01:12:21: zyklische Erholung gibt.

01:12:22: Ja, wir rechnen damit, dass auch die

01:12:23: Solarindustrie weiter ausgebaut wird.

01:12:26: Aber das rechtfertigt sicherlich nicht

01:12:28: einen solchen immensen Preisanstieg.

01:12:31: Da waren auch heftige Spekulationen mit

01:12:34: dabei und wie gesagt ein bisschen Luft

01:12:37: ist jetzt da rausgelassen worden.

01:12:38: Und glaubst du, das ist jetzt vielleicht

01:12:39: eine Chance für alle, die

01:12:40: die Rally verpasst haben,

01:12:41: nochmal jetzt einzusteigen bei Silber

01:12:44: oder bei Gold, vielleicht auch einfach

01:12:45: die Depot-Positionen,

01:12:47: Stichwort sicherer Hafen in unsicheren

01:12:49: Zeiten, noch mal ein bisschen auszubauen?

01:12:50: Oder wärst du da ein bisschen vorsichtig?

01:12:52: Ich wäre ein bisschen vorsichtig.

01:12:54: Wir sind immer noch relativ hoch, wie ich

01:12:56: das ja gerade gesagt habe.

01:12:57: Aber wir sehen eben, dass mit den

01:13:00: Unsicherheiten um künstliche Intelligenz

01:13:03: natürlich auch mit der

01:13:04: ganzen Geopolitik diese Rohstoffe

01:13:06: weiterhin gefragt sind.

01:13:08: Wir sehen ja auch, dass sie nach diesem

01:13:10: kräftigen Sell-off zunächst

01:13:11: mal wieder angestiegen sind.

01:13:14: Also man muss sicherlich ein bisschen

01:13:15: Nerven mitbringen und man muss es vor

01:13:18: allen Dingen als Hedge

01:13:19: sehen. Ich glaube, dass die großen

01:13:20: Gewinnanstiege hier

01:13:22: zunächst mal hinter uns liegen.

01:13:24: Aber wer sich eben absichern möchte,

01:13:27: gerade bei

01:13:28: Technologie-Positionen oder eben dem Bitcoin,

01:13:32: der kann sicherlich auch weiterhin in

01:13:34: Gold und Silber investieren.

01:13:35: Aber wie gesagt, billig sind

01:13:37: wir da ganz sicher nicht mehr.

01:13:38: Wie würdest du es dann machen über ETCs,

01:13:41: wie zum Beispiel Xetra

01:13:43: Gold oder lieber die Münzen

01:13:45: und die Baren, wer ganz viel Geld übrig

01:13:47: hat in den Trasur legen?

01:13:48: Was wäre da deine Variante?

01:13:50: Steuerfrei wäre ja beides im Fall von

01:13:53: Gold. Also es muss ja

01:13:54: physisch unterlegt sein, wenn ich

01:13:55: einen ETC kaufe.

01:13:57: Ja, da bin ich natürlich zu wenig

01:13:59: Produktfachmann, als dass ich da jetzt

01:14:01: dezidiert darauf eingehen

01:14:02: kann oder möchte. Aber das muss dann

01:14:07: jeder Anleger wissen. Ich

01:14:08: glaube, wenn man physisch Gold

01:14:09: und Silber kauft, hat man natürlich

01:14:10: deutlich größere Spreads,

01:14:12: also zwischen An- und Verkauf.

01:14:14: Aber es ist möglicherweise sozusagen von

01:14:17: der Empathie ein anderes

01:14:18: Gefühl, wenn man es physisch

01:14:21: hat und in seinen Tresor legt.

01:14:23: Untersuchungen zeigen auch, dass es die

01:14:25: Menschen dann eher seltener

01:14:27: wieder verkaufen, wenn sie es einmal

01:14:28: physisch erworben haben.

01:14:31: Also wer es wirklich zu Trading

01:14:33: zwecken und kurzfristig kaufen möchte,

01:14:37: für den sind sicherlich dann die

01:14:39: Instrumente an der Börse

01:14:41: geeigneter als die physische Unterlegung

01:14:44: beziehungsweise der

01:14:45: physische Kauf von Münzen und

01:14:47: Barren, die man sich in den Tresor legt.

01:14:49: Wenn ich mal diese ganze Gemengelage

01:14:51: gerade anschaue, nun hast du schon

01:14:53: gesagt, die Berichtssaison

01:14:54: läuft ja noch in den USA, also die Hälfte

01:14:57: der

01:14:57: Marktkapitalisierung des S&P 500 in Europa

01:14:59: sind wir ja noch ganz am Anfang. Wie

01:15:02: stark werden die

01:15:04: Schwankungen in den nächsten Tagen

01:15:05: und Wochen noch erwartest du da noch

01:15:07: heftige Ausreißer in die

01:15:09: eine oder andere Richtung?

01:15:10: Also Jessica, man erlebt dieser Tage

01:15:13: etwas, was wir längere

01:15:14: Zeit nicht gesehen haben. Wir

01:15:16: hatten ja schon über Software und

01:15:18: Hardware gesprochen. Wir erleben aber

01:15:20: auch, dass die Value-Aktien

01:15:23: deutlich besser performen als die

01:15:26: Wachstums-Aktien. Wir haben ja immer

01:15:28: über die Magnificent Seven

01:15:29: geredet, über die Technologie. Also die

01:15:32: sind in diesem Jahr doch

01:15:34: eher schwächer, wohingegen

01:15:36: die Value-Aktien auch zyklische

01:15:38: Aktionen wieder besser laufen. Und das

01:15:40: liegt eben damit daran,

01:15:42: dass diese Fiskalpakete wirken, dass wir

01:15:44: insgesamt eine breitere

01:15:45: Aufstellung in der Wirtschaft

01:15:48: hoffentlich sehen werden, was sich dann

01:15:50: auch in den Gewinnentwicklungen

01:15:52: widerspiegeln sollte.

01:15:54: Und insofern werden wir uns

01:15:57: wahrscheinlich auf weitere Schwankungen,

01:15:59: vor allen Dingen bei Technik

01:16:01: und bei künstlicher Intelligenz

01:16:02: einstellen müssen. Wie

01:16:04: gesagt, das Jahr 2026 könnte das

01:16:06: Jahr sein, in dem sich herausstellt, wer

01:16:09: da die Gewinner und

01:16:09: Verlierer sind. Aber die Anleger

01:16:12: sollten eben berücksichtigen, dass der

01:16:14: Markt da wahrscheinlich

01:16:15: etwas breiter reagieren wird und

01:16:17: sich eben auch für Value-Aktien, für

01:16:19: zyklische Aktien, deren

01:16:21: Gewinne dann auch gerade mit den

01:16:23: Stimmungsindikatoren besser laufen

01:16:25: sollten, darauf einstellen und eben etwas

01:16:28: breiter diversifizieren.

01:16:30: gilt auch für groß versus klein. Also

01:16:32: wahrscheinlich haben gerade in

01:16:34: Deutschland beispielsweise auch

01:16:36: die kleineren Unternehmen im MDAX ganz

01:16:40: gute Chancen, wenn eben

01:16:42: diese Fiskalpakete jetzt

01:16:44: wirksam werden. Und da ging ja die

01:16:45: Erholung auch schon im vergangenen Jahr

01:16:47: los und deine Kollegen

01:16:48: von der DWS haben ja auch jetzt gerade

01:16:51: ein Schad der Woche

01:16:52: veröffentlicht, wo sie auch von der

01:16:54: Comeback der Nebenwerte in den USA

01:16:56: geschrieben haben. Also das kann

01:16:59: vielleicht auch interessant sein,

01:17:00: dass man sich da mal ein bisschen

01:17:01: umschaut und nicht immer nur die ganz

01:17:03: Großen ins Depot packt.

01:17:04: Genau und bei den Kleinen in den USA sind

01:17:06: es dann vor allen Dingen die

01:17:07: Zinsen, die hier sehr positiv

01:17:09: wirken, weil wir möglicherweise jetzt

01:17:13: eine gewisse Zinspause

01:17:14: sehen und gesehen haben. Aber

01:17:17: doch insgesamt ja am Markt erwartet wird,

01:17:19: dass die Fed noch

01:17:21: einen Schritt gehen könnte.

01:17:22: Und niedrigere Zinsen sind dann immer gut

01:17:25: für die kleineren und

01:17:26: mittleren Unternehmen,

01:17:27: weil sie in der Regel mehr am Kreditmarkt

01:17:30: hängen, als dass die

01:17:32: großen Unternehmen tun.

01:17:33: Bleibt auf jeden Fall spannend. Wir

01:17:35: bleiben gerade auch an der Berichtssaison

01:17:36: und bis dahin vielen Dank

01:17:38: für diese PERSPEKTIVEN To Go.

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

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