PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

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01:00:00: Deutsche Bank präsentiert: PERSPEKTIVEN To

01:00:04: Go. Ihr Audio-Podcast rund um das Thema Börse.

01:00:07: Ist es eine Schwäche oder sogar ein

01:00:11: Verfall? Fakt ist: Der

01:00:13: Dollar hat in den vergangenen

01:00:14: Monaten gegenüber dem Euro stark an Wert

01:00:16: verloren. Was das für die US-Wirtschaft,

01:00:19: die globale Wirtschaft, die Finanzmärkte

01:00:21: und Anleger bedeutet,

01:00:22: darüber spreche ich mit

01:00:23: Uli Stephan von der Deutschen Bank. Mein

01:00:25: Name ist Jessica

01:00:26: Schwarzer und damit herzlich willkommen

01:00:27: zu den PERSPEKTIVEN To Go. Uli, Dollar-

01:00:30: Schwäche oder Dollar-

01:00:32: Verfall? Ja, also wir haben ja an

01:00:34: dieser Stelle, Jessica, schon mehrfach auch

01:00:36: über den Dollar berichtet, der

01:00:37: natürlich einen spektakulären

01:00:39: Rückgang erlebt hat im ersten Halbjahr

01:00:42: des vergangenen Jahres.

01:00:44: Ich habe hier gerade mal

01:00:45: Bloomberg aufgemacht - seit dem 01. 07. 2025

01:00:50: hat sich der Dollar genau

01:00:52: überhaupt gar nicht bewegt.

01:00:54: Also er steht wirklich exakt auf dem

01:00:57: gleichen Niveau. Na ja gut, ich nehme es

01:00:59: ein bisschen zurück.

01:01:00: Wir hatten 1,1818 haben wir im Moment und

01:01:03: wir hatten 1,1806 am 01. 07.

01:01:06: Also es ist wirklich keine

01:01:08: dramatische Entwicklung. Es war mit den

01:01:11: Diskussionen um Grönland, um

01:01:15: Zölle und so weiter gab es mal

01:01:17: eine gewisse Bewegung. Das ist natürlich

01:01:20: auch nicht

01:01:20: auszuschließen, dass wir das in der

01:01:22: Vergangenheit – in der Zukunft noch mal sehen

01:01:25: werden. Aber wie gesagt

01:01:27: unterm Strich seit einem guten

01:01:28: halben Jahr sehen wir da Bewegung mit

01:01:31: relativ hohen

01:01:32: Volatilitäten, aber eher seitwärts,

01:01:35: als dass wir da einen Trend ausmachen

01:01:36: können. Und warum lese

01:01:38: ich dann gerade vor einigen

01:01:39: Tagen in einer großen deutschen

01:01:40: Wirtschaftszeitung: "Gerät Trumps

01:01:43: kalkulierter Dollar-Verfall außer

01:01:45: Kontrolle?" oder auf einer Webseite eines

01:01:48: großen Nachrichtenmagazins "Der

01:01:49: Vertrauensverlust des

01:01:50: US-Dollars wird zum globalen Risiko", wenn

01:01:53: doch eigentlich so viel

01:01:54: gar nicht passiert ist in den

01:01:55: letzten Wochen? Ja, es liegt

01:01:57: wahrscheinlich daran, dass vom 16.01.

01:02:00: angerechnet, ich gucke mal gerade

01:02:02: bis in die Spitze, das war dann der

01:02:05: 27. 01., der Dollar von

01:02:07: knapp 116 auf etwas über 120

01:02:12: gelaufen ist. Seitdem ist er aber wieder

01:02:14: etwas fester geworden, wie

01:02:16: gesagt, auf 1,18 ein bisschen.

01:02:18: Insofern war das mal eine Bewegung von 4

01:02:21: Cent, die wir da gesehen

01:02:22: haben im Zuge dieser schon

01:02:24: genannten Diskussion. Das hat sich aber

01:02:26: mittlerweile wieder

01:02:27: relativiert. Da musst du wahrscheinlich

01:02:28: die Journalisten fragen, warum die solche

01:02:31: Schlagzeilen dann produzieren. Es ist ja

01:02:34: auch nicht ganz klar,

01:02:35: also die Äußerungen der amerikanischen

01:02:37: Administration gehen mal in

01:02:39: die eine, mal in die andere

01:02:40: Richtung. Natürlich möchte man einen

01:02:41: etwas schwächeren Dollar

01:02:42: haben, um den Außenhandel und

01:02:45: die Importe entsprechend auch zu bewegen.

01:02:49: Dazu dienen ja auch die

01:02:50: Zölle unter anderem. Auf der

01:02:53: anderen Seite möchte man aber unbedingt

01:02:54: Leitwährung der Welt bleiben und auch in

01:02:57: den Währungsreserven

01:02:59: die entsprechende, sowohl im Handel wie

01:03:01: auch in den Währungsreserven, die

01:03:02: entsprechende Bedeutung

01:03:03: behalten. Das wird nicht beides

01:03:05: funktionieren und insofern, ja,

01:03:08: wie gesagt, geht der Dollar im

01:03:10: Moment seitwärts und ich würde auch

01:03:13: erwarten, dass wir das mit

01:03:14: relativ hohen Schwankungen in den

01:03:17: nächsten Wochen erleben werden. Jetzt

01:03:19: hast du schon ganz viele

01:03:19: Themen, die ich mit dir besprechen

01:03:20: wollte, angeschnitten. Fangen wir erstmal

01:03:23: an mit dem schwachen

01:03:25: Dollar, der eben von US-Präsident

01:03:27: Trump und seiner Regierung gewollt ist,

01:03:29: weil ein billigerer Dollar die

01:03:31: Wettbewerbsfähigkeit der

01:03:32: amerikanischen Industrie steigert. Stimmt

01:03:35: das? Kommt das an bei der

01:03:37: amerikanischen Industrie?

01:03:38: Ich glaube, da sind im Moment die Zölle

01:03:40: sogar noch wichtiger,

01:03:41: denn beides wirkt ja in die

01:03:42: gleiche Richtung. Der schwache Dollar

01:03:44: macht die Importe teurer

01:03:46: und die Zölle machen sie

01:03:47: dann noch mal teurer. Das heißt, das

01:03:49: Ganze ist dann wieder inflationstreibend

01:03:52: für die amerikanischen

01:03:53: Konsumenten. Im Moment wird es, fängt es

01:03:56: so langsam an, dass es sich

01:03:57: übersetzt. Jerome Powell hat

01:03:58: auf der Pressekonferenz der

01:04:01: amerikanischen Notenbank auch darauf

01:04:02: hingewiesen, dass es noch ein bisschen

01:04:04: dauern wird, bis diese ganze

01:04:06: Dollar-Zoll-Entwicklung sich aus der

01:04:08: Inflation wieder herausgekämpft hat.

01:04:11: Wir sehen ja keine großen Anstiege in der

01:04:14: Inflation, aber sie ist

01:04:15: eben hartnäckig um die 3%

01:04:17: herum, je nachdem, ob man auf Core oder

01:04:19: auf Headline Inflation guckt,

01:04:21: also auf die Gesamtinflation

01:04:22: oder minus der sehr schwankungsanfälligen

01:04:26: Bestandteile wie

01:04:28: Nahrungsmittel und Energie. Und in

01:04:31: sofern wirkt es natürlich ein Stück weit,

01:04:35: aber wie gesagt, die Zölle sind da

01:04:36: sicherlich die größere

01:04:38: Diskussion im Moment.

01:04:39: Wirtschaftsministerin Katharina Reiche

01:04:41: hat gesagt, je stärker Dollar und

01:04:43: Euro auseinanderweichen, desto stärker

01:04:45: gerät auch unsere

01:04:46: Exportindustrie unter Druck und dass eben

01:04:50: diese Abwertung des Dollars für die

01:04:53: deutschen Exporteure wie so ein

01:04:55: zusätzlicher Zoll wirkt.

01:04:58: Wie kann man da als europäisches

01:05:00: Unternehmen, als deutsches Unternehmen

01:05:01: gegensteuern, sichern die sich ab?

01:05:03: Ja, also das ist natürlich genau der

01:05:05: umgekehrte Effekt, den wir gerade in

01:05:06: Amerika beschrieben haben. Ist

01:05:08: so, keine Frage. Auf der anderen Seite

01:05:11: würde ich aber auch da die

01:05:12: Kirche im Dorf lassen, als der

01:05:14: Euro das Licht der Welt erblickt hat vor

01:05:17: rund 25 Jahren, wenn ich

01:05:19: das richtig im Kopf habe,

01:05:21: oder so. Jetzt sehen wir wie gesagt bei

01:05:24: 1,18, handelsgewichtet

01:05:26: dürfte der Dollar auch in etwa

01:05:28: auf diesem Niveau sein. Also ich weiß

01:05:31: nicht, woher immer diese

01:05:32: Schlagzeilen dann kommen. Die

01:05:35: deutsche Wirtschaft war sicherlich über

01:05:37: Jahrzehnte gewohnt mit

01:05:38: einer starken Währung umzugehen,

01:05:41: denn die D-Mark hat auch tendenziell zu

01:05:44: anderen Währungen

01:05:45: aufgewertet und deswegen hatte man

01:05:47: da immer einen gewissen

01:05:48: Wettbewerbsnachteil über die Währung. Das

01:05:51: gilt jetzt wahrscheinlich dann

01:05:53: auch wieder. Man kann dem umgehen, ja, mit

01:05:55: Absicherungen, mit Verlagerung von

01:05:57: Wertschöpfungsketten,

01:05:59: wie gesagt, das findet ja auch statt im

01:06:00: Zuge der Zoll-Diskussionen,

01:06:03: aber man muss vor allen Dingen

01:06:05: natürlich an seiner eigenen

01:06:06: Innovationskraft und

01:06:07: Wettbewerbsfähigkeit arbeiten. Noch mal,

01:06:10: das zeichnet die deutschen Unternehmen

01:06:12: ganz nebenbei genauso wie die Schweizer

01:06:14: Unternehmen seit Jahrzehnten

01:06:15: aus und darauf müssen sie sich besinnen

01:06:19: und damit auch umgehen

01:06:20: können. Aber es ist natürlich,

01:06:22: wenn wir uns die Entwicklung seit dem

01:06:23: Amtsantritt von Donald Trump angucken,

01:06:25: schon extrem. Da hat

01:06:26: der Dollar gegenüber dem Euro fast 20

01:06:29: Prozent verloren und das

01:06:31: sind ja wirklich Welten zu dem,

01:06:33: was sonst an den Devisenmärkten

01:06:35: passiert. Zumindest wenn wir

01:06:37: von Dollar und Euro sprechen,

01:06:38: es ist eher so, wie wir das an den

01:06:40: Aktienbörsen gewöhnt sind.

01:06:43: Müssen wir uns als Anleger an

01:06:45: solche Währungsschwankungen gewöhnen?

01:06:47: Aber Jessica, das ist ein

01:06:48: Jahr her. Also wir reden jetzt

01:06:50: wirklich über Vergangenheit. Wir haben

01:06:52: gesagt, dass es natürlich

01:06:53: spektakulär war, als der Dollar

01:06:55: im ersten Halbjahr 2025 so stark

01:06:59: abgewertet hat, so stark wie seit 1973

01:07:02: nicht mehr. Wir haben das

01:07:03: hier auch mehrfach diskutiert. Damals ist

01:07:06: das Bretton-Woods-System

01:07:08: zusammengebrochen, also die

01:07:10: Golddeckung des amerikanischen Dollars,

01:07:14: der ja oder diese

01:07:15: Golddeckung wurde ja nach dem Zweiten

01:07:17: Weltkrieg etabliert. Das war natürlich

01:07:20: schon bemerkenswert und es

01:07:22: war eben mindestens genauso

01:07:23: bemerkenswert, dass sich das oder dieser

01:07:25: Verfall dann 2025 wiederholt

01:07:28: hat. Seitdem gehen wir aber

01:07:29: seitwärts. Jetzt kommt es eben darauf an,

01:07:32: Jessica, werden wir wieder

01:07:33: Zölle sehen, werden wir wieder

01:07:35: Protektionismus sehen oder kommen wir da

01:07:37: in etwas ruhigere Fahrwasser, wo man sich

01:07:40: auf die Fiskalpakete,

01:07:41: auf Wachstum konzentriert. Nicht

01:07:43: vergessen, in Amerika stehen

01:07:44: ja auch die Midterm Elections

01:07:46: in diesem Jahr. Ich habe den

01:07:47: Harvard-Ökonomen Kenneth Rogoff gelesen,

01:07:50: der sagt, der Dollar wird

01:07:52: in den nächsten zehn Jahren massiv an

01:07:54: Gewicht verlieren. Ich erwarte das

01:07:56: Endspiel in 15 bis 20

01:07:58: Jahren. Die Zölle, die politische

01:08:00: Unberechenbarkeit der USA und die Schulden –

01:08:02: all das beschleunige

01:08:03: einen schleichenden Abstieg der

01:08:06: Leitwährung. Also erleben wir wieder so

01:08:08: einen Systemwechsel,

01:08:10: wie wir ihn in den Siebzigern erlebt haben.

01:08:12: Besteht diese Gefahr? Ja,

01:08:13: also Prognosen auf die nächsten

01:08:14: 15 Jahre zu machen sind sicherlich immer

01:08:17: spektakulär, aber da wird

01:08:19: sich im Zweifelsfall in 15

01:08:21: Jahren keiner mehr dran erinnern, wenn

01:08:22: man falsch gelegen hat.

01:08:24: Dass der Dollar langfristig an

01:08:26: Bedeutung verliert, wissen wir seit

01:08:30: einigen Jahren. Hier gibt es

01:08:32: Research von Barry Eichengreen,

01:08:34: dass der Dollar so etwa 1,5 Prozent-

01:08:37: punkte pro Jahr an Bedeutung im Handel

01:08:40: und vor allen Dingen auch

01:08:41: bei den Währungsreserven verliert. Das

01:08:44: hängt sicherlich auch mit

01:08:46: dem Aufstieg Chinas zusammen.

01:08:48: Es gibt keine Währung, die sich im Moment

01:08:50: aufdrängt, außer vielleicht

01:08:52: Gold. Und hier die Funktion

01:08:56: des Dollars ein Stück weit auffängt. Aber

01:08:59: langfristig sind die Schulden in den USA

01:09:01: natürlich ein Thema.

01:09:02: Auch das hat Jerome Powell auf der

01:09:04: Pressekonferenz nochmal deutlich gemacht.

01:09:06: Ich fand fast schon in

01:09:08: ungewohnter Art und Weise hier politisch

01:09:11: argumentiert, dass es nicht

01:09:13: nachhaltig ist, was die USA da

01:09:15: machen. Haushaltsdefizite in einer

01:09:18: Größenordnung von 5, 6, 7 Prozent jedes

01:09:21: Jahr bei einem jetzt schon

01:09:23: vorhandenen Schuldenstand von über 120

01:09:25: Prozent aufs

01:09:27: Bruttoinlandsprodukt. Da muss Amerika

01:09:30: langfristig ran. Wir sehen im Moment

01:09:33: keine Probleme am Rentenmarkt, aber

01:09:35: langfristig können die

01:09:37: natürlich auftreten. Und wie gesagt,

01:09:39: deswegen muss man an dieses

01:09:41: Thema heran. Wir haben aber auch

01:09:43: schon hier diskutiert, Jessica, dass der

01:09:45: Haushalt ja in großen

01:09:46: Teilen mandatorisch ist. Also man

01:09:48: gar nicht kürzen kann, weil da auch

01:09:51: Pensionszusagen, weil die

01:09:53: Gesundheitsversorgung,

01:09:55: weil ähnliche Themen wie

01:09:55: das Militär daran hängen. Hier hat der

01:09:58: amerikanische Präsident ja sogar gesagt,

01:10:00: dass er die Ausgaben

01:10:01: nochmal erhöhen möchte. Also lange Rede,

01:10:04: kurzer Sinn. Es wird nicht

01:10:06: ganz einfach sein, über die

01:10:07: Ausgabenseite diese Defizite in den

01:10:10: Vereinigten Staaten zu adressieren. Man

01:10:12: muss das wahrscheinlich

01:10:13: über die Einnahmenseite tun. Das passiert

01:10:15: aber im Moment nicht, sondern im

01:10:16: Gegenteil. Und deswegen

01:10:18: kann es langfristig zu einem Thema

01:10:21: werden. Ganz kurzfristig sehen wir

01:10:23: überhaupt gar keinen Stress

01:10:24: an den Märkten. Lass uns nochmal auf die

01:10:26: Folgen für Anlegerinnen und

01:10:27: Anleger schauen. Das haben

01:10:28: wir zwar schon mal getan, auch eben als

01:10:30: wir das vergangenes Jahr

01:10:31: rekapituliert haben, aber es ist

01:10:33: trotzdem ziemlich spannend. Uns

01:10:35: Euroanleger hat dieser Rückgang des

01:10:38: Dollars, diese Schwäche ja

01:10:40: schon getroffen. Also wäre ich nicht

01:10:42: stark in US-Aktien

01:10:44: investiert, war oder bin, wenn ich in

01:10:47: Gold investiert habe, dann habe ich zwar

01:10:48: trotzdem eine gute Performance

01:10:50: eingefahren, aber sie hätte

01:10:51: besser sein können, weil Gold eben in

01:10:55: Dollar gehandelt wird. Also

01:10:57: man muss schon als Anleger

01:10:58: auch so ein bisschen die Devisenmärkte

01:11:00: im Blick haben, oder?

01:11:01: Überhaupt gar keine Frage. Das ist

01:11:03: sicherlich so, man muss wahrscheinlich

01:11:05: dagegen rechnen, was wir vorhin schon

01:11:07: hatten, die besseren

01:11:08: Exportmöglichkeiten bzw. die im Ausland

01:11:12: erzielten Gewinne werden ja dann in

01:11:14: Dollar gerechnet, wenn

01:11:15: der Dollar schwächer ist, höher

01:11:17: ausfallen. Und deswegen sind die

01:11:20: Schwankungen immer dann ein

01:11:21: Problem, wenn sie sehr stark sind, so wie

01:11:23: wir das eben im ersten Halb-

01:11:24: jahr ’25 gesehen haben. Wenn

01:11:26: das so schleichend passiert, ist das in

01:11:29: der Regel ein Thema, mit

01:11:30: dem sowohl die Unternehmen,

01:11:31: Stichwort Absicherung und so weiter und so

01:11:34: fort, umgehen können, die

01:11:36: aber auch für die Börse

01:11:37: dann verkraftbar sind. Also schlimm sind,

01:11:39: was heißt schlimm sind,

01:11:40: problematisch sind, wenn die

01:11:42: Schwankungen sehr kurzfristig sehr stark

01:11:45: auftreten. Wir hatten ja schon gesagt,

01:11:47: dass die Amerikaner sich

01:11:49: um ihre Schulden kümmern müssen, dass wir

01:11:50: auch so einen langsamen

01:11:52: Bedeutungsverlust, Rückgang im

01:11:56: amerikanischen Dollar erwarten über die

01:11:58: nächsten Jahre. Ich sehe da

01:12:00: keinen Big Bang, sondern man

01:12:03: muss dann wahrscheinlich, wenn man

01:12:04: Anleger ist, sehr genau

01:12:06: darauf achten, welche Effekte eben

01:12:08: überwiegen. Diejenigen, die sehr stark in

01:12:11: die Vereinigten Staaten

01:12:12: importieren, für die wird

01:12:14: natürlich dann der Import einfach teurer.

01:12:18: Zölle plus Währung für

01:12:20: diejenigen, die auch sehr starke

01:12:21: Gewinne, das sind vor allen Dingen die

01:12:23: Digitalunternehmen im Ausland erzielen,

01:12:25: werden eben die Gewinne

01:12:26: in Dollar sogar höher sein und deswegen

01:12:29: müsste man, glaube ich,

01:12:31: auf Sektoren wiederum gucken,

01:12:33: wahrscheinlich sogar auf einzelne

01:12:34: Unternehmen, um die Effekte genau

01:12:36: auszurechnen, wenn nochmal

01:12:39: dieser weitere Dollarverfall nicht

01:12:41: dramatisch in kurzer Zeit stattfindet,

01:12:44: sondern eher von mir

01:12:45: erwartet, graduell über die nächsten

01:12:47: Jahre sein wird. Das heißt,

01:12:49: du würdest auch nicht sagen,

01:12:50: dass es Sinn macht, dass ich mich jetzt

01:12:51: als Privatanlegerin

01:12:53: absichere und währungsgesicherte Produkte

01:12:56: kaufe, oder? Na ja, man kann das schon

01:12:57: machen, vor allen Dingen,

01:12:58: wenn man diese Schwankungen eben

01:13:00: nicht haben möchte. Wir haben ja gesehen,

01:13:02: dass je nachdem, welche

01:13:03: Nachrichten da gerade aus der

01:13:05: Politik kommen, die Schwankungen

01:13:07: kurzfristig schon relativ hoch sein

01:13:09: können und wenn man das eben

01:13:11: ausschließen möchte, dann kann man das

01:13:13: sicherlich tun. Man muss berücksichtigen,

01:13:15: wenn man langfristig

01:13:16: investiert ist, dass solche Absicherungen

01:13:18: auch Geld kosten und

01:13:21: deswegen ist das eben wirklich

01:13:22: eine Frage auch der Risiko-Einschätzung

01:13:25: kurzfristig, langfristig, wie und wo will

01:13:27: ich investiert sein.

01:13:29: Wenn man nochmal diese Schwankungen

01:13:30: ausschließen möchte, dann sind

01:13:33: währungsgesicherte Investments

01:13:34: sicherlich auch die richtige Wahl dafür.

01:13:37: Man könnte ja aber

01:13:37: auch einfach das über die

01:13:38: Aktienquote steuern, indem man einfach

01:13:41: sagt, ich investiere im

01:13:42: Moment stärker in Europa als im

01:13:44: Euro-Raum, als im Dollar-Raum,

01:13:46: Entschuldigung. Ja, aber dann schließe

01:13:47: ich natürlich gerade die

01:13:49: dynamischen Technologieunternehmen aus,

01:13:52: die ich ja vielleicht haben

01:13:53: möchte. Also da würde ich dann

01:13:55: auch wieder auf die Sektoren gucken.

01:13:56: Europa traditionell stark,

01:13:58: was Industrie angeht, was

01:14:00: zyklischen Konsum angeht, da wird auch

01:14:03: gerade mit den

01:14:04: Fiskalpaketen in Europa sicherlich eine

01:14:06: gute Performance möglich sein. Europa ist

01:14:09: aber sehr dünn besät mit

01:14:12: Technologieunternehmen,

01:14:14: die findet man dann eben in Asien oder in

01:14:16: den Vereinigten

01:14:17: Staaten. Und wenn man dann dort

01:14:19: investieren möchte, dann ist man eben im

01:14:22: Dollar investiert und

01:14:24: kann das nur über Hedging,

01:14:26: sprich über Absicherungen dann dieses

01:14:28: Risiko zumindest ein

01:14:29: Stück weit herausnehmen.

01:14:31: Das heißt aber doch eigentlich auch

01:14:33: immer, Währungen lassen sich nicht

01:14:35: prognostizieren. Kann

01:14:36: ich dann vielleicht als langfristige

01:14:38: Anlegerin auch einfach

01:14:39: sagen, Augen zu und durch und ich

01:14:41: gucke da gar nicht hin. Und das Jahr 2025

01:14:43: war halt ein ganz

01:14:44: besonderes? Ja, wie angesprochen

01:14:46: kann man das natürlich machen, wenn man

01:14:48: sagt, gut, ich gucke mir die

01:14:50: Sektoren an, die vielleicht

01:14:52: sogar von einem schwächeren Dollar

01:14:53: profitieren werden. Ich bin

01:14:55: langfristig investiert, ich

01:14:56: möchte kein Geld für Absicherung

01:14:58: ausgeben und ich erwarte vor allen

01:14:59: Dingen keinen "Big Bang".

01:15:00: Ich erwarte nicht, dass der Dollar jetzt

01:15:03: nochmal in der Weise

01:15:04: abwertet, wie wir das im ersten

01:15:07: halben Jahr 25 gesehen haben. Dann würde

01:15:10: ich sogar, vielleicht

01:15:11: sogar präferieren, dass man

01:15:14: schlicht in diesen Dollar-Aktien

01:15:17: investiert und sie langfristig liegen

01:15:19: lässt. Ich hätte nie gedacht,

01:15:20: dass Währungen mal so ein spannendes

01:15:22: Thema werden, vor allem wenn

01:15:23: es um den Dollar und den Euro

01:15:25: geht. Das ist ja eigentlich eher so, was

01:15:26: man erwartet bei

01:15:27: Schwellenländerwährungen,

01:15:28: vielleicht sollten wir uns das Thema

01:15:29: irgendwann auch mal

01:15:30: vornehmen. Ich glaube mit Dollar und

01:15:33: Euro sind wir für jetzt erstmal durch.

01:15:35: Vielen Dank für diese PERSPEKTIVEN To

01:15:36: Go! Aber herzlich gerne, Jessica.

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

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Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

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