PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

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01:00:00: Deutsche Bank

01:00:02: präsentiert: PERSPEKTIVEN To Go.

01:00:04: Ihr Audio-Podcast

01:00:06: rund um das Thema Börse.

01:00:08: An den Märkten ist einiges los:

01:00:11: Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren,

01:00:13: KI und ihre

01:00:14: vermeintlich disruptive Wirkung

01:00:16: auf einzelne Branchen sorgt für

01:00:17: Kursschwankungen, und auch der designierte

01:00:19: Fed-Chef sorgt für Schlagzeilen.

01:00:22: Wir ordnen die Lage ein.

01:00:23: Wir, das sind Uli Stephan von der

01:00:24: Deutschen Bank und ich.

01:00:26: Mein Name ist Jessica Schwarzer,

01:00:27: und damit herzlich

01:00:27: willkommen zu den PERSPEKTIVEN To Go.

01:00:30: Uli, KI und ihre vermeintlich disruptive

01:00:32: Wirkung auf einzelne Branchen zuletzt

01:00:34: traf es die Versicherer,

01:00:35: dann die Logistiker.

01:00:37: Ist das Panikmache oder sind das

01:00:38: begründete Zweifel an den

01:00:40: Geschäftsmodellen in diesen Branchen?

01:00:42: Der Markt sucht hier

01:00:43: nach Orientierung, Jessica.

01:00:45: Sicherlich wird die künstliche

01:00:47: Intelligenz viele

01:00:48: Branchen stark verändern.

01:00:50: Und die Frage ist, welche

01:00:52: Branchen in welchem Ausmaß.

01:00:55: Hier hat beispielsweise das

01:00:56: Unternehmen Algorithm Holdings.

01:00:59: Es hieß früher mal Karaoke Company.

01:01:02: Angeblich oder tatsächlich ein KI-Tool,

01:01:06: also eine Software

01:01:07: entwickelt, die es Logistikern

01:01:08: stark vereinfacht, über ihre Container etc.

01:01:13: zu wachen und sie im

01:01:15: Auge zu behalten – und das mit

01:01:17: mehr Volumen im Transport

01:01:19: und mit weniger Mitarbeitern.

01:01:21: Solche Meldungen, ähnlich wie Anthropic

01:01:23: für Unternehmen, die

01:01:25: sich mit Datenservices und

01:01:27: rechtlichen Fragen auseinandersetzen, oder

01:01:30: aber OpenAI und andere

01:01:33: Large Language Models,

01:01:34: die vor allen Dingen auch

01:01:35: Softwareunternehmen angreifen,

01:01:37: haben eben dazu geführt, dass

01:01:39: es hier ziemliche

01:01:40: Erschütterungen im Markt gegeben hat.

01:01:43: Wir erinnern uns vor einem Jahr hatten

01:01:44: wir das Thema DeepSeek,

01:01:46: was ja auch eine Revolution,

01:01:48: da war es aber eher technisch gemeint und

01:01:49: könnte eben die großen

01:01:51: amerikanischen AI-Konzerne

01:01:54: ablösen.

01:01:54: Hier geht es jetzt wirklich darum, wie

01:01:57: disruptiv wird denn die

01:01:58: Künstliche Intelligenz sein

01:02:00: und wer wird davon

01:02:01: getroffen werden in welchem Maße.

01:02:03: Ich glaube, man kann die Antwort noch

01:02:05: nicht endgültig darauf geben.

01:02:07: Ich bin aber schon der Meinung, dass wir

01:02:09: an der einen oder anderen

01:02:10: Stelle hier mittlerweile

01:02:11: Übertreibungen sehen.

01:02:12: Diese Übertreibungen, die treffen ja auch

01:02:13: Big Tech von

01:02:15: Schöpferischer Zerstörung vorzulesen.

01:02:18: Und es sind eben die Aktien der

01:02:19: US-Tech-Konzerne, die dann

01:02:20: in die Tiefe gerauscht sind.

01:02:22: Aber wir sehen uns ja gerade auch in den

01:02:24: Quartalszahlen Microsoft, Amazon und Co.

01:02:27: die investieren munter weiter.

01:02:29: Ja genau, die Ankündigungen für die

01:02:32: Investitionen sind ja sogar in der

01:02:33: Berichtssaison nochmal

01:02:34: nach oben genommen worden, um etwa 150

01:02:38: Milliarden US-Dollar auf

01:02:39: mittlerweile bis zu 700 Milliarden

01:02:42: allein von den Hyperscalern.

01:02:44: Also das sind natürlich schon gewaltige

01:02:46: Ankündigungen, die hier getätigt wurden.

01:02:49: Nichtsdestotrotz stellt man doch immer

01:02:51: mehr fest, dass die Künstliche

01:02:53: Intelligenz zumindest

01:02:54: das Potenzial hat, Jessica, hier

01:02:56: Geschäftsmodelle wirklich zu verändern.

01:02:59: Und die Frage ist

01:03:00: natürlich, was bedeutet das?

01:03:02: Also zuletzt bei den Versicherungen.

01:03:05: Da hat man gesagt, naja gut, der ganze

01:03:07: Vertrieb könnte natürlich über AI

01:03:09: revolutioniert werden.

01:03:10: Versicherungen,

01:03:11: grundsätzlich braucht man aber weiter.

01:03:14: Nichtsdestotrotz hat der Markt mal die

01:03:16: gesamte Branche, egal ob Vertriebe,

01:03:18: Makler oder Versicherungskonzerne,

01:03:21: in den Keller geschickt.

01:03:22: Voraussichtlich deshalb, weil man auch

01:03:25: bei den Versicherern

01:03:26: mit Margenverlust rechnet.

01:03:30: Allerdings muss man ja auf der anderen

01:03:31: Seite sagen, dass

01:03:33: Vertriebsrevolutionen möglicherweise

01:03:35: diesen Versicherungen dann sogar helfen,

01:03:37: vielleicht KI auch in

01:03:39: einer besseren Ausgestaltung

01:03:41: der Versicherung bzw. der Prämien.

01:03:43: Also da wird im Moment auch vieles in

01:03:45: einen Topf geschmissen, will ich sagen.

01:03:47: Ich glaube, man muss nach vorne hin sich

01:03:49: wirklich überlegen und

01:03:51: differenziert mit den Themen umgehen.

01:03:53: Wer wird denn wie stark betroffen sein?

01:03:55: Aber dass es Veränderungen gibt, das

01:03:57: liegt, glaube ich, auf der Hand.

01:03:58: Ja, ich glaube, Anleger fürchten auch

01:03:59: einfach, dass diese

01:04:00: Milliarden-Summen, die da in die

01:04:01: künstliche Intelligenz investiert wurden,

01:04:03: dass das irgendwie ins Irrationale kippt.

01:04:05: Also mehr Fantasieprodukt als

01:04:07: Umsatztreiber sein könnte.

01:04:09: Sind die Ängste eher überzogen?

01:04:12: Ja, aber da müssen wir

01:04:12: jetzt konsistent bleiben.

01:04:14: Also ich glaube, man kann nicht sagen,

01:04:16: die KI wird alles disruptieren und die

01:04:19: Welt komplett verändern.

01:04:20: Auf der anderen Seite sind aber die

01:04:22: Investitionen zu hoch und man sollte

01:04:24: eigentlich weniger investieren,

01:04:25: weil es alles sich nicht

01:04:26: lohnt und nicht profitabel ist.

01:04:27: Das ist ein bisschen

01:04:27: irrational, wohl wahr?

01:04:28: Ja.

01:04:28: Also beide Seiten werden

01:04:30: so nicht funktionieren.

01:04:31: Und deswegen versuchen wir wirklich so

01:04:35: vorzugehen, dass wir überlegen, wo können

01:04:38: denn Geschäftsmodelle

01:04:39: betroffen sein, wo können sie zuerst

01:04:41: betroffen sein, welche

01:04:42: Auswirkungen hat das auf die Margen

01:04:46: oder werden sogar ganze Geschäftsmodelle

01:04:48: aus dem Markt gedrängt, wo wirkt es

01:04:50: positiv, wo wirkt es negativ.

01:04:52: Und dann muss man, glaube ich, sehr

01:04:53: gezielt investieren.

01:04:55: Im Moment ist der Markt aber, glaube ich,

01:04:57: noch nicht ganz so weit, sondern all das,

01:04:59: was nach Disruption riecht,

01:05:01: wird eben auch entsprechend belastet,

01:05:03: wohingegen die Hardware immer noch recht

01:05:07: ordentlich durch diese

01:05:09: Fragestellung durchgeht.

01:05:11: Also wenn man sich Semiconductor oder

01:05:13: ähnliche anguckt, dann sind die

01:05:15: Performancezahlen

01:05:15: sicherlich nicht so negativ,

01:05:17: wie wir das bei anderen gesehen haben,

01:05:20: bei denen jetzt eben

01:05:21: Disruption diskutiert wird.

01:05:22: Ja, und Silicon Valley verweist ja auch

01:05:23: auf wachsende Cloud-Geschäfte, auf einen

01:05:26: Wettlauf um Territorium.

01:05:28: Also da muss man wohl jetzt einfach ein

01:05:30: bisschen abstecken, wohin man will und wo

01:05:33: man im Wettbewerb stehen will, richtig?

01:05:35: Ja, absolut. Es kommen natürlich auch

01:05:36: immer wieder Nachrichten dann aus der

01:05:38: Volksrepublik, die ja

01:05:39: da auch nicht nachlässt

01:05:40: und die dann immer mal wieder Gerüchte

01:05:42: kommen, dass man die

01:05:43: Amerikaner ein- oder überholt hätte.

01:05:45: Wahrscheinlich ist das noch nicht ganz

01:05:47: der Fall, aber dass die Chinesen sehr gut

01:05:49: sind in Hardware und auch Software

01:05:53: und damit dem gesamten Thema Künstliche

01:05:55: Intelligenz da, das ist sicherlich nicht

01:05:57: von der Hand zu weisen

01:05:58: und insofern erwächst

01:05:59: natürlich hier auch eine Konkurrenz.

01:06:01: Auch da muss man wieder sagen, mal

01:06:03: gucken, wie intensiv denn diese

01:06:05: Konkurrenz wird, denn wir wissen ja auch,

01:06:08: dass ein großes nicht börsennotiertes

01:06:10: chinesisch Unternehmen, deswegen darf man

01:06:12: den Namen nennen, Huawei oder Huawei, wie

01:06:15: wir bei uns sagen würden.

01:06:16: Natürlich eine Konkurrenz wäre für

01:06:18: westliche Konzerne, trotzdem nicht

01:06:20: genutzt wird, weil man eben auf anderen

01:06:23: Perspektiven, hier Cyber-

01:06:24: security etc., Sorgen hat.

01:06:26: Also insofern muss man auch da, glaube

01:06:28: ich, konsistent bleiben bei seinen

01:06:30: Erwartungen, wenn man sagt, also da wird

01:06:32: China jetzt nun die amerikanische

01:06:34: Dominanz komplett ablösen

01:06:35: oder was da zum Teil diskutiert wird, da

01:06:37: bin ich technisch noch nicht der Meinung

01:06:40: und ich glaube auch, dass wir das

01:06:42: inhaltlich so stark nicht erleben werden.

01:06:44: Was ich ja extrem spannend finde, dass

01:06:46: seit Wochen in den USA der

01:06:48: Technologieindex Nasdaq viel schwächer

01:06:50: läuft als der ja eher traditionell

01:06:53: ausgerichtete Dow Jones.

01:06:54: Ist das ein vorübergehender Trend oder

01:06:56: sehen wir einen Favoritenwechsel und

01:06:58: welche Aktien sind das denn dann

01:06:59: überhaupt, die da im

01:07:00: Dow sind, welche Branchen?

01:07:01: Ja Jessica, wir sehen tatsächlich

01:07:03: Rotation everywhere, wenn

01:07:04: ich das so ausdrücken darf.

01:07:06: Wir sehen sie in der Technologie etwas

01:07:09: holzschnittsartig sicherlich formuliert,

01:07:11: aber man sieht sie von der

01:07:13: Software in die Hardware.

01:07:15: Wir sehen es von der sogenannten New

01:07:18: Economy eher in die Old Economy, also

01:07:21: beispielsweise europäische

01:07:23: Versorger sind sehr gut gelaufen.

01:07:25: Und man sieht es eben auch in den

01:07:27: Regionen raus aus den USA, teilweise auch

01:07:32: aus Europa und dafür sehr, sehr intensiv

01:07:35: in die emerging markets, die in diesem

01:07:36: Jahr eben hervorragend performen.

01:07:39: Also insofern haben wir tatsächlich

01:07:41: Rotation everywhere.

01:07:42: Das ist das, was wir 2025 auch immer

01:07:46: wieder diskutiert haben, dass der Markt

01:07:47: eigentlich auf breitere Füße gestellt

01:07:49: werden müsste, um weiter zu laufen, nicht

01:07:53: nur auf die Technologie, dass die

01:07:56: Technologie allerdings jetzt so sehr, vor

01:07:58: allen Dingen eben Software und andere

01:08:00: Branchen, die hier von Disruption

01:08:03: betroffen sein können, so

01:08:04: sehr in den Fokus gerät.

01:08:06: Das war sicherlich vor einigen Wochen

01:08:08: noch nicht in dem Maße erkennbar.

01:08:10: Ja, wir sehen ja wirklich einzelne

01:08:11: Aktien, die fast schon nach unten

01:08:13: durchgereicht werden, abgestraft werden,

01:08:15: während die Indizes sich ja relativ

01:08:16: stabil halten. Woran liegt das?

01:08:19: Ist es die Berichtssaison? Läuft die

01:08:20: besonders gut in den USA?

01:08:22: Ja, es ist zum einen die von mir

01:08:24: angesprochene Rotation, die wir sehen,

01:08:26: denn die Berichtssaison, die du

01:08:27: ansprichst, die ja auch sehr gut ist, ist

01:08:29: ja auch bei der Technologie sehr gut und

01:08:31: auch bei der Software sehr gut.

01:08:33: Die Magnificent Seven haben im

01:08:34: Wesentlichen wieder geliefert. Da gab es

01:08:37: hier und da ein Haar in der Suppe, wenn

01:08:39: beispielsweise das Cloud-Geschäft nicht

01:08:41: ganz so stark gewachsen ist, wie man sich

01:08:44: das erhofft hatte, aber ansonsten die

01:08:47: Zahlen doch über Erwartungen waren, also

01:08:48: insgesamt eine gute Berichtssaison auch

01:08:51: bei der Technologie.

01:08:52: Vor allen Dingen in den USA war mit um

01:08:55: die 10 Prozent gerechnet worden. Wir marschieren

01:08:59: jetzt auf die 14 Prozent zu Gewinnwachstum im

01:09:03: vierten Quartal 2025 gegenüber dem

01:09:06: vierten Quartal 2024 und auch in Europa.

01:09:11: Da sind die Gewinne zwar auf deutlich

01:09:13: niedrigeren Niveau, aber wenn man sich

01:09:15: insgesamt anguckt, kann man nur sagen,

01:09:18: dass die Unternehmen sehr

01:09:20: positiv überrascht haben.

01:09:21: Wir sind noch ein ganzes Stück hinterher.

01:09:24: Es haben etwas mehr als die Hälfte der

01:09:27: Unternehmen die Berichte vorgelegt, aber

01:09:29: die Überraschungen liegen also bei 7 Prozent.

01:09:32: Das heißt, die Unternehmen haben die

01:09:34: Erwartungen bisher um 7 Prozentpunkte

01:09:36: übertroffen, zeigt also auch in Europa

01:09:39: eine gute Berichtssaison.

01:09:40: Es ist sozusagen beides. Es ist die

01:09:42: Rotation aufgrund der Diskussion um

01:09:45: Disruption und es ist eine gute

01:09:48: Berichtssaison insgesamt

01:09:50: in der Breite des Marktes.

01:09:51: Ich weiß ja, dass du immer ganz gerne auf

01:09:53: den sogenannten Surprise Index schaust.

01:09:55: Gibt es denn Ausrutscher nach oben oder

01:09:57: unten und das ist ja eher der Index für

01:09:59: die USA und wie sieht es in Europa aus?

01:10:00: Gibt es da auch Überraschungen?

01:10:02: Da gibt es jetzt den Surprise-Index für

01:10:04: die Gewinne nicht auf der

01:10:05: makroökonomischen Seite,

01:10:07: da haben wir das ja auch.

01:10:08: Da haben ganz nebenbei auch beide ins

01:10:09: Positive gedreht. Also wir haben

01:10:11: mittlerweile mehr positive Überraschungen

01:10:13: als negative Überraschungen.

01:10:14: Und das ist glaube ich noch mal ein ganz

01:10:16: wichtiges Element, Jessica. Es gab in der

01:10:18: Vergangenheit kaum Bärenmärkte, wo das

01:10:22: makroökonomische Umfeld sehr gut ist.

01:10:24: Und das makroökonomische Umfeld, wie ich

01:10:26: das gerade gesagt habe, ist gut.

01:10:28: Vielleicht muss man das „sehr“

01:10:29: weglassen, aber es ist gut.

01:10:31: Die Volkswirtschaften werden wachsen.

01:10:34: Aufgrund der riesigen fiskalischen Pakete

01:10:36: ist das auch kaum anders vorstellbar.

01:10:39: Dazu ist die Geldpolitik ja sehr

01:10:42: freundlich insgesamt und wir erwarten

01:10:44: auch weitere Zinssenkungen.

01:10:45: Und das führt eben dazu, dass neben der

01:10:48: guten Berichtssaison und den deutlichen

01:10:50: Surprises, du hattest es angesprochen,

01:10:53: ich habe vorhin schon

01:10:53: für Europa die 7 Prozent genannt.

01:10:56: Ich kann auch – in den USA, da sind es über

01:10:59: 5 Prozent, mit denen die, -punkte, mit denen die

01:11:02: Unternehmen die Erwartungen übertreffen.

01:11:04: Also das passt schon auch ins

01:11:06: makroökonomische Bild.

01:11:07: Und insofern ja wird im Moment eben

01:11:11: diskutiert an den Märkten, wer sind die

01:11:13: Gewinner und Verlierer und vor allen

01:11:14: Dingen stellt sich der

01:11:15: Markt deutlich breiter auf.

01:11:16: Aber ich würde jetzt nicht mit einer

01:11:18: großen Baisse rechnen, weil wir doch

01:11:20: sehen, dass das Wachstum und dass die

01:11:22: Fundamentaldaten sehr ordentlich sind.

01:11:25: Ach, das höre ich doch gerne. Du hast mir

01:11:27: gerade noch ein gutes

01:11:27: Stichwort gegeben. Geldpolitik.

01:11:29: Alle lauschen natürlich dem designierten

01:11:31: US-Notenbank-Chef Warsh. Der hat sich ja

01:11:34: auch zu potentiellen Spielräumen die

01:11:37: Leitzinsen zu senken geäußert.

01:11:39: Ist das ein Vorbote, dass die Fed die Zügel

01:11:41: doch weiter lockern wird und was hat er

01:11:43: überhaupt genau gesagt?

01:11:44: Ja, also zum einen muss man sagen, dass

01:11:45: die Inflationszahlen in den Vereinigten

01:11:47: Staaten zuletzt besser waren als

01:11:50: erwartet, also sie waren niedriger.

01:11:52: Wir haben eine Headline-Inflation, also

01:11:54: wo alles mit Einbezogen ist, von 2,4

01:11:56: Prozent. Die ist gesunken um

01:11:58: 0,3 Prozentpunkte von 2,7,

01:12:01: erwartet waren 2,5, also sogar noch

01:12:03: niedriger als erwartet.

01:12:05: Und auch die Core-Inflaton, also

01:12:07: unter Herausrechnung von Lebensmitteln und

01:12:09: Energie ist leicht gefallen.

01:12:12: Also das bewegt sich in die richtige

01:12:15: Richtung. Nichtsdestotrotz hat der Markt

01:12:17: zuletzt die weiteren Senkungen der Fed

01:12:22: etwas nach hinten geschoben,

01:12:24: weil eben das makroökonomische Umfeld so

01:12:26: gut war, weil auch der

01:12:26: Arbeitsmarkt so gut war.

01:12:28: Und jetzt haben wir noch 2 Sitzungen mit

01:12:31: Jerome Powell. Mal gucken, ob er was tun

01:12:33: wird. Der Markt rechnet eher nicht damit.

01:12:35: Und kommt ja, wenn er, ich glaube, er ist

01:12:37: noch nicht vom Senat bestätigt worden,

01:12:39: Kevin Warsh, ans Ruder zumindest,

01:12:42: ist er nominiert vom amerikanischen

01:12:44: Präsidenten. Wir hatten glaube ich auch

01:12:46: hier schon drüber gesprochen.

01:12:48: Ein traditioneller Notenbänker alter

01:12:51: Schule, der auch schon mal

01:12:52: im Board der Fed gesessen hat.

01:12:55: Und Kevin Warsh hat jetzt den Vorschlag

01:12:57: gemacht, dass man enger mit der

01:12:58: amerikanischen Treasury, also mit dem

01:13:01: Finanzministerium,

01:13:02: zusammenarbeiten sollte.

01:13:03: Vor allen Dingen dann, wenn es um die

01:13:05: Steuerung der Fed-Bilanz geht. Es ist

01:13:07: jetzt alles ein bisschen

01:13:08: technisch, aber man hat gesagt,

01:13:11: dass man da eben sich besser abstimmt,

01:13:13: wie viel Anleihen denn die Fett kaufen

01:13:16: sollte und vor allen Dingen, in welchem

01:13:18: Laufzeitssegment sie das tun könnte.

01:13:21: Und hier ist der Vorschlag von Kevin

01:13:23: Warsh, dass man das eher auf der kurzen

01:13:25: Seite macht, um die Zinsstrukturkurve

01:13:27: insgesamt etwas flacher zu machen.

01:13:30: Dann müsste Treasury weniger

01:13:32: langfristige Anleihen emmitieren. Das

01:13:35: würde dazu führen, dass

01:13:36: man weniger Angebot hat.

01:13:37: Dann käme die lange Seite ein Stück weit

01:13:39: nach unten in der Theorie und die kurze

01:13:42: Seite würde vielleicht ein

01:13:43: Stück weit nach oben gehen,

01:13:44: wobei wir ja alle wissen, dass für die

01:13:45: wirtschaftlichen Entscheidungen das lange

01:13:47: Ende natürlich das Entscheidende ist.

01:13:50: Soweit die Theorie, ob das so kommt oder

01:13:52: ob der Markt dann diskutiert, rücken denn

01:13:56: jetzt Fed und

01:13:56: Finanzministerium so eng zusammen,

01:13:58: dass wir hier über Abhängigkeiten reden.

01:14:01: Das ist sicherlich heute

01:14:02: noch nicht entschieden.

01:14:04: Es gibt auch keinen konkreten Vorschlag.

01:14:06: Man fasst immer Analogien zu den 50er-

01:14:10: Jahren des letzten

01:14:11: Jahrhunderts als Treasury und Fett,

01:14:14: das sozusagen im Einvernehmen schon mal

01:14:16: verabredet haben, wie sie

01:14:18: zusammenarbeiten wollen.

01:14:20: Das könnte man

01:14:21: möglicherweise so auch wieder tun.

01:14:22: Aber davon sind wir noch ein Stück weit

01:14:25: entfernt. Es ist einfach ein Vorschlag,

01:14:27: der jetzt auf dem Tisch liegt.

01:14:28: Und wie gesagt, in der Theorie würde er

01:14:30: wirken, wie beschrieben, ob es dann auch

01:14:32: tatsächlich so kommt, steht auf einem

01:14:34: anderen Blatt Papier.

01:14:35: Ein Thema müssen wir noch ganz kurz

01:14:36: streifen. Bei all den guten Nachrichten

01:14:39: von der

01:14:39: Berichtssaison von den Märkten etc.

01:14:41: Gibt es eine Anlageklasse, wenn es denn

01:14:44: überhaupt schon eine Anlageklasse ist,

01:14:46: die hat es richtig erwischt?

01:14:48: Der Bitcoin ist massiv

01:14:50: abgestürzt. Was ist da los?

01:14:52: Es zeigt sich mal wieder, dass der

01:14:53: Bitcoin kein Safe Haven ist, sondern

01:14:56: doch sehr viel stärker mit den

01:14:59: Technologieaktien korreliert.

01:15:02: Also wenn es eben der Technologie nicht

01:15:03: so gut geht, wenn es da Fragezeichen

01:15:05: sind – haben wir ja gerade alles diskutiert –,

01:15:08: dann ist der Bitcoin

01:15:09: davon betroffen und belastet.

01:15:11: Er ist normal kein Safe Heaven, sondern

01:15:14: er ist im Grunde ein Risky Asset, was

01:15:16: stark korreliert ist

01:15:18: mit Wachstumswerten.

01:15:19: Und das zeigt sich in

01:15:21: dieser Bewegung mal wieder.

01:15:23: Und deswegen muss man sich immer fragen,

01:15:26: wenn man sozusagen Absicherungsgeschäfte

01:15:28: macht, gerade auch bei

01:15:30: höheren Positionen in Technologie,

01:15:31: ob sich dann der Bitcoin dafür anbietet

01:15:34: oder ob es nicht andere Instrumente sind,

01:15:36: wie beispielsweise Gold,

01:15:38: was hier sicherlich eine deutlich bessere

01:15:40: Funktion in den letzten Tagen, Wochen im

01:15:43: Sinne von Safe Heaven

01:15:44: geliefert hat und Korrelation,

01:15:47: zum Beispiel Diversifikation.

01:15:48: Wobei auch da haben wir einen größeren

01:15:50: Absturz gesehen. Da hat es

01:15:51: ja auch richtig gekracht.

01:15:53: Wie läuft es denn beim Gold mittlerweile

01:15:54: wieder? Haben wir uns erholt?

01:15:56: Ja, Gold war eben auch genau das

01:15:58: Beschriebene. Wir waren bei 5600.

01:16:01: Wir hatten ja schon beim letzten Mal

01:16:02: darüber gesprochen, glaube ich, dass es

01:16:05: natürlich immer ein

01:16:06: bisschen kompliziert ist,

01:16:07: wenn man schon einen sehr guten Lauf

01:16:09: hinter sich hat und sich dann diese

01:16:10: Dynamik aufwärts nochmal beschleunigt.

01:16:14: Dann muss man eben auch mal mit

01:16:15: Korrekturen rechnen.

01:16:17: Hier war es eben so, dass doch viele

01:16:18: Anleger ihre Technologiewerte

01:16:20: mit Gold abgesichert hatten.

01:16:22: Als sie dann Technologie verkauft haben,

01:16:23: brauchten sie auch die Absicherung nicht

01:16:25: mehr, haben auch Gold verkauft.

01:16:27: Damit ist Gold dann von Mitte der 5000er

01:16:31: auf knapp 5000 gefallen im Moment.

01:16:35: Ja, schwankt es so zwischen 4900 und

01:16:39: 5000, würde ich mal grob sagen.

01:16:41: Ich glaube aber schon, dass Gold

01:16:42: weiterhin der Safe Haven ist, dass die

01:16:45: Notenbanken weiter im Markt sein werden

01:16:47: und dass Gold sicherlich den stärksten

01:16:50: Anstieg hinter sich hat, gesehen hat,

01:16:53: aber in den nächsten Monaten

01:16:55: wahrscheinlich

01:16:56: weiterhin nachgefragt sein wird.

01:16:59: Wir diskutieren im Moment, wo wir

01:17:02: glauben, wo es hingehen könnte.

01:17:03: Aber ich könnte mir schon vorstellen,

01:17:06: dass Gold in den nächsten 12 Monaten über

01:17:09: die 5000 Dollar pro Unze

01:17:12: wieder hinausgucken wird.

01:17:13: Ich glaube, dass werden wir demnächst

01:17:14: sicherlich auch nochmal

01:17:15: diskutieren, aber nicht mehr heute.

01:17:17: Vielen Dank für diese

01:17:18: PERSPEKTIVEN To Go!

01:17:19: Sehr gerne, Jessica!

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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