PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

Transkript

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01:00:00: Der Krieg in Nahost löst auch an den

01:00:10: Finanzmärkten mehr oder

01:00:12: weniger starke Reaktionen aus.

01:00:14: Und er dürfte die Märkte auch in den

01:00:15: kommenden Tagen und

01:00:16: vielleicht sogar Wochen bewegen.

01:00:18: Gold, Öl, Anleihen und

01:00:19: auch Aktien reagieren.

01:00:22: Wie Anleger sich in diesem Umfeld

01:00:23: positionieren sollten und

01:00:25: welche Chancen und Risiken es

01:00:26: aktuell gibt, darüber spreche ich mit Uli

01:00:28: Stephan von der Deutschen Bank.

01:00:30: Mein Name ist Jessica Schwarzer, und damit

01:00:31: herzlich willkommen zu

01:00:32: den PERSPEKTIVEN To Go.

01:00:34: Uli, der Angriff auf den Iran kam

01:00:36: nicht ganz überraschend und

01:00:38: ist auch an den Finanzmärkten

01:00:39: eigentlich erwartet worden. Trotzdem

01:00:41: sehen wir natürlich

01:00:42: Reaktionen an den Märkten.

01:00:44: Wie fallen die aus?

01:00:45: Ja, die fallen eben wie erwartet aus. Wir

01:00:47: sehen, dass die

01:00:48: Aktienmärkte unter Druck geraten,

01:00:49: dass die vermeintlich „sicheren Häfen“ eher

01:00:52: zulegen, sei es Gold,

01:00:53: Schweizer Franken oder auch Dollar.

01:00:56: Wir sehen, dass die Staatsanleihen eher

01:00:58: nachgefragt sind von

01:01:00: den Sektoren her, sind

01:01:02: Finanzwerte, vor allen Dingen Banken,

01:01:04: alles was Logistik und

01:01:06: Airlines ist eher schwach,

01:01:08: wohingegen Verteidigung und Raumfahrt,

01:01:11: Energie und auch Versicherungen zulegen.

01:01:14: Also insofern ja schon eine deutliche

01:01:17: Reaktion an den Märkten,

01:01:19: aber nicht außerhalb dessen,

01:01:21: was zu erwarten war.

01:01:23: Schauen wir in die einzelnen

01:01:23: Anlageklassen uns noch mal

01:01:25: ein bisschen detaillierter an.

01:01:26: Wir fangen vielleicht mit Gold an. Der

01:01:27: klassische „sichere Hafen“.

01:01:29: Gold ist wieder auf Rekordkurs,

01:01:32: da hat das ja mal einen üblen

01:01:33: Rücksetzer gegeben, es war glaube ich Ende

01:01:34: Februar oder Anfang Februar.

01:01:37: Sind es wirklich nur die geopolitischen

01:01:39: Unsicherheiten, die den Goldpreis wieder

01:01:41: auf Rekordkurs gebracht

01:01:43: haben, oder ist es eben auch die Kombi

01:01:44: mit sinkenden Realzinsen und den starken

01:01:47: Zentralbanknachfragen?

01:01:49: Ja, ich glaube kurzfristig sind es dann

01:01:51: tatsächlich eher die Risk-off

01:01:53: „sicheren Häfen“, die hier den

01:01:54: Goldpreis nochmal getrieben haben,

01:01:56: mittel- und langfristig ist

01:01:58: es aber so, dass immer noch

01:01:59: Anleger Gold, was sich bisher als richtig

01:02:03: herausgestellt hat, als

01:02:04: eben Safe Haven nutzen,

01:02:06: zur Absicherung von entsprechenden

01:02:08: anderen Positionen, die eher

01:02:10: risikobehaftet sind und

01:02:13: natürlich die Notenbanken weiter kaufen,

01:02:16: vor allen Dingen in den

01:02:17: sogenannten Entwicklungs-

01:02:19: und Schwellenländern, wo der Anteil von

01:02:23: Gold in den

01:02:24: Währungsreserven deutlich niedriger ist,

01:02:26: als das in den Industrieländern ist.

01:02:27: Der kleine Bruder von Gold heißt ja

01:02:29: Silber bekanntlich und hat da im

01:02:31: Windschatten von Gold

01:02:32: auch kräftig zugelegt. Wie sicher ist

01:02:35: denn dieser vermeintlich „sichere Hafen“?

01:02:38: Weil das ist ja schon

01:02:38: ein bisschen andere Verwendungszwecke. Es

01:02:41: ist ja auch ein

01:02:42: Industrierohstoff Silber, als es jetzt

01:02:44: beim Gold ist.

01:02:44: Ja genau, das ist der Hintergrund. Die

01:02:46: industrielle Nutzung, also Stichwort

01:02:48: Solarpanel für Silber

01:02:50: reicht sicherlich nicht aus, um einen

01:02:52: solchen Anstieg zu

01:02:53: rechtfertigen. Das ist dann immer die

01:02:55: Rechnung „Wie viel Unzen Silber brauche

01:02:57: ich denn für eine Unze

01:02:58: Gold?“, die hier eine Rolle

01:02:59: spielt und vor dem Hintergrund zieht das

01:03:02: Gold Silber natürlich ein

01:03:04: Stück weit mit. Es gilt aber

01:03:06: nicht so sehr als „sicherer Hafen“, weil

01:03:09: eben die industrielle

01:03:10: Nutzung hier einen deutlich höheren

01:03:12: Anteil hat und damit bedeutender ist.

01:03:13: Du hattest schon die Devisenmärkte

01:03:15: angeschaut. Der Schweizer Franken gilt ja

01:03:17: klassischerweise als

01:03:18: „sicherer Hafen“. Eigentlich ja auch der

01:03:21: Dollar, allerdings lief das ja im

01:03:23: vergangenen Jahr ein

01:03:24: bisschen anders. Jetzt steigt der Dollar

01:03:26: aber wieder. Ist das

01:03:26: jetzt das Dollar-Comeback,

01:03:29: die große Erholung oder

01:03:30: ist das eine Momentaufnahme?

01:03:31: Ja, ich glaube, das ist tatsächlich eine

01:03:32: Momentaufnahme. Wir sehen,

01:03:34: dass eben der Dollar im Moment

01:03:37: zumindest gefragt ist, wahrscheinlich

01:03:39: auch vor dem Hintergrund

01:03:41: US-Treasuries, weil die ja

01:03:42: nach wie vor der größte und liquideste

01:03:44: Kapitalmarkt der Welt sind und insofern

01:03:48: die Anleger, wenn sie

01:03:50: denn dann in amerikanischen

01:03:52: Staatsanleihen investieren wollen, eben

01:03:54: auch den Dollar kaufen

01:03:54: müssen. Deswegen der Dollar im Moment

01:03:57: etwas stärker. Aber ich

01:03:59: glaube, dass das wie gesagt

01:04:01: eine Momentaufnahme ist. Wir haben immer

01:04:03: noch die Diskussion um

01:04:04: Zölle etc., die ja nicht

01:04:05: verschwunden ist. Wir haben auch die

01:04:07: ganze Diskussion um die

01:04:08: Disruption. Da hat man am Freitag

01:04:10: auch eine interessante Bewegung an den

01:04:11: Kapitalmärkten, die sicherlich heute auch

01:04:13: ein Stück weit mit nach

01:04:14: Asien und Europa geschwappt ist. Und

01:04:18: insofern würde ich den

01:04:20: Dollar heute bei 1,1730 so in etwa

01:04:24: eher als Momentaufnahme verordnen. Aber

01:04:26: es kommt natürlich sehr

01:04:27: stark darauf an, Jessica,

01:04:29: ob die Dinge im Mittleren Osten

01:04:31: eskalieren oder eben nicht. Der Nahe

01:04:34: Osten ist ja eine Ölregion,

01:04:35: auch das hattest du von dir schon

01:04:36: angesprochen. Der Ölpreis hat

01:04:38: entsprechend reagiert und du hast

01:04:40: ja auch Futures angesprochen, die noch

01:04:42: ganz andere Kursbewegungen

01:04:45: voraussagen. Und wir haben eine

01:04:47: OPEC, die jetzt bereits ein bisschen

01:04:49: gegensteuert, allerdings erst ab dem

01:04:51: 1. April. Wie schwierig

01:04:54: kann das werden, wenn der Ölpreis so

01:04:57: extrem steigt für die

01:04:59: Weltwirtschaft, für einzelne Branchen?

01:05:01: Also im Moment wäre ich noch nicht total

01:05:03: nervös. Wir sind immer noch unter 80

01:05:05: Dollar pro Barrel. Der

01:05:08: Ölpreis steigt heute, das ist richtig,

01:05:10: schwankt so etwas hin und her

01:05:12: zwischen 6–7 und 8–9 Prozent.

01:05:16: Mal gucken, wie er dann enden wird. Und

01:05:19: das hängt wie gesagt auch davon ab, was

01:05:20: dann in den nächsten

01:05:21: Tagen passieren wird. Bisher ist wenig

01:05:24: Infrastruktur zerstört

01:05:26: worden, was die Ölproduktion,

01:05:28: Förderung, Verschiffung angeht. Man liest,

01:05:31: dass eine Raffinerie in

01:05:32: Saudi-Arabien angegriffen worden

01:05:35: sei. Es ist sicherlich auch nicht ganz

01:05:37: unwichtig, was auf der Insel Kark

01:05:39: passiert. Das ist eine Insel

01:05:41: vor der Küste des Iran im Persischen

01:05:45: Golf, von der 90 Prozent des iranischen

01:05:49: Öls verschifft wird.

01:05:50: Und der Iran ist mit gut 5 Millionen

01:05:53: Barrel pro Tag kein ganz kleiner

01:05:56: Produzent von Öl. Dazu

01:05:58: kommt natürlich die Straße von Hormus

01:06:00: durch die rund ein Fünftel der Öltanker

01:06:04: hindurchgehen. Und die

01:06:06: ist im Moment nicht gesperrt, aber die

01:06:07: Schiffe trauen sich nicht wirklich

01:06:08: dadurch zu fahren. Und das

01:06:10: ist natürlich dann auch eine Beobachtung,

01:06:12: die wir hier machen müssen.

01:06:13: Also das sind die Hintergründe,

01:06:15: warum der Ölpreis steigt. Es ist die

01:06:17: Frage um die Straße von

01:06:18: Hormus. Es ist die Frage, ob

01:06:20: Infrastruktur belastet sein wird und wer da

01:06:22: ausfällt. Das meiste an

01:06:24: Öl und Gas, was hier im

01:06:26: Mittleren Osten produziert wird bzw.

01:06:28: durch die Straße von Hormus

01:06:29: geht, geht nach Asien, auch

01:06:32: nach China. Chinas Reserven sind wohl

01:06:33: ausgesprochen gefüllt. Aber

01:06:35: es sollte ja ein Treffen der

01:06:37: beiden Präsidenten Trump und Xi im April

01:06:40: geben. Mal gucken, ob das denn dann

01:06:42: stattfindet, weil nach

01:06:43: Venezuela ist sozusagen jetzt der zweite

01:06:46: Freund Chinas, der auch

01:06:47: Öllieferant ist, unter Druck. Und

01:06:50: deswegen beobachten wir die Situation da

01:06:53: sehr genau, gerade was die

01:06:55: Straße von Hormus, was die

01:06:56: Infrastruktur angeht und wie sich das

01:06:58: weiterentwickelt. Ich

01:06:59: glaube nicht, dass man das

01:07:00: heute abschließend beurteilen kann. Die

01:07:03: Märkte sind nervös. Man sieht es vor

01:07:04: allen Dingen, Jessica,

01:07:05: wenn ich das noch sagen darf, auch beim

01:07:07: Gaspreis. Hier hat sich

01:07:09: eine riesige Differenz zwischen

01:07:11: Amerika und Europa aufgemacht. Der

01:07:14: europäische Gaspreis steigt

01:07:15: momentan um 45 Prozent. Katar

01:07:18: hatte angekündigt, dass sie im Moment

01:07:21: auch nicht weiter produzieren und

01:07:23: verschiffen wollen,

01:07:25: aufgrund natürlich der Handlungen, der

01:07:28: kriegerischen Handlungen dort im Nahen

01:07:30: Osten oder Mittleren

01:07:31: Osten. Und da ist Europa jetzt sehr stark

01:07:33: von betroffen.

01:07:34: Normalerweise geht dieses Gas durch

01:07:37: die Straße von Hormus auch eher Richtung

01:07:39: Asien. Aber wenn das

01:07:41: ausfallen sollte, müssen natürlich

01:07:42: auch Asien auf den Weltmärkten kaufen.

01:07:44: Und da die Stände, die

01:07:45: Speicherstände in Europa

01:07:47: ausgesprochen niedrig sind und wir ja den

01:07:49: Winter – man hat zwar etwas

01:07:50: frühlingshafte Gefühle, wenn man

01:07:53: gerade rausguckt und das Wetter

01:07:55: anschaut – aber wir haben den Winter ja

01:07:57: noch nicht so ganz verlassen.

01:07:59: Deswegen ist da offensichtlich Nervosität

01:08:01: vorhanden und der Gaspreis

01:08:03: steigt vor allen Dingen in

01:08:05: Europa deswegen doch sehr deutlich mit 45

01:08:08: Prozent an. Wenn jetzt unsere

01:08:10: Energiekosten deutlich in

01:08:12: die Höhe schnellen, was ja nicht

01:08:14: ausgeschlossen ist jetzt in dieser ganzen

01:08:16: Gemengelage, was würde

01:08:18: denn das bedeuten für die Inflation und

01:08:21: glaubst du, dass die EZB da

01:08:23: relativ zügig dann gegensteuern

01:08:24: würde? Ich glaube nicht, dass das viel

01:08:26: helfen würde, wenn die EZB

01:08:28: das tun würde, weil das ja

01:08:30: kein allgemeiner Preisschock ist,

01:08:33: sondern wirklich einer, der hier aus

01:08:35: diesen militärischen

01:08:37: Handlungen im Mittleren und Osten

01:08:39: resultiert. Deswegen würde ich das eher

01:08:41: nicht glauben. Aber es ist

01:08:44: natürlich richtig, dass der höhere

01:08:45: Ölpreis oder insgesamt die höheren

01:08:48: Energiepreise dann die

01:08:49: Inflation treiben. Da muss man schon

01:08:51: drauf achten. Ich würde, oder

01:08:54: wäre wie gesagt, wie ich das

01:08:55: vorhin gesagt habe, bei unter 80 noch

01:08:56: nicht sehr nervös, wenn

01:08:58: wir aber Richtung 100 gehen,

01:08:59: dann müssen wir sicherlich nochmal

01:09:00: darüber nachdenken,

01:09:02: welche Folgen es denn für die

01:09:04: Inflation, für die Weltwirtschaft

01:09:05: insgesamt hat, die wir ja nach wie vor

01:09:08: als sehr robust ansehen. Und

01:09:09: solange diese Einsätze im Mittleren und

01:09:13: Osten temporär sind,

01:09:15: soweit eben die Infrastruktur

01:09:17: nicht belastet ist, glaube ich, müssen

01:09:21: wir nicht substanziell

01:09:22: über neue Ergebnisse in der

01:09:24: Weltwirtschaft sprechen. Sollte sich das

01:09:27: ändern und die Lage weiter

01:09:28: eskalieren, dann muss man

01:09:29: sicherlich darüber nachdenken, ob man die

01:09:32: Wachstumszahlen und damit auch die

01:09:33: Unternehmensgewinnen noch

01:09:34: da lassen kann, wo sie im Moment stehen.

01:09:36: Du hattest ja eingangs schon

01:09:37: die Reaktion der Aktienmärkte

01:09:39: kurz beschrieben, was ich ja auch ganz

01:09:42: spannend finde, in dem

01:09:43: Zusammenhang sich mal so die

01:09:45: Schwellenländeraktien anzuschauen. Das

01:09:47: sind ja auch viele Rohstoff

01:09:48: importabhängige Industrien darunter.

01:09:51: Können die auch unter Druck geraten, weil

01:09:53: wer viel Öl braucht, der

01:09:55: leidet ja gleich doppelt,

01:09:57: wenn der Preis anzieht. Ja, das ist

01:09:59: absolut richtig. Wir sehen auch, dass die

01:10:01: Länder, ich hätte jetzt

01:10:02: was gesagt, durchweg im negativen Bereich

01:10:05: liegen. Insofern ja gerade Indien,

01:10:09: Thailand, Korea, Japan,

01:10:11: das sind jetzt nicht nur Entwicklungs-

01:10:13: oder Schwellenländer, aber sie sind

01:10:15: natürlich sehr abhängig von

01:10:16: den Öl- und Gas-Transporten aus

01:10:20: Mittel-Ost durch die Straße von Hormus

01:10:22: und sollte das jetzt

01:10:24: eingeschränkt sein, dann leiden diese

01:10:27: Volkswirtschaften natürlich entsprechend

01:10:29: und die Aktienmärkte

01:10:30: sind auch negativ davon betroffen. Also

01:10:33: insofern würde ich

01:10:34: annehmen, guck mal gerade hier in

01:10:37: Bloomberg, wie es in Asien aussieht, ja

01:10:40: wir haben, wie gesagt,

01:10:42: durch die Bank negative Zahlen.

01:10:44: China selbst war ein bisschen positiver,

01:10:46: das liegt aber daran, dass

01:10:48: natürlich Chinese New Year

01:10:49: letzte Woche stattgefunden hat, die

01:10:51: Börsen geschlossen waren.

01:10:52: Aber ansonsten sehen wir doch

01:10:54: überwiegend zumindest rote Zahlen. Gut,

01:10:58: wir bleiben auf jeden Fall

01:10:59: dran, wie das Ganze weitergeht.

01:11:01: Schauen wir mal noch auf zwei andere

01:11:02: Themen, die ja auch nicht ganz abgehakt

01:11:05: sind an der Börse. Da sind

01:11:07: einmal die Zölle, Zollankündigungen,

01:11:10: Deals, Urteile neue

01:11:11: Zollankündigungen, ausgesetzte

01:11:13: Deals – also die Handelspolitik von

01:11:15: Donald Trump ist ja alles andere als

01:11:16: planbar. Hast du noch den

01:11:19: Überblick und was bedeutet das Urteil des

01:11:22: Supreme Courts, was wir

01:11:23: jüngst gesehen haben? Ja, Jessica,

01:11:25: das ist natürlich absolut richtig. Wir

01:11:27: haben eben nicht nur den

01:11:29: Iran, der hier oder die Angriffe

01:11:31: auf den Iran, die hier die Unsicherheit

01:11:33: deutlich an den

01:11:34: Kapitalmärkten erhöhen, sondern wir haben

01:11:37: auch noch die Diskussion um die

01:11:39: Disruption, können wir sicherlich gleich

01:11:41: darüber sprechen und

01:11:43: natürlich die amerikanischen Zölle. Ja,

01:11:45: der amerikanische

01:11:46: Präsident, die amerikanische

01:11:47: Administration hat sehr schnell auf das

01:11:49: Urteil des Supreme Courts

01:11:50: geantwortet, hat eine neue

01:11:53: gesetzliche Grundlage gezogen, auf der

01:11:55: dann wieder im Grunde Zölle in

01:11:57: der gleichen Höhe angekündigt

01:11:59: wurden, aber auch das erhöht die

01:12:01: Unsicherheit. Die Europäer überlegen, ob

01:12:04: sie das Zollabkommen

01:12:05: vom letzten Jahr, was in Schottland

01:12:07: getroffen worden ist,

01:12:10: ratifizieren oder aber ob sie neu

01:12:13: verhandeln müssen. Also ja, diese Dinge

01:12:16: sind nicht dazu angezeigt hier, die

01:12:18: Nerven zu beruhigen,

01:12:19: sondern erhöhen natürlich zusätzlich

01:12:21: nochmal die Unsicherheit.

01:12:23: Zumal ja die Zölle, die jetzt

01:12:25: erhoben worden sind, beziehungsweise die

01:12:27: gesetzliche Grundlage,

01:12:28: auf der das passiert ist, vom

01:12:31: Kongress abgesegnet werden muss,

01:12:33: ansonsten können die Zölle

01:12:34: nicht über das Jahr hinaus

01:12:37: beibehalten werden und deswegen wird es

01:12:39: sicherlich in den

01:12:40: Vereinigten Staaten dazu noch eine

01:12:42: interessante Diskussion geben. Apropos

01:12:44: Unsicherheit, die gab es auch Ende

01:12:46: vergangener Woche, da hat

01:12:47: es die Bankaktien ordentlich

01:12:49: durcheinander gewirbelt. Was war da los?

01:12:51: Ja, das ist eben das Thema

01:12:52: Disruption, was wir ja auch nicht erst

01:12:53: seit Freitag im Grunde

01:12:55: genommen haben, sondern schon ein

01:12:57: bisschen länger uns begleitet. Es geht

01:13:00: weiterhin um die hohen

01:13:01: Investitionen in die Künstliche

01:13:03: Intelligenz, namentlich die Rechenzentren. Es

01:13:07: geht weiterhin um die

01:13:08: Frage, ob sich diese hohen

01:13:10: Investitionen rechnen oder eben nicht, ob

01:13:14: die Profitabilität wirklich dazu-

01:13:17: kommt. Und jetzt kommt

01:13:18: eben auch noch die Frage der Disruption

01:13:20: auf. Also werden denn alle

01:13:22: Softwareunternehmen in der Weise,

01:13:25: wie sie jetzt ihre Geschäftsmodelle

01:13:27: haben, die auch

01:13:28: weiterführen können oder werden sie

01:13:31: möglicherweise aus dem Markt gedrängt

01:13:33: durch Künstliche Intelligenz. Viele

01:13:35: dieser Softwareunternehmen

01:13:37: in den Vereinigten Staaten haben nicht am

01:13:40: öffentlichen Kapitalmarkt Geld

01:13:42: aufgenommen, sondern

01:13:44: sozusagen Private Credit. Und da ist

01:13:47: jetzt die Frage, wenn diese

01:13:48: Softwareunternehmen im Geschäftsmodell

01:13:51: unter Druck kommen, dann könnte eben auch

01:13:53: die Rückzahlung dieser

01:13:54: Kredite schwierig werden. Und

01:13:56: dann sind die Finanziers, was eben auch

01:13:59: viele Private

01:13:59: Equity-Unternehmen in den USA waren,

01:14:03: unter Druck. Und genau das haben wir

01:14:04: gesehen. Das ist sozusagen der nächste

01:14:06: Sektor, der jetzt von

01:14:08: dieser Diskussion um Disruption betroffen

01:14:11: ist. Wir haben das ja

01:14:12: schon mit den Ankündigungen von

01:14:14: Anthropic beispielsweise, bei Logistik,

01:14:16: aber auch bei Finanzwerten gesehen. Die

01:14:18: Software sehr schwach

01:14:20: in diesem Jahr über 20 Prozent gerechnet

01:14:23: im S&P 500 Software. Also

01:14:25: das ist die Diskussion, die wir

01:14:27: im Moment auf der Sektorebene sehr stark

01:14:29: erleben. Rotation,

01:14:31: wohingegen auf der Indexebene noch

01:14:33: verhältnismäßig wenig bisher passiert

01:14:35: ist. Jetzt haben wir jede Menge spannende

01:14:37: Themen angesprochen.

01:14:39: Nicht alle sind vergnügungssteuerpflichtig,

01:14:41: um das mal vorsichtig

01:14:42: auszudrücken. Wie sollten

01:14:44: sich Anleger in dieser Gemengelage

01:14:47: aufstellen? Das hängt

01:14:48: natürlich immer von der persönlichen

01:14:49: Strategie ab. Klar, aber kann man so eine

01:14:51: allgemeingültige

01:14:52: Empfehlung aussprechen? Vielleicht

01:14:53: erst mal Füße stillhalten, Ruhe bewahren?

01:14:56: Ja, das ist nie verkehrt,

01:14:57: vor allen Dingen, wenn die

01:14:58: Unsicherheit so hoch ist. Wir wissen ja

01:15:00: nicht, in welche Richtung es

01:15:01: geht. Und man hat das ja auch

01:15:03: gesehen bei den Zöllen, die der

01:15:06: amerikanische Präsident im April letzten

01:15:08: Jahres verkündet hat,

01:15:10: wie schnell eben auch die Entwicklung

01:15:11: wieder in die andere Richtung

01:15:12: gehen wird. Ich bin jetzt nicht

01:15:14: sicher, ob das hier auch der Fall ist.

01:15:17: Aber die Möglichkeit besteht

01:15:18: natürlich und deswegen würde

01:15:20: ich im Moment mal Ruhe bewahren. Wir

01:15:22: haben nach wie vor so lange eben der

01:15:24: Ölpreis nicht deutlich

01:15:26: höher geht und wir keine Eskalation der

01:15:30: Situation haben, eine recht robuste

01:15:32: volkswirtschaftliche

01:15:34: Entwicklung sowohl auf der Welt, als auch

01:15:35: in Amerika, Europa und

01:15:38: Asien. Das liegt einfach an der

01:15:40: Fiskal- und Geldpolitik, die hier ja auch

01:15:42: betrieben wird. Wir haben hohe

01:15:44: Investitionen, die ja im

01:15:46: Januar noch mal erhöht worden sind in die

01:15:48: Künstliche Intelligenz. Also all das

01:15:50: sollte zu Wachstum führen.

01:15:52: Wir sehen auch, dass die Unternehmen

01:15:55: hervorragend berichten. In Amerika liegen

01:15:58: wir mittlerweile bei

01:15:59: knapp plus 15 Prozent für das vierte

01:16:02: Quartal. Auch die Aussichten waren sehr

01:16:04: gut. Allein es interessiert

01:16:06: eben in bestimmten Sektoren im Moment

01:16:08: nicht. Selbst wenn man

01:16:10: hervorragend berichtet und einen

01:16:11: guten Ausblick gibt, ist es noch zu

01:16:13: wenig, weil eben diese Befürchtungen um

01:16:16: die Rotation sind. Und

01:16:17: insofern bin ich nicht sicher, ob man im

01:16:19: Moment in das fallende

01:16:20: Messer – um eine Börsenweisheit zu

01:16:23: zitieren – greifen muss oder ob man nicht

01:16:25: abwartet, bis ein Boden gefunden ist,

01:16:28: selbst wenn es ein paar

01:16:29: Punkte Performance kosten könnte. Also

01:16:32: wer jetzt kauft, muss schon echt Nerven

01:16:33: und Zeit haben. Ansonsten

01:16:35: würde ich im Moment etwas warten und

01:16:38: würde dann, wenn sich die

01:16:40: Lage beruhigt und man einen Boden

01:16:41: sieht, sehr selektiv in die Märkte

01:16:43: hineingehen. Da gibt es

01:16:44: sicherlich auch bei der doch sehr

01:16:47: in Mitleidenschaft gezogenen Software,

01:16:49: aber auch in anderen Bereichen

01:16:50: Möglichkeiten. Und vielleicht

01:16:53: ist das ein oder andere, was da in den

01:16:55: Märkten an Disruption

01:16:55: diskutiert wird, auch ein bisschen

01:16:57: übertrieben. Da ist dann doch noch der

01:16:59: rheinische Optimist. Vielen lieben Dank

01:17:02: für diese PERSPEKTIVEN

01:17:03: To Go.

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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