PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

Transkript

Zurück zur Episode

01:00:00: Deutsche Bank

01:00:02: präsentiert Perspektiven To Go.

01:00:04: Ihr Audio-Podcast

01:00:06: rund um das Thema Börsen.

01:00:08: Der Nahost-Konflikt bleibt das bestimmende

01:00:11: Thema an den Märkten.

01:00:12: Hohe Energiepreise, die gesperrte Straße

01:00:14: von Hormus, die Angst

01:00:15: um die Weltwirtschaft,

01:00:16: die Stimmung an den Finanzmärkten bleibt

01:00:18: angespannt, die

01:00:20: Schwankungen sind weiterhin

01:00:21: hoch.

01:00:21: Wie Anleger damit umgehen sollten, welche

01:00:23: Risiken, aber auch

01:00:24: Chancen es aktuell gibt.

01:00:25: Darüber spreche ich mit Uli

01:00:26: Stephan von der Deutschen Bank.

01:00:28: Mein Name ist Jessica Schwarzer.

01:00:29: Damit herzlich willkommen zu einer neuen

01:00:31: Ausgabe der Perspektiven To Go.

01:00:34: Uli, seit Ausbruch des Iran-Krieges

01:00:36: fahren die Börsen Achterbahn,

01:00:38: müssen wir das weiterertragen?

01:00:39: Ja, ich befürchte schon, Jessica.

01:00:41: Wir wissen alle nicht, wann und welcher

01:00:43: Form es ein Ende dieses

01:00:44: Krieges um den persischen

01:00:46: Golf herum gibt.

01:00:47: Und solange ist natürlich jede Meldung,

01:00:50: die rauskommt, dazu

01:00:52: angezeigt, dass die Märkte

01:00:54: in die eine oder andere

01:00:54: Richtung bewegt werden.

01:00:56: Hoffnung ist einfach da, dass es

01:00:57: schneller geht, dass man die Straße von

01:00:59: Hormus wieder öffnet.

01:01:01: Aber bisher ist das eben nicht der Fall

01:01:03: und insofern sind die

01:01:05: Volatilitäten sehr hoch

01:01:07: an den Märkten.

01:01:08: Hauptgrund dafür sind ja die stark

01:01:09: gestiegenen Energiepreise.

01:01:11: Wie groß ist die Bedeutung der Region für

01:01:13: unsere Versorgung mit

01:01:14: Öl und Gas, also unsere

01:01:14: hier in Deutschland?

01:01:15: Ja, sie ist gar nicht so gravierend hoch.

01:01:18: Wir bekommen ungefähr 10 Prozent des

01:01:21: Gases aus dem Mittleren

01:01:23: Osten durch die Straße von

01:01:26: Hormus.

01:01:27: Wir kriegen das meiste Gas aus Norwegen

01:01:29: und den Vereinigten

01:01:30: Staaten von Amerika mittlerweile.

01:01:33: Natürlich bekommen wir

01:01:33: auch Öl aus dieser Region.

01:01:35: Wir sind aber deutlich gasabhängiger.

01:01:38: Also es ist nicht ein direktes

01:01:40: Knappheitsthema für Europa, aber es ist

01:01:42: natürlich ein Preisthema,

01:01:44: dass sich die Preise dann nach dem

01:01:45: Weltmarkt richten, weil

01:01:46: ganz überwiegend Öl und Gas

01:01:49: durch die Straße von Hormus

01:01:51: nach Asien transportiert wird.

01:01:53: Und ja, wenn man dann auf dem Weg nach

01:01:55: Asien mehr verdienen

01:01:56: kann, dann macht man das eben

01:01:58: und die Preise steigen entsprechend.

01:02:00: Das ist, wenn mich auch meine nächste

01:02:01: Frage, wie es mit anderen

01:02:02: Ländern und Regionen aussieht,

01:02:04: wer ist da eben Profiteur

01:02:06: und wer leidet besonders?

01:02:08: Also zunächst mal, Jessica, ist das

01:02:09: wirklich insgesamt keine gute Situation

01:02:11: für die Weltwirtschaft?

01:02:13: Das muss man einfach so sagen.

01:02:14: Der Mittlere Osten ist hier die Straße

01:02:17: von Hormus, vor allen Dingen sehr

01:02:18: entscheidend für die

01:02:20: Versorgung der Welt mit Energie, aber

01:02:23: auch Energie lastigen

01:02:26: Vorprodukten, wenn man so will.

01:02:28: Ich habe beispielsweise gelesen, dass

01:02:29: jetzt eine der größten,

01:02:31: wenn nicht die weltgrößte,

01:02:32: Schmelze für Aluminium in Bahrain die

01:02:36: Forten schließt, weil man

01:02:37: eben dieses Aluminium gar

01:02:39: nicht mehr abtransportieren kann bzw. das

01:02:42: Bauxit nicht mehr nach Bahrain

01:02:44: transportiert werden

01:02:45: kann.

01:02:46: Also es hat schon Auswirkungen für die

01:02:48: ganze Welt insgesamt.

01:02:51: In Asien, Indien hat schon wirklich sehr

01:02:54: darauf hingedeutet, dass

01:02:55: man hier dringend wieder

01:02:58: vor allen Dingen auch Gas

01:02:59: braucht, natürlich auch Öl.

01:03:01: Das Gleiche gilt für

01:03:02: Taiwan, Korea, Japan, China.

01:03:05: Also das ist schon ein Thema.

01:03:06: Die USA sind relativ unberührt davon,

01:03:09: weil sie ja ein ganz

01:03:10: großer Produzent von Öl und

01:03:12: Gas sind und man wird natürlich sehen,

01:03:15: inwieweit sich auch

01:03:16: Russland über die höheren Preise

01:03:18: freuen kann, vor allen Dingen, weil ja

01:03:19: die Sanktionen zumindest

01:03:22: mal von US-Seite leicht

01:03:24: gelockert worden sind.

01:03:25: Also hat der Krieg ja logischerweise dann

01:03:26: auch massive Auswirkungen auf das

01:03:28: Weltwirtschaftswachstum.

01:03:30: Erste Institute haben ja schon ihre

01:03:32: Prognosen ein bisschen gesenkt.

01:03:34: Wie schlimm wird es?

01:03:35: Ja, das ist natürlich davon abhängig, wie

01:03:38: lange dieser Konflikt

01:03:39: anhält und wie lange

01:03:40: die Versorgung vor allen Dingen mit

01:03:42: Energie nicht stattfindet,

01:03:45: gestoppt ist in kleinerer

01:03:47: Zahl oder zu wesentlich

01:03:49: höheren Preisen stattfindet.

01:03:51: Schwer zu sagen, es hat allerdings jetzt

01:03:53: schon Auswirkungen, vor

01:03:54: allen Dingen auf der Gasseite.

01:03:56: Also man sieht, dass Öl, sogenannte

01:03:58: Backwardation, handelt.

01:04:00: Das heißt, die Preise

01:04:01: sind kurzfristig sehr hoch.

01:04:03: Die Terminkurse Richtung zweite Halbjahr

01:04:06: und vor allen Dingen

01:04:06: Jahresende fallen aber dann

01:04:08: doch wieder recht deutlich.

01:04:10: Also hier geht der Markt davon aus, dass

01:04:12: dieser Konflikt endlich

01:04:13: ist und dass vor allen Dingen

01:04:15: im zweiten Halbjahr dann die Versorgung

01:04:18: wieder normal sein wird.

01:04:20: Bei der Gasversorgung sieht das anders

01:04:22: aus, denn die europäischen

01:04:24: Speicher sind ausgesprochen

01:04:26: niedrig gefüllt für Europa

01:04:27: insgesamt unter 30 Prozent.

01:04:29: Für Deutschland nur gut 20 Prozent.

01:04:32: Also werden wir auch über den Sommer und

01:04:34: im Herbst natürlich

01:04:35: eine große Nachfrage nach

01:04:37: Gas sehen, um die Speicher wieder

01:04:39: auffüllen zu können.

01:04:40: Und deswegen ist zumindest was die

01:04:42: Terminkurse angeht an der Börse.

01:04:45: Der Gaspreis nicht fallend, sondern

01:04:47: bleibt in etwa auf dem

01:04:49: Niveau, was wir im Moment sehen.

01:04:50: Und das ist eben doch erheblich über dem,

01:04:53: was wir vor dem Konflikt gesehen haben.

01:04:55: Und wenn sich die Situation nicht

01:04:56: beruhigt, dann steigt ja

01:04:57: unweigerlich auch die Gefahr

01:04:59: einer höheren Inflation.

01:05:00: Was glaubst du, wie die

01:05:01: Notenbanken reagieren würden?

01:05:04: Was ist da im Augenblick

01:05:05: erwartet oder eingepreist?

01:05:06: Ja, also die Inflationserwartungen, die

01:05:08: auch an der Börse gepreist werden, sind

01:05:10: schon deutlich angezogen.

01:05:13: Vor allen Dingen auf kurze Sicht.

01:05:14: Also da ist sozusagen spiegelbildlich,

01:05:16: was wir auch am Ölmarkt sehen.

01:05:18: Man erwartet dann eben auch hier, dass

01:05:20: der Konflikt enden wird

01:05:22: und damit natürlich auch

01:05:23: die Preise wieder runtergehen.

01:05:24: Aber Inflationserwartungen für die USA,

01:05:27: 3%, für Europa sogar über 3%.

01:05:30: Also da sieht man das schon, auf ein Jahr

01:05:32: gesehen, da ist schon was passiert.

01:05:34: Und insofern preist der Markt im Moment.

01:05:36: Da muss man immer vorsichtig sein, weil

01:05:38: der Markt da auch sehr schnell hin und

01:05:40: her springt natürlich.

01:05:42: Aber er preist momentan nur noch einen

01:05:44: Zinsschritt der

01:05:45: amerikanischen Notenbank nach unten ein.

01:05:47: Wir werden ja auch einen neuen

01:05:48: Notenbank-Gouverneur

01:05:49: haben mit Kevin Walsh.

01:05:50: Also mal gucken, ob

01:05:51: das denn dann so kommt.

01:05:53: Unsere Prognose werden immer noch zwei

01:05:55: Zinsschritte in den Vereinigten Staaten,

01:05:57: weil auch der Arbeitsmarkt,

01:05:59: sagen wir mal, schwach läuft.

01:06:01: Auf der europäischen Seite preist der

01:06:03: Markt im Moment sogar

01:06:04: einen Zinsschritt nach oben

01:06:05: für die Europäische Zentralbank ein.

01:06:08: Und es wird deswegen sehr spannend sein

01:06:10: zu beobachten, wie

01:06:11: sich in den nächsten Tagen

01:06:13: kommen ja alle großen

01:06:13: Notenbanken sich äußern werden.

01:06:16: Vor allen Dingen in den Pressekonferenzen

01:06:18: zu den

01:06:19: Inflationserwartungen und vor allen Dingen

01:06:21: dann auch zu einer

01:06:22: potentiellen Geldpolitik.

01:06:23: Ich würde nicht erwarten, dass viel

01:06:25: passiert, sondern man wird sagen, dass

01:06:27: man weiter beobachtet

01:06:28: und datenabhängig dann bei der nächsten

01:06:30: Sitzung entscheidet.

01:06:31: Hätten in dieser ganzen Gemengelage die

01:06:33: Börsenkurse nicht eigentlich

01:06:34: viel stärker reagieren müssen?

01:06:36: Das weiß ich nicht.

01:06:37: Ich finde, sie haben ziemlich stark

01:06:38: reagiert, allerdings

01:06:39: nicht auf der Oberfläche,

01:06:41: sondern wieder darunter

01:06:42: in den einzelnen Sektoren.

01:06:44: Also wir leben sozusagen die

01:06:46: Rückabbildung der Revision,

01:06:48: wenn ich das so sagen darf.

01:06:49: Wir haben am Jahresanfang gesehen, dass vor

01:06:51: allen Dingen Technik,

01:06:53: insbesondere Software sehr stark

01:06:55: unter die Räder gekommen ist.

01:06:57: Da ging es um das Thema hohe

01:06:59: Investitionen, sinkende Cash Flows,

01:07:01: zunehmende Disruption.

01:07:04: Auf der anderen Seite sind eben

01:07:05: europäische Versorger zum

01:07:07: Beispiel sehr stark gestiegen.

01:07:10: Insgesamt auf der Wachstums. Auf der Seite der Wachstumsaktien

01:07:14: war es am Jahresanfang schwächer.

01:07:16: Die Value-Aktion haben besser performt.

01:07:19: Und das hat sich seit Anfang März ein

01:07:21: Stück weit ins Gegenteil

01:07:22: verkehrt, also umgekehrt.

01:07:25: Und dadurch, dass die Sektoren so

01:07:26: unterschiedlich reagieren, hat

01:07:28: natürlich dann auch der Markt

01:07:30: auf einer aggregierten Ebene weniger stark

01:07:32: reagiert, weil das eine

01:07:33: sozusagen das andere kompensiert.

01:07:36: Aber du hast schon recht, insgesamt hat

01:07:38: auch der MSCI World All

01:07:39: Countries 5,3% abgegeben

01:07:44: im Monat März und liegt damit jetzt fürs

01:07:47: Gesamtjahr minus 1,2%.

01:07:50: Also sicherlich auch auf einer

01:07:51: aggregierten Ebene insgesamt

01:07:53: negativ, wenn gleich wie gesagt

01:07:56: das Meiste davon jetzt

01:07:57: im März passiert ist.

01:07:59: Wie sollten Anleger

01:08:00: denn darauf reagieren?

01:08:02: Muss ich dann auch ein bisschen meine

01:08:03: Favoriten wechseln oder

01:08:05: bleibe ich einfach in meinen

01:08:06: breit streuenden ETFs und gehe da durch ja

01:08:09: Augen zu und durch eben?

01:08:10: Ja, es ist natürlich ganz schwer zu

01:08:12: sagen, wie diese Situation weitergeht.

01:08:14: Also wenn man sozusagen in Szenarien

01:08:16: denkt, müsste man sagen,

01:08:18: wer an eine schnelle Lösung

01:08:21: dieses Krieges glaubt oder zumindest

01:08:24: glaubt, dass die Straße

01:08:25: von Hormus kurzfristig wieder

01:08:27: befahrbar sein wird.

01:08:28: Der sollte tatsächlich auf zyklische

01:08:31: Werte setzen, überhaupt

01:08:32: Aktien dann übergewichten.

01:08:35: Wer glaubt, dass das nicht der Fall ist,

01:08:38: sollte eher auf

01:08:39: defensive Werte schauen, also

01:08:42: auch gerade Energieversorger sicherlich,

01:08:45: aber auch im

01:08:46: Rentenbereich dann aktiv werden und

01:08:49: wahrscheinlich ein Übergewicht eher in

01:08:51: den USA halten im Vergleich zu Europa.

01:08:54: Wer optimistischer ist, der sollte dann

01:08:56: Europa und vor allem

01:08:57: Asien, was ja auch sehr

01:08:58: gelitten hat unter diesen

01:08:59: Entwicklungen präferieren.

01:09:01: Wenn du sagst im Rentenbereich aktiv

01:09:03: werden, welche Anleihen

01:09:04: würde ich mir dann anschauen?

01:09:05: Ja, ich finde es bemerkenswert, dass im

01:09:07: Bereich der

01:09:08: Unternehmensanleihen die Spreads relativ

01:09:11: moderat auseinander gelaufen sind.

01:09:13: Das Zinsniveau insgesamt ist natürlich

01:09:14: nach oben gegangen,

01:09:16: aber das sieht mittlerweile

01:09:18: wieder einigermaßen attraktiv aus, vor

01:09:20: allen Dingen im Bereich

01:09:21: der besseren Bonitäten.

01:09:23: Ich würde aber auch

01:09:23: Staatsanleihen beimischen.

01:09:25: Wir haben mittlerweile Bundesanleihen im

01:09:26: zehnjährigen Bereich,

01:09:27: die bei fast 3% notieren.

01:09:30: Da werden eben die Inflationserwartungen

01:09:33: momentan eingepreist in

01:09:35: Italien, in Frankreich oder

01:09:37: auch in Großbritannien sind die Renditen

01:09:39: noch höher und damit ein

01:09:41: Stück weit attraktiver.

01:09:42: Auch US-Treasuries, dann ist man aber

01:09:44: natürlich dollarinvestiert,

01:09:46: genauso wie in Großbritannien

01:09:47: im Pfund.

01:09:49: Kriegt man Renditen, die

01:09:51: mittlerweile fast 4,3% wieder sind.

01:09:54: Das könnte schon sein, dass man hier zu

01:09:57: den relativ hohen

01:09:58: Zinsen auch noch Kursgewinne

01:10:00: mitnimmt, sollte dieser Konflikt enden

01:10:03: und vor allen Dingen

01:10:04: sollte er relativ bald enden.

01:10:05: Lass uns auch noch auf die Rohstoffmärkte

01:10:07: schauen, also vor

01:10:08: allem auf die Edelmetalle.

01:10:09: Wir haben ja schon auf den Ölpreis und

01:10:10: den Gaspreis geschaut,

01:10:11: aber lass uns auf Gold

01:10:13: schauen.

01:10:14: Das stand dem zuletzt auch im Fokus der

01:10:15: Anleger und hat nicht

01:10:16: immer ganz so reagiert, wie man

01:10:17: erwartet hätte, oder?

01:10:18: Das liegt aus meiner Sicht aber am

01:10:20: Dollar, der eben wieder

01:10:22: recht fest geworden ist und

01:10:24: da Gold ja typischerweise in Dollar

01:10:25: notiert, ist es dann in

01:10:28: Dollar, naja so in etwa auf

01:10:30: diesem Niveau geblieben.

01:10:32: Ich finde schon, wenn man in Euro guckt,

01:10:34: hat es einen gewissen

01:10:35: sicheren Hafen immer noch

01:10:37: gespielt.

01:10:38: Allerdings haben wir ja auch im Vorfeld

01:10:40: immer wieder gesagt, dass

01:10:41: Gold nicht nur von Notenbanken

01:10:43: gekauft wird, sondern eben auch von

01:10:45: Anlegern als Absicherung,

01:10:47: sogenannte Hedges genommen

01:10:49: worden ist für Investitionen im

01:10:51: Aktienmarkt, vor allen Dingen im Bereich

01:10:52: der Technologieaktien.

01:10:55: Und verkauft man eben Aktien, dann

01:10:57: verkauft man eben auch

01:10:58: seine Absicherung und damit

01:11:00: ist Gold ein Stück weit unter Druck

01:11:03: gekommen, allein aus der Fragestellung.

01:11:05: Ich brauche eben Liquidität in diesen

01:11:07: unsicheren Zeiten, weil

01:11:08: ich weiß noch nicht, wann ich

01:11:10: wieder zukaufen möchte.

01:11:11: Apropos unsichere Zeiten, es drohen schon

01:11:14: wieder neue Zölle von Donald Trump.

01:11:16: Was ist da los?

01:11:16: Wie soll ich das sagen?

01:11:17: Der Oberste Gerichtshof der Supreme Court

01:11:19: hat ja gegen die bisher

01:11:21: erhobenen Zölle gestimmt.

01:11:23: Es gibt einige Verfahren jetzt in den

01:11:25: Vereinigten Staaten, um

01:11:27: die Gelder zurückzuholen.

01:11:28: Mal gucken, wie das weitergeht.

01:11:29: Aber mit dem Urteil des Supreme Courts

01:11:32: hat eben die Politik

01:11:33: sofort reagiert und hat eine

01:11:35: andere rechtliche

01:11:36: Grundlage für Zölle erhoben.

01:11:39: Diese gilt aber nur für 150 Tage und

01:11:42: insofern diskutiert man

01:11:44: gerade in den USA, ob es eine

01:11:46: Zustimmung des Kongresses gibt oder man

01:11:48: nochmal eine andere

01:11:50: rechtliche Grundlage finden muss.

01:11:53: Der Finanzminister Scott Bessent hat

01:11:55: gesagt, dass die Zölle in

01:11:57: jedem Falle auf dem Niveau

01:11:59: bleiben werden, was eben ursprünglich

01:12:02: verhandelt worden war.

01:12:03: Mal gucken, wie die Europäer reagieren.

01:12:06: Sie haben ja gesagt, sie wollen bei dem

01:12:07: Abkommen bleiben, haben aber die

01:12:09: Ratifizierung im Moment

01:12:11: ausgesetzt.

01:12:12: Also da wird es sicherlich weiterhin

01:12:14: Diskussionen und auch Unruhe geben im

01:12:18: Bereich des internationalen

01:12:20: Handels und der Zölle.

01:12:21: Irgendwie scheint es, als ob es im

01:12:22: Augenblick überhaupt

01:12:23: keine guten Nachrichten an den

01:12:24: Märkten gibt.

01:12:25: Von der Autoindustrie in Deutschland

01:12:26: kommen sie auch nicht.

01:12:27: Aber gibt es vielleicht sonst positive

01:12:29: Impulse von der

01:12:29: Berichtssaison in Deutschland und

01:12:31: Europa?

01:12:32: Die Berichtssaison läuft nach wie vor gut, ist

01:12:33: aber natürlich ein

01:12:34: Stück weit Rückspiegel, weil

01:12:36: wir über das vierte

01:12:37: Quartal in 2025 reden.

01:12:40: Da waren die Erwartungen sehr gut.

01:12:42: Auch die Ausblicke waren sehr gut.

01:12:44: Das ist aber, wie gesagt,

01:12:45: fast alles noch Rückspiegel.

01:12:47: Und man muss gucken, wie jetzt die

01:12:49: Unterbrechungen im Handel,

01:12:51: Stichwortstraße von Hormus, aber

01:12:53: auch die deutlich gestiegenen

01:12:55: Energiepreise nicht nur auf

01:12:57: das direkte Geschäft, sondern

01:12:59: eben auch auf die Stimmung wirken.

01:13:02: Es kann ja durchaus sein und ich würde

01:13:04: sogar sagen, es ist

01:13:04: wahrscheinlich, dass diese

01:13:06: Unsicherheiten dazu führen, dass die

01:13:08: privaten Haushalte, privaten

01:13:10: Konsumenten weniger kaufen,

01:13:12: weniger nachfragen und auch

01:13:14: Investitionsentscheidungen möglicherweise

01:13:17: ein Stück weit zurückgestellt

01:13:18: werden.

01:13:18: Und insofern würde ich schon erwarten,

01:13:21: dass wir ein etwas

01:13:22: schwächeres Wachstum sehen,

01:13:25: dass wir auf der volkswirtschaftlichen

01:13:27: Seite wahrscheinlich aber

01:13:28: auch bei den Unternehmensgewinnen

01:13:30: zumindest als erwartet worden war.

01:13:32: Und die Ausblicke eben auch eher etwas

01:13:34: vorsichtiger werden.

01:13:35: Also erst mal kein

01:13:36: Licht am Ende des Tunnels?

01:13:37: Das will ich so nicht sagen.

01:13:39: Es ist eben genau die Frage, wie lange

01:13:41: dieser Konflikt anhält.

01:13:43: Da bin ich aber nicht involviert.

01:13:45: Da kann ich wenig zu sagen.

01:13:47: Ich wäre im Moment noch etwas vorsichtig.

01:13:49: Ich würde sozusagen nicht in die

01:13:50: Volatilität möglicherweise in das

01:13:52: fallende Messer hineingreifen,

01:13:54: sondern würde warten, bis

01:13:55: wir eine Bodenbildung sehen.

01:13:57: Dann verpasst man wahrscheinlich ein paar

01:13:59: Prozentpunkte auf der Upside.

01:14:02: Das wird möglicherweise

01:14:03: dann sehr schnell gehen.

01:14:05: Aber als Risikomanager würde ich da ein

01:14:09: Stück weit zu warten.

01:14:10: Wer einen langen Zeithorizont hat, wer

01:14:13: die Volatilitäten

01:14:13: aushalten kann, der kann sicherlich

01:14:16: auch jetzt schon auf der einen oder

01:14:17: anderen Seite versuchen,

01:14:19: in den Markt hineinzugehen.

01:14:21: Aber wie gesagt, da muss man Geduld haben

01:14:22: und man muss sicherlich

01:14:23: auch die Volatilitäten

01:14:24: aushalten können.

01:14:25: Und wie immer liegen Chance und Risiko

01:14:26: sehr nah beieinander.

01:14:28: Vielen Dank für diese Perspektiven To Go.

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

WICHTIGE HINWEISE:
Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.

Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

von und mit Deutsche Bank

Abonnieren