PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast

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01:00:00: Deutsche Bank

01:00:02: präsentiert PERSPEKTIVEN To Go –

01:00:04: Ihr Audio-Podcast

01:00:06: rund um das Thema Börse.

01:00:08: In den kommenden Tagen treffen sich die

01:00:11: wichtigsten Notenbanken – und

01:00:12: das in Zeiten des Iran-Konflikts.

01:00:14: Die anhaltende Unsicherheit im Nahen

01:00:16: Osten belegt auch alle

01:00:18: Inflationsprognosen mit

01:00:20: erheblicher Unsicherheit.

01:00:22: Können wir also eher mit sorgenvollen

01:00:24: Worten von Fed, EZB, Bank of China und

01:00:29: wer auch sonst noch alles tagt rechnen?

01:00:31: Oder können wir vielleicht sogar mit

01:00:33: Taten rechnen und wie

01:00:34: werden die Märkte reagieren?

01:00:36: Darüber spreche ich mit Uli

01:00:37: Stephan von der Deutschen Bank.

01:00:39: Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit

01:00:40: herzlich willkommen zu

01:00:41: den PERSPEKTIVEN To Go.

01:00:44: Uli, in den kommenden Tagen sind alle

01:00:46: Augen, zumindest die Augen der Börsianer,

01:00:47: auf die Notenbanken gerichtet.

01:00:49: Was erwartest du?

01:00:50: Ich erwarte tatsächlich, dass die

01:00:51: Notenbanken im Moment noch in einer

01:00:53: abwartenden Haltung sind.

01:00:55: Wir wissen nicht, wie lange der Konflikt

01:00:57: um die Straße von Hormus am

01:00:58: Persischen Golf dauern wird.

01:01:01: Wir wissen nicht, wie groß der

01:01:02: volkswirtschaftliche Schaden hinten raus

01:01:04: ist und auf der anderen Seite natürlich

01:01:06: auch die Inflation steigt.

01:01:07: Die Notenbanken werden das

01:01:08: mit großer Sorge beobachten.

01:01:11: Ich glaube aber, dass sie im

01:01:12: Moment noch nichts tun werden.

01:01:14: Man darf auch nicht vergessen, es ist

01:01:15: voraussichtlich die

01:01:16: letzte Notenbank-Sitzung

01:01:19: des amerikanischen Notenbank-Gouverneurs

01:01:21: Jerome Powell, der dann Mitte Mai abgelöst

01:01:24: werden sollte von Kevin Warsh.

01:01:26: Also insofern glaube ich nicht, dass

01:01:29: insbesondere die amerikanische, aber auch

01:01:31: die anderen Notenbanken

01:01:32: jetzt schon geldpolitische

01:01:34: Maßnahmen ergreifen werden.

01:01:35: Aber wir sehen, die kurzfristigen

01:01:37: Inflationsrisiken

01:01:38: steigen auch in den USA.

01:01:41: Wie reagieren denn die Märkte darauf?

01:01:42: Die Märkte sind in einem gewissen

01:01:45: Inflations-Trade nach wie vor.

01:01:47: Wenn der Ölpreis steigt, steigen die

01:01:49: Inflationserwartungen.

01:01:51: Damit verändern sich die

01:01:53: Erwartungen an die Notenbanken.

01:01:55: Also in Amerika werden weniger

01:01:57: Zinssenkungen eingepreist.

01:02:00: Wir hatten sogar mal eine Zinserhöhung

01:02:02: dort im Markt oder in

01:02:04: den Markterwartungen.

01:02:06: Im Moment glaubt der Markt, dass die

01:02:08: amerikanische Notenbank eher nichts tun

01:02:09: wird bis Jahresende.

01:02:10: Auf der europäischen Seite

01:02:11: sieht das aber völlig anders aus.

01:02:13: Da war nichts erwartet worden.

01:02:14: Da sind wir nun bei zwei Zinsschritten.

01:02:17: Japan hält sich relativ konstant bei zwei

01:02:19: Zinsschritten im Laufe des Jahres.

01:02:22: Manchmal ist es auch nur

01:02:23: einer, der dort eingepreist wird.

01:02:25: Also man wird sehen, aber vor dem

01:02:28: Hintergrund, wie gesagt, glaube ich, dass

01:02:29: sie auf dieser Sitzung

01:02:31: jetzt nichts machen werden, sondern

01:02:33: betonen werden, dass sie mit großer Sorge

01:02:36: die Situation weiter beobachten.

01:02:37: Bleiben wir noch mal kurz in den USA, was

01:02:39: ich da ganz spannend

01:02:40: fand, dass die längerfristigen

01:02:42: Inflationserwartungen

01:02:43: bemerkenswert stabil bleiben.

01:02:46: Was bedeutet das denn

01:02:47: für die Anleihmärkte?

01:02:48: Ja, das sieht man insgesamt nicht nur in

01:02:50: Amerika, dass das so ist,

01:02:52: dass vor allen Dingen die

01:02:52: kurzfristigen Inflationserwartungen

01:02:55: steigen, was auch mit den

01:02:56: Energiepreisen zu tun hat.

01:02:58: Denn wir haben ja nach wie vor

01:02:59: Backwardation

01:03:00: beispielsweise beim Ölpreis.

01:03:02: Also der Markt glaubt, dass mit jedem

01:03:05: Monat Zeit, der Verstreicht, der Ölpreis

01:03:09: etwas niedriger tendieren wird,

01:03:12: bedeutet eben der Markt preist ein, dass

01:03:14: das Problem Straße von Hormus in

01:03:18: absehbarer Zeit gelöst wird

01:03:19: und dass wir deshalb keine nachhaltig

01:03:22: hohen Inflationszahlen sehen werden.

01:03:25: Dazu kommt, Jessica, dass wir natürlich

01:03:27: in einer anderen Situation sind, als wir

01:03:30: nach der Corona-Krise waren.

01:03:32: Denn dort hat der Staat den privaten

01:03:34: Haushalten sehr viel Geld eingebucht.

01:03:37: Die Geldpolitik war sehr locker.

01:03:40: Insofern haben die Menschen dann dieses

01:03:42: Geld auch ausgeben wollen und das ist

01:03:45: dann eben auf diesen

01:03:47: damaligen Energie-Schock gestoßen, wo

01:03:50: viele Unternehmen die Preise angehoben

01:03:52: haben und eben das Publikum bereit war,

01:03:55: diese höheren Preise auch zu akzeptieren.

01:03:57: Ich glaube, diesmal

01:03:58: ist das ein wenig anders.

01:03:59: Die Menschen werden eher vorsichtig sein,

01:04:01: werden den Konsum zurückstellen,

01:04:03: zumindest nicht

01:04:04: unbedingt notwendige Güter.

01:04:06: Ähnliches gilt wahrscheinlich auch für

01:04:08: die Unternehmen, die auch

01:04:10: Investitionen zurückstellen.

01:04:11: Deswegen glaube ich, dass wir, ja, höhere

01:04:14: Inflation kriegen, vielleicht sogar über

01:04:16: 3 Prozent im Laufe des Sommers.

01:04:19: Aber dieser Inflationsschock wird nicht

01:04:21: so stark ausfallen, wie

01:04:23: wir es 2022 gesehen haben.

01:04:26: Wir hatten da ja im Prinzip so eine

01:04:27: extreme Inflationswelle, eine

01:04:29: historisch ziemlich extreme.

01:04:33: Ist das dann also keine Blaupause, weil

01:04:35: damals gab es ja diese extrem sportliche

01:04:37: Zinswende und die kam ja weder an den

01:04:40: Renten noch an den

01:04:40: Aktienmärkten besonders gut an.

01:04:42: Ja, absolut. Ich glaube, dass die

01:04:43: Notenbanken etwas vorsichtiger agieren

01:04:45: werden vor dem Hintergrund.

01:04:47: Sie werden natürlich aus 2022 gelernt

01:04:50: haben und werden eine solche hohe

01:04:52: Inflation nicht noch

01:04:54: einmal zulassen wollen.

01:04:55: Auf der anderen Seite ist der

01:04:57: Europäischen Zentralbank aber auch die

01:05:00: Zeit nach der großen Finanzkrise noch gut

01:05:02: in Erinnerung, wo sie zu früh die Zinsen

01:05:05: und zu stark angehoben hat, und damit das

01:05:07: Wachstum nachhaltig beschädigt.

01:05:10: Also insofern ist es keine einfache

01:05:12: Situation für die Notenbanken, denn wir

01:05:15: haben keinen nachfrageorientierten

01:05:17: Preisanstieg, sondern er

01:05:19: kommt eben von der Angebotsseite,

01:05:22: nämlich von knappen und teuren

01:05:24: Energiepreisen und auch den ganzen

01:05:27: petrochemischen Produkten, die ja auch

01:05:29: durch die Straße von

01:05:30: Hormus transportiert werden.

01:05:32: Da ist Geldpolitik natürlich eigentlich

01:05:34: nicht das ganz erste Mittel der Wahl.

01:05:37: Nichtsdestotrotz haben die Notenbanken

01:05:39: den Auftrag für Geldwertstabilität zu

01:05:41: sorgen und deswegen werden sie das

01:05:43: natürlich

01:05:43: geldpolitisch auch berücksichtigen.

01:05:45: Bevor wir gleich noch mal ein bisschen

01:05:46: stärker auf Europa eingehen,

01:05:47: nochmal kurz zurück in die USA.

01:05:49: Du hast es gerade schon erwähnt, da gibt

01:05:51: es jetzt demnächst einen neuen Fed-Chef

01:05:53: und das wird voraussichtlich Kevin Warsh

01:05:55: sein und der hatte jetzt auch seine

01:05:57: ersten öffentlichen Auftritte und das ist

01:06:00: natürlich auch mit Argusaugen

01:06:01: beäugt und beobachtet worden.

01:06:03: Was hat das mit diesen Auftritten auf

01:06:06: sich und hat er was Spannendes gesagt,

01:06:08: was vielleicht auch auf seine

01:06:09: Geldpolitik schließen lässt?

01:06:11: Also mit ersten Auftritten muss man etwas

01:06:12: vorsichtig sein. Er war ja schon mal vor

01:06:14: gut zehn Jahren in der Fed und dort auch

01:06:17: an prominenter Stelle.

01:06:19: Aber du hast natürlich völlig recht nach

01:06:20: der Nominierung des amerikanischen

01:06:22: Präsidenten haben jetzt beispielsweise

01:06:25: die Hearings, also die Anhörungen im

01:06:28: amerikanischen Senat stattgefunden.

01:06:31: Kevin Warsh hatte schon vorher davon

01:06:33: gesprochen, dass er die Notenbankbilanz

01:06:36: stärker mit dem Finanzministerium

01:06:38: absprechen möchte, also in welcher

01:06:41: Laufzeit man Anleihen kauft.

01:06:43: Er hat aber im Hearing sehr klar gemacht,

01:06:45: dass das keine Abhängigkeit der Notenbank

01:06:48: vom Weißen Haus oder dem

01:06:49: Finanzministerium ist, dass die Notenbank

01:06:51: weiterhin unabhängig entscheiden wird.

01:06:54: Das war ihm auch ein sehr wichtiger Punkt

01:06:56: und er hat darüber hinaus betont, dass er

01:06:59: kein großer Fan von diesen

01:07:01: außergewöhnlichen geldpolitischen

01:07:03: Maßnahmen ist, dass er doch eher, er hat

01:07:05: sich als eher klassischer Notenbanker

01:07:07: gezeigt, der die Notenbank nicht mit

01:07:10: anderen Zielen, Aufgaben belasten möchte,

01:07:13: sondern, der sich wirklich darauf

01:07:16: konzentriert, auf die beiden Ziele der

01:07:18: amerikanischen Notenbank, und das ist die

01:07:20: Geldwertstabilität und der Arbeitsmarkt.

01:07:23: Und insofern ist er dann drum herum

01:07:26: einiges gefragt worden, natürlich gerade

01:07:28: von demokratischen

01:07:30: Senatoren und Senatorinnen.

01:07:33: Ich gehe aber davon aus, da auch das

01:07:35: amerikanische Justizministerium, also

01:07:39: Department of Justice, die Klage gegen

01:07:41: Jerome Powell hat fallen lassen, was

01:07:44: einige republikanische Senatoren wiederum

01:07:47: als Voraussetzung gesehen haben, um eine

01:07:51: Nominierung von Kevin

01:07:53: Warsh auch zuzustimmen.

01:07:54: Also ich gehe ja unterm Strich davon aus,

01:07:56: dass er eine Mehrheit bekommen wird und

01:07:58: dass auch bis zum 15. Mai dann die

01:08:02: Amtszeit von Jerome Powell endet und

01:08:04: Kevin Walsch sein Amt antreten kann.

01:08:07: Wir haben ja jüngst Daten gesehen, dass

01:08:08: die US-Wirtschaft deutlich robuster

01:08:12: läuft, zumindest im Februar, noch

01:08:15: gelaufen ist, als

01:08:16: viele angenommen hatten.

01:08:17: Wenn wir jetzt auf Europa schauen und

01:08:19: dann eben auf die Europäische

01:08:20: Zentralbank, das sind da schon ganz

01:08:23: andere Herausforderungen.

01:08:24: Da geht es darum, die Inflation zu

01:08:25: bekämpfen und die Konjunktur müsste man

01:08:27: ja eigentlich eher stützen.

01:08:30: Wir haben ja auch neue Zahlen aus

01:08:32: Deutschland, da ist die

01:08:33: Wirtschaftsprognose oder Wachstumsprognose

01:08:35: ja mal sportlich halbiert

01:08:36: worden. Was ist da zu erwarten?

01:08:39: In Europa, aber auch in Asien sind die

01:08:41: Wachstumsprognosen zum Teil stärker

01:08:43: runtergenommen worden.

01:08:45: Was eben damit zusammenhängt, dass diese

01:08:47: Region deutlich stärker von

01:08:49: Öl- und Gasimporten abhängen.

01:08:52: In Europa ist es nicht so sehr die

01:08:55: direkte Abhängigkeit, sondern mehr der

01:08:56: Preis. In Asien ist es also auch die

01:08:58: direkte Abhängigkeit.

01:09:00: Und man sieht, dass Jessica in den

01:09:01: Stimmungsindikatoren der Wirtschaft, die

01:09:03: waren beim

01:09:04: verarbeitenden Gewerbe relativ gut.

01:09:06: Das liegt aber an den Lieferketten.

01:09:08: Normalerweise geht man davon aus, wenn

01:09:10: die Lieferketten länger dauern, also die

01:09:13: Lieferzeiten zunehmen,

01:09:15: dass dann eine besonders hohe Nachfrage

01:09:18: ist und es den Unternehmen eben gut geht.

01:09:21: In diesem Fall ist das aber anders herum,

01:09:23: denn es ist ein Angebotsschock.

01:09:26: Die Lieferketten verzögern sich deshalb

01:09:28: oder die Zeit ist so lange bis

01:09:30: Vorprodukte geliefert werden, weil eben

01:09:32: die Straße von Hormus gesperrt ist.

01:09:35: Deswegen oder nur eigentlich aus diesem

01:09:38: Grunde sind bei den Stimmungsindikatoren

01:09:41: der Wirtschaft tatsächlich das

01:09:43: verarbeitende Gewerbe

01:09:44: ist aus diesem Grunde besser ausgefallen

01:09:47: und die Services sind in Europa eben

01:09:50: ausgesprochen schlecht.

01:09:51: In Amerika etwas besser, was wie gesagt

01:09:52: vor dem Hintergrund, dass Amerika weniger

01:09:54: betroffen ist, nicht verwundert.

01:09:57: Wir sehen sehr deutlich, dass Asien und

01:10:00: Europa sehr viel stärker von der Sperrung

01:10:03: der Straße von Hormus und den dann nicht

01:10:05: mehr vorhandenen beziehungsweise extrem im

01:10:07: Preis gestiegenen Gütern betroffen ist,

01:10:12: leidet, während die Vereinigten Staaten

01:10:14: von Amerika ihr Öl und Gas selbst

01:10:17: produzieren in großer Menge und das, was

01:10:20: sie zukaufen müssen, dann aus Kanada beziehungsweise

01:10:23: Lateinamerika importieren.

01:10:25: Nun sind Konjunkturindikatoren das eine,

01:10:28: aber wir kriegen ja gerade auch harte

01:10:29: Zahlen geliefert und jede Menge

01:10:31: Ausblicke, die

01:10:32: Berichtssaison läuft auf Hochtouren.

01:10:35: Lass uns vielleicht erst die USA gucken

01:10:37: und danach schauen, wie es in Europa und

01:10:40: Deutschland aussieht.

01:10:41: Die USA liefern immer noch wunderbare

01:10:44: Zahlen, wie wir es ja schon vor 2-3

01:10:46: Wochen mal besprochen hatten, als es

01:10:48: gerade erst losging.

01:10:49: Ja, absolut. Die Zahlen haben sich in den

01:10:51: Vereinigten Staaten noch verbessert.

01:10:53: Wir sehen auch, dass die Revisionen

01:10:55: insgesamt weiterhin positiv sind, was

01:10:58: überwiegend am Öl- und Gassektor liegt.

01:11:01: Aber insgesamt zieht das den Markt nach

01:11:03: oben. Wir haben ja diese Woche die größte

01:11:05: Woche, wo über 180

01:11:07: Unternehmen werden ihre Bücher öffnen.

01:11:10: Vor allen Dingen die technologischen

01:11:12: Schwergewichte sind dabei, also auch

01:11:14: Magnificent Seven, einige Unternehmen.

01:11:17: Und da wird die Börse natürlich mit

01:11:19: Argus-Augen drauf gucken. Aber wie

01:11:21: gesagt, bisher sind die Gewinne

01:11:23: ausgesprochen gut reingekommen.

01:11:25: Wir sehen Gewinnsteigerungen von über

01:11:29: 15 Prozent. Die Unternehmen haben doch sehr

01:11:32: deutlich die Erwartungen übertroffen,

01:11:34: dass nicht nur bei den Gewinnen, sondern

01:11:35: auch bei den Umsätzen. Also da sieht es

01:11:38: fundamental bei den Unternehmen im Moment

01:11:41: noch sehr, sehr gut aus.

01:11:42: Aber wie sieht es mit den Ausblicken aus?

01:11:44: Sie äußern sich ja auch dazu, was sie für

01:11:46: den restlichen Jahresverlauf, den

01:11:47: weiteren Jahresverlauf erwarten.

01:11:50: Da könnte ich mir vorstellen, würde man

01:11:51: doch dann ein bisschen vorsichtiger eben

01:11:52: auch mit Blick auf den Iran-Konflikt.

01:11:55: Ja, aber da muss man dann tatsächlich in

01:11:56: die einzelnen Sektoren hinein gucken. Wir

01:11:59: erleben natürlich, dass Öl und Gas

01:12:01: weiterhin profitieren,

01:12:03: auch sehr hoffnungsfroh in die Zukunft

01:12:04: gucken. Wir sehen das

01:12:06: Gleiche auch bei IT-Hardware.

01:12:09: Denn wir sind ja in einem gewissen

01:12:11: Dilemma um die Künstliche

01:12:14: Intelligenz herum. Also es muss

01:12:15: eigentlich investiert werden.

01:12:17: Wer nicht investiert in IT-Hardware, in

01:12:21: Power Equipment, in Speicherung von

01:12:24: Energie, in Rechenzentren, in Chips, der

01:12:27: könnte sein Business verlieren.

01:12:30: Deswegen tun es alle und deswegen sind

01:12:32: natürlich auch die Unternehmen, die

01:12:34: Hardware-Komponenten

01:12:36: herstellen, bisher sehr optimistisch.

01:12:39: Und die Kurse sind ja auch gerade im

01:12:40: April sehr ordentlich gestiegen. Also das

01:12:44: sind zwei Sektoren, die sicherlich im

01:12:47: Moment sehr profitieren,

01:12:49: aus unterschiedlichen Gründen, aber sehr

01:12:51: gute Berichte vorlegen oder vorgelegt

01:12:53: haben, bisher und auch ganz

01:12:55: positiv in die Zukunft gucken.

01:12:57: Schauen wir noch auf Europa,

01:12:59: Schrägstrich Deutschland. Wir hinken ja

01:13:01: immer ein bisschen hinterher, was die

01:13:03: Berichtssaison angeht.

01:13:04: Aber auch hier dürfte sich ja

01:13:05: mittlerweile ein Bild abzeichnen, oder?

01:13:07: Auch in Europa nimmt die Berichtssaison

01:13:10: langsam Fahrt auf, aber sie steht eben

01:13:12: noch deutlich am Anfang, ist noch sehr

01:13:15: viel früher als in

01:13:16: den Vereinigten Staaten.

01:13:17: Deswegen würde ich da noch nicht zu viel

01:13:19: hinein interpretieren. Die Gewinne

01:13:20: steigen auch deutlich weniger als in den

01:13:23: Vereinigten Staaten.

01:13:24: Die Überraschungen, also die positiven

01:13:27: Überraschungen sind auch nennenswert,

01:13:31: aber noch mal, wir sind hier

01:13:32: sehr, sehr früh und Jessica,

01:13:34: da sollten wir tatsächlich dann noch mal

01:13:35: in zwei Wochen oder in vier Wochen drüber

01:13:38: sprechen. Im Moment ist die Situation

01:13:40: noch sehr, sehr früh.

01:13:43: Aber der Start ist sicherlich auch in

01:13:44: Europa gelungen, wenn nicht auf einem so

01:13:46: guten Niveau, wie das in den Vereinigten

01:13:48: Staaten der Fall gewesen ist.

01:13:50: Wenn ich mir jetzt diese ganze

01:13:51: Gemengelage anschaue, wir haben ja auch

01:13:53: Märkte auf Rekordhochs oder nahe

01:13:55: Rekordhochs, aber trotzdem

01:13:56: eben ein schwieriges Umfeld.

01:13:59: Prognosen für die Zukunft sind ja

01:14:00: bekanntlich immer schwierig. Ich würde

01:14:02: jetzt als Anlegerin meiner langfristigen

01:14:03: Strategie mit hoher

01:14:04: Risikostreuung immer stur treu bleiben.

01:14:07: Aber was ist denn mit dem Blick auf mein

01:14:08: Spielgelddepot, weil da juckt es mich

01:14:10: schon ein bisschen in

01:14:11: den Fingern: Glaubst du,

01:14:12: dass man in so einer Situation wie

01:14:14: aktuell mal ein bisschen auf

01:14:15: Schnäppchenjagd gehen könnte? Macht das

01:14:17: Sinn oder lieber „breit gestreut, nie

01:14:20: bereut“, nach dem Leitsatz investieren?

01:14:22: Ja, das hängt natürlich ein bisschen

01:14:23: davon ab, wie lang der Anlagehorizont ist

01:14:26: und ob man mögliche Volatilitäten, also

01:14:29: Schwankungen, noch aussetzen kann.

01:14:30: Wir wissen alle nicht, wann die Straße

01:14:32: von Hormus wieder geöffnet wird. Wir

01:14:35: sehen jeden Tag Berichte, die in die eine

01:14:37: oder andere Richtung gehen.

01:14:39: Mal will man miteinander sprechen, dann

01:14:41: wieder nicht. Also es gibt nicht wirklich

01:14:44: eine Lösung für diesen Konflikt momentan.

01:14:48: Ich weiß nicht, wann sie stattfinden wird

01:14:51: und davon hängt es

01:14:52: natürlich ein bisschen ab.

01:14:53: Mit jedem Tag, den die Straße von Hormus

01:14:55: gesperrt ist, werden die ökonomischen

01:14:57: Entwicklungen schwächer werden.

01:15:00: Aber wenn sie geöffnet werden sollte in

01:15:02: absehbarer Zeit, dann werden wir

01:15:04: sicherlich auch gerade bei zyklischen

01:15:06: Werten eine

01:15:07: entsprechende Relief-Rally sehen.

01:15:10: Also wir werden eine doch Erholung sehr

01:15:14: wahrscheinlich bei

01:15:15: zyklischen Werten sehen.

01:15:18: Und ja, ich glaube auch nicht, dass die

01:15:20: Straße von Hormus ewig

01:15:21: gesperrt bleiben wird.

01:15:23: Da wird ja die ganze Welt in Geiselhaft

01:15:25: genommen und nochmal,

01:15:27: deswegen ist es eine Frage von

01:15:29: Anlagehorizont, ob man jetzt schon

01:15:31: investieren möchte, oder

01:15:33: ob man noch etwas erwartet.

01:15:35: Wir glauben insgesamt, dass dieses Thema

01:15:37: Künstliche Intelligenz natürlich nicht

01:15:39: vorbei ist, sondern wir

01:15:40: ganz am Anfang stehen.

01:15:41: Und normal, ich werde da im Moment

01:15:43: weniger stark bei der

01:15:45: Software investiert.

01:15:46: Da wird über Disruption gesprochen. Wir

01:15:48: wissen nicht, wer und in welcher Weise

01:15:52: betroffen sein wird.

01:15:54: Ich würde mich eher engagieren bei IT-

01:15:57: Hardware, wie ich das

01:15:58: vorhin schon gesagt habe.

01:15:59: Also beispielsweise Chips, aber auch

01:16:01: Stromerzeugung,

01:16:04: Stromtransport, Stromspeicherung.

01:16:07: All das, was man um die Künstliche

01:16:08: Intelligenz herum unbedingt braucht.

01:16:11: Und da bieten sich natürlich dann Korea,

01:16:14: Taiwan, aber auch Europa und die

01:16:15: Vereinigten Staaten an.

01:16:17: Das wären so vor

01:16:18: allen Dingen die Bereiche.

01:16:19: Neben vielleicht dann, um etwas Risiko zu

01:16:22: balancieren, Versorger, aber auch

01:16:26: Gesundheitsunternehmen in den USA, die

01:16:29: ich mit dazu nehmen würde.

01:16:30: Ich glaube, wie gesagt, wenn man

01:16:32: Zykliker, wenn man auf Industrie und

01:16:34: Ähnliches setzt, dann kann

01:16:37: es eben noch zu früh sein.

01:16:38: Und dann kann man von den Volatilitäten

01:16:40: natürlich nochmal eingeholt werden.

01:16:42: Es bleibt auf jeden Fall

01:16:43: spannend und wir beide bleiben dran.

01:16:46: Vielen Dank für diese PERSPEKTIVEN To Go.

01:16:48: Sehr gerne.

Über diesen Podcast

Jede Woche sprechen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer darüber, was die Märkte bewegt – und was das für Anleger bedeutet. Schnell, pragmatisch und auf den Punkt. Und wem die wöchentliche Dosis Börsenwissen nicht genügt, dem sei Stephans täglicher Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“ empfohlen. Mehr dazu auf deutsche-bank.de/pam

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Die vollständigen Angaben zum jeweiligen Fonds sind dem Basisinformationsblatt und dem Verkaufsprospekt, ergänzt durch den jeweiligen letzten geprüften Jahresbericht und den jeweiligen Halbjahresbericht, falls ein solcher jüngeren Datums als der letzte Jahresbericht vorliegt, zu entnehmen. Diese Unterlagen stellen die allein verbindliche Grundlage des Kaufs von Anteilen des jeweiligen Fonds dar. Sie sind in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich. Weitere ausführliche allgemeine Informationen zu Investmentfonds enthält zudem die Broschüre „Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, welche ebenso kostenlos bei Ihrem Berater erhältlich ist.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

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